Zusammenfassung
- Die Startmeldung von 2002 nennt eine verständliche Kurzfassung, den Rechtstext und digitalen Code, mit dem Suchdienste Nutzungsbedingungen erkennen können.
- Das ccREL-Papier vom 8. April 2008 beschreibt die erste RDF/XML-Empfehlung für HTML-Kommentare und ersetzt sie durch ein Eigenschaftenmodell mit RDFa als üblicher Einbettung in Webseiten.
Eine Erlaubnis braucht drei Adressaten
Ein Rechteinhaber kann die Weiternutzung eines Werks vorab gestatten. Für einen möglichen Nutzer bleibt die Suche teuer, wenn unklar ist, welches Werk unter welchen Bedingungen steht. Die Ankündigung von Creative Commons teilte die Kommunikation auf: Das Commons Deed erklärte die Regeln in einfacher Sprache, der Legal Code enthielt den maßgeblichen Rechtstext, und der Digital Code machte die Bedingungen für Programme erkennbar. Das sollte Nachfragen ersparen, deren Antwort bereits öffentlich gegeben war.
Nach der Darstellung von Creative Commons ist der Rechtstext die rechtlich wirksame Schicht. Die digitale Markierung ist sein Wegweiser. Sie muss ein bestimmtes Werk mit einer bestimmten Lizenz verbinden und die Angaben zur Namensnennung zugänglich machen. Ein Mensch erkennt vielleicht ein Symbol auf der Seite; eine Suchmaschine braucht eine eindeutige Beziehung zwischen Daten und Objekt.
Diese Beziehung war anfangs mühselig verpackt. Das ccREL-Papier erklärt, dass der Lizenzgenerator RDF/XML zum Einfügen in HTML-Kommentare ausgab. Ein Programm konnte den Quelltext untersuchen und die Daten lesen. Es musste aber den Kommentar finden, parsen und dem richtigen sichtbaren Inhalt zuordnen. Die Autoren wussten nach eigener Aussage, dass die Lösung sperrig war. RDF/XML war die verfügbare standardisierte RDF-Syntax; für die Verbindung von strukturierten Daten mit gewöhnlichem HTML fehlte noch ein einfacher gemeinsamer Weg.
Der Kommentar schickte Werkzeuge auf Schatzsuche
Als mehr Seiten Lizenzen trugen, stieg die Rechnung. Der Bericht von 2008 spricht von Millionen Webseiten mit Lizenzdaten, aber keiner einheitlichen, erweiterbaren Weise, diese Eigenschaften abzurufen. Werkzeuge griffen auf eigene Extraktionstricks zurück. Für Leser konnte das Lizenzzeichen klar aussehen, während Software den Zusammenhang zwischen Kommentar, Werk und Lizenz jedes Mal neu erraten musste.
ccREL setzte eine neue Grenze. Es definierte RDF-Eigenschaften für Werke und Lizenzen, ohne das Modell an eine einzelne Schreibweise zu ketten. Der Extraktionsweg sollte auffindbar sein. Als Standardwege empfahl das Papier RDFa für HTML-Seiten und XMP für eigenständige Medien. Das HTML-Beispiel befestigt Lizenzbeziehung und Angaben zur Namensnennung an sichtbaren Elementen. Die RDFa-Empfehlung des W3C von 2008 lieferte die breitere Syntax für solche Attribute.
Mit der Empfehlung änderte sich die Darstellung der Metadaten. Das ccREL-Papier sagt ausdrücklich, dass Lizenzen der ersten Generation im neuen Eigenschaftenmodell weiterhin verstanden werden konnten. Das Werk erhielt keine neue Erlaubnis nur deshalb, weil seine maschinenlesbare Beschriftung besser wurde. Herausgeber mussten die Daten sauber anbringen; Programmierer konnten einen gemeinsamen Weg statt einer Sammlung von Sonderfällen nutzen.
Beschriftung statt Zugriffssperre
ccREL sollte Rechte ausdrücken. Creative Commons stellte 2009 klar, dass diese Metadaten weder Nutzungen überwachen noch Dateien verriegeln. Der Rechtstext trägt die Bedingungen, der digitale Code hilft beim Auffinden. Eine präzise Markierung senkt Such- und Interpretationskosten für Menschen und Werkzeuge, die ein Werk im erlaubten Rahmen verwenden möchten.
Die Wendung zwischen 2002 und 2008 liegt in einer unscheinbaren Stelle des Seitenquelltexts. Zuerst lag das Etikett unter dem Deckel eines Kommentars. Später beschrieb ccREL eine besser sichtbare Beziehung zwischen Werk, Lizenz und Namensnennung. Der Rechteinhaber blieb der Entscheider; die Technik lernte, seine Entscheidung so anzuschreiben, dass andere sie finden.
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