Zusammenfassung

  • Kontron Transportation hat mehrere Aufträge für Arbeiten an der Bahnkommunikation in Rumänien erhalten und wird das Projekt gemeinsam mit Hitachi Rail Romania über 48 Monate umsetzen
  • Die Unternehmen haben weder den Auftragswert noch die betroffenen rumänischen Streckenabschnitte oder die konkreten Kommunikationstechnologien offengelegt

Die Fakten

Kontron Transportation teilte am 1. September mit, mehrere Aufträge im Zusammenhang mit dem rumänischen Abschnitt des Eisenbahnkorridors Orient/East-Med erhalten zu haben. Das Unternehmen arbeitet mit seinem langjährigen Partner Hitachi Rail Romania zusammen und wird im Rahmen eines auf 48 Monate angelegten Projekts eine nach eigener Darstellung vollständige Lösung für die Bahnkommunikation bereitstellen.

Der Orient/East-Med-Korridor verläuft insgesamt durch acht Länder von Deutschland bis Griechenland und ist Teil des grenzüberschreitenden Verkehrsnetzes Europas. Kontron hat weder den Wert der rumänischen Aufträge noch die abgedeckten Streckenabschnitte oder die einzelnen darin enthaltenen Kommunikationssysteme offengelegt.

Die Auftragsvergabe markiert damit den Beginn der Umsetzung und nicht ein fertiggestelltes Netz. Zum breiteren Bahnportfolio von Kontron gehören Technologien wie GSM-R, FRMCS, Übertragungsnetze, private Mobilfunknetze und Cybersicherheit; das Unternehmen hat jedoch nicht mitgeteilt, welche dieser Produkte bei diesen Aufträgen eingesetzt werden.

Die Einschätzung

Kontron steht nun vor der vierjährigen Aufgabe, die Aufträge in ein betriebsfähiges Bahnkommunikationssystem zu überführen. Die Mitteilung nennt bislang weder die betroffenen rumänischen Streckenabschnitte noch die eingesetzten Technologien. Der Umfang wird daher erst klarer, wenn Angaben zur Ausrüstung und zu den Installationsarbeiten veröffentlicht werden.

Das Kommunikationspaket muss noch Lieferung, Installation, Prüfung und Abnahme durchlaufen, bevor es den Bahnbetrieb unterstützen kann. Diese Schritte sind Teil eines weitaus größeren Programms zur Modernisierung der Bahn. Kontron hat allerdings nicht erläutert, wie der eigene Zeitplan mit Arbeiten an Gleisen, Signaltechnik oder anderen Bereichen verknüpft ist. Daher ist es noch zu früh für die Aussage, dass eine Verzögerung bei der Kommunikationstechnik auch das umfassendere Bahnprojekt verzögern würde.

Für die Leserinnen und Leser von BTW ist der Zeitplan von 48 Monaten der klarste Maßstab. Angaben zu den Strecken, Ausrüstungslieferungen und Meilensteine bei der Abnahme werden zeigen, was Kontron tatsächlich baut und ob die Kommunikationsarbeiten parallel zum rumänischen Bahnprogramm vorankommen.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten ist, ob Kontron die rumänischen Streckenabschnitte, den Auftragswert und die in den Arbeiten enthaltenen Kommunikationssysteme nennt. Ausrüstungslieferungen sowie Termine für Installationsbeginn, Prüfungen und Abnahme werden zeigen, ob der 48-Monats-Zeitplan eingehalten wird. GSM-R, FRMCS oder andere Technologien sollten erst dann als Teil des Projekts gelten, wenn die Unternehmen dies bestätigen.