Summary
- Ofcom startet einen Versuch, verdächtige Anrufe vom empfangenden Netz bis zum Ursprung, zum britischen Eingang oder zum ersten nicht antwortenden Anbieter zurückzuverfolgen.
- Anfangs kommen förmliche Auskunftsverlangen nach Abschnitt 135 des Communications Act 2003 mit ein bis zwei Arbeitstagen Frist zum Einsatz. Versuchsergebnisse gibt es noch nicht.
Der erste Zeuge sitzt am Ende der Leitung
Laut der am 3. November veröffentlichten Anleitung für Anbieter beginnt Ofcom mit Hinweisen auf einen mutmaßlichen Betrugsanruf. Meist fragt die Behörde zuerst den Anbieter, der den Anruf zugestellt hat, von welchem Netz er kam. Den Inhaber oder Unterzuteiler der angezeigten Nummer kann sie parallel fragen, ob dessen Kunde den Anruf tätigte. War das nicht der Fall, geht die Suche zum vorherigen Netz.
Ofcom nennt drei mögliche Endpunkte: den originierenden Anbieter, das Netz, das den Anruf nach Großbritannien brachte, oder einen Anbieter, der nicht antwortet. Auch bei einem bereits vermuteten Ursprung will die Behörde die Übergaben der Reihe nach belegen. Eine am Telefon angezeigte Nummer ist dafür ein Hinweis, keine Liste der durchlaufenen Netze.
Die ersten Anfragen werden förmlich nach Abschnitt 135 des Communications Act 2003 gestellt. Unvollständige, unrichtige oder verspätete Antworten können laut Ofcom eine Untersuchung und schließlich eine erhebliche Geldbuße nach sich ziehen. Abschnitt 137 verlangt die Beschreibung der benötigten Angaben, Gründe und Verhältnismäßigkeit.
Warum der kurze Zeitraum zählt
Anrufdaten bleiben möglicherweise nicht lange gespeichert. Deshalb sieht Ofcom nur ein bis zwei Arbeitstage für die Antwort vor. Im ersten Schritt versendet es fertige Anfragen ohne vorherigen Entwurf. Anbieter sollen die betroffenen Daten sofort sichern und Hindernisse melden. Echte formelle und informelle Nachfragen kämen stets von einer Adresse unter @ofcom.org.uk, erklärt die Behörde.
Das Musterformular trennt angezeigte Rufnummer, Netzrufnummer, Zielnummer, Anfangs- und Endzeit, nachgelagerten Anbieter und Fallkennung. Der befragte Anbieter soll bestätigen, ob er den Anruf an das genannte Netz weitergab, ob er selbst Ausgangspunkt war, von wem er ihn erhielt und ob er die Nummer unterwegs bearbeitete. Ohne den Namen des vorgelagerten Netzes fehlt die Adresse für die nächste Frage.
Der Versuch soll mehrere Monate laufen; für Anfang 2027 ist eine erste Prüfung geplant. Ofcom will sehen, wie oft Rückverfolgung gelingt, ob die Daten für Aufsicht und Durchsetzung taugen und welchen Aufwand sie auslösen. Die Startseite nennt noch keine abgeschlossene Spur und keine gemessene Wirkung auf die Zahl der Betrugsanrufe.
Sources
Mitgliederbriefing
Detaillierter Profilkontext
Melden Sie sich mit der richtigen Mitgliedschaftsstufe an, um das vollständige Briefing und die Quellennotizen freizuschalten.
Nur für den Strategischen Kreis
Strategischer Kreis
Offen für alle Leser. Schalten Sie Profil-Briefings nach Beitritt und Anmeldung frei.
Strategischem Kreis beitretenNur für Leadership Alliance
Leadership Alliance
Für qualifizierte Inhaber von IP-Assets und Management; melden Sie sich an, um Leadership-Alliance-Briefings freizuschalten.
Leadership Alliance beitreten





