Zusammenfassung
- HEPZA bat Ho-Chi-Minh-Stadt am 15. Oktober um abgestimmte Tarifhinweise für den SGI-HCM Campus. Die im Juli registrierte Investition beträgt rund 2,1 Milliarden US-Dollar; laut HEPZA wirkt sich die offene Einstufung auf Finanzierung und Zeitplan aus.
- Die Regel richtet sich nach der Nutzung: zentrale Datenverarbeitungs-, Speicher- und Verwaltungsdienste für Dritte fallen in die gewerbliche Tarifgruppe; das Ministerium unterscheidet davon Eigen- und Mischnutzung. Eine projektspezifische Entscheidung, ein Stromvertrag und eine Verbrauchsaufteilung sind nicht veröffentlicht.
- Die angekündigten 50 MW bezeichnen IT/GPU-Last der ersten Phase, weder Netzanschlussleistung noch Stromkosten. Registrierung, Auszahlung, Anschluss, Bau und Kundennachfrage bleiben getrennte Nachweise.
Analyse
Der SGI-HCM Campus hat eine große registrierte Investitionssumme, aber noch keinen öffentlich belegten Strompreis. Für das AI Factory-Projekt in Tân Phú Trung wurde im Juli ein Investitionszertifikat über rund 2,1 Milliarden US-Dollar ausgestellt. Am 15. Oktober bat die Verwaltungsbehörde HEPZA Ho-Chi-Minh-Stadt, die Einstufung zwischen Produktions- und Gewerbestrom prüfen zu lassen. Die offene Frage beeinflusse Finanzplanung und Umsetzung, sagte die Behörde. Als aktuelles Ziel für den Baubeginn wird das vierte Quartal 2026 genannt; ein Termin am 29. August war zuvor verschoben worden. Die öffentlichen Angaben belegen nicht, dass allein die Tariffrage die Verschiebung verursachte. Báo Xây dựng berichtete über HEPZAs Bitte und den Projektzeitplan.
Registriertes Investitionsvolumen ist nicht gleich ausgezahltes Kapital. ITPC bezifferte die bis zum 19. September registrierten ausländischen Investitionen in der Stadt auf 17,225 Milliarden US-Dollar. Für 2026 bis 2030 setzt HEPZA ein Anwerbungsziel von 20 bis 21 Milliarden US-Dollar und strebt Auszahlungen von mehr als 70 Prozent des registrierten Werts an. Die rund 2,1 Milliarden US-Dollar des KI-Campus gehen in die erste Kennzahl ein; sie belegen weder verfügbare Finanzierung noch geleistete Bauzahlungen. ITPC veröffentlichte die Investitions- und Auszahlungsziele.
Das angekündigte Geschäftsmodell macht die Tariffrage konkret. ITPC beschrieb im März eine erste Phase mit etwa 50 MW IT/GPU-Last und rund 28.000 Grafikprozessoren. Sie soll Rechenleistung, Cloud- und Datenverarbeitung für Kunden in Vietnam und im Ausland bereitstellen. Der Kapitalabfluss sollte laut damaliger Planung bis Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein. Das sind Planwerte; Kundenverträge, abgeschlossene Finanzierung und Stromabnahmevertrag sind öffentlich nicht belegt. ITPC stellte den Plan nach der Absichtserklärung vom 11. März vor.
Die seit dem 2. Dezember 2025 geltende vietnamesische Rundschreibenregelung 60/2025/TT-BCT ordnet Einrichtungen, die zentrale Datenverarbeitungs-, Speicher- und Verwaltungsdienste anbieten, dem Gewerbestrom zu. In einer öffentlichen Antwort vom Mai unterschied das Ministerium für Industrie und Handel zwischen einem Rechenzentrum für den Eigenbedarf, einem Dienst für externe Kunden und einer Mischnutzung, für die vereinbarte Verbrauchsanteile gelten. Nach Eingaben aus dem Telekomsektor prüfe das Ministerium weitere Hinweise. Der Name „AI Factory“ entscheidet somit nicht über den Tarif; maßgeblich sind tatsächliche Dienste, Vertrag und Verbrauchszuordnung. Der staatliche Rechtsnachweis führt die Regelung als in Kraft. Die Ministeriumsantwort erläutert die Nutzungskategorien.
Der Plan, Rechenleistung an externe Kunden zu verkaufen, deutet auf einen gewerblichen Dienst hin. Er legt aber weder den Anteil der Fremdlast an der ersten Phase offen noch die endgültige Tarifentscheidung der Stadt oder EVN HCMC. Stromvertrag und Messkonzept fehlen ebenfalls in den öffentlichen Quellen. Eine konkrete Kostensteigerung lässt sich deshalb nicht berechnen. HEPZAs Bitte ist eine Aufforderung zur Abstimmung, noch keine Tarifentscheidung.
Der Preis ist zudem von der physischen Versorgung zu trennen. Die 50 MW beziehen sich auf IT/GPU-Last und lassen Kühlung, Umwandlungsverluste und Redundanz unberücksichtigt. Ein PUE-Wert, Spitzenlastprofil oder verbindlicher Netzanschluss sind nicht veröffentlicht. Die Stadt ließ laut Báo Xây dựng Auslegungsleistung, Spitzenbedarf, Inbetriebnahme und Ausbaupläne der Rechenzentren zusammentragen, um die Versorgung stufenweise zu koordinieren.
Für Kreditgeber zählt nun die Dokumentenkette: schriftliche Tarifeinstufung, ein zur Dienstleistung passender Stromvertrag, prüfbare Messung bei Mischnutzung, Anschlussleistung je Bauphase, Kundenverträge und tatsächliche Kapitalauszahlungen. Die registrierten 2,1 Milliarden US-Dollar zeigen die Projektgröße. Sie belegen weder den Preis pro Kilowattstunde noch verfügbare Netzleistung oder den Beginn der ersten Erlöse.
Quellen
- Rundschreiben 60/2025/TT-BCT — staatlicher Rechtsnachweis
- Volltext des Rundschreibens (amtliches PDF)
- Ministerium für Industrie und Handel — amtlicher Eintrag zu Rundschreiben 60
- Ministerium für Industrie und Handel — öffentliche Antwort zu Rechenzentrumstarifen
- ITPC — Projektplan und Last der ersten Phase
- ITPC — FDI-Registrierung und Auszahlungsziele
- Báo Xây dựng — HEPZAs Bitte vom 15. Oktober
Mitgliederbriefing
Detaillierter Profilkontext
Melden Sie sich mit der richtigen Mitgliedschaftsstufe an, um das vollständige Briefing und die Quellennotizen freizuschalten.
Nur für Strategic Circle
Strategic Circle
Offen für alle Leser. Schalten Sie Profil-Briefings nach Beitritt und Anmeldung frei.
Strategic Circle beitretenNur für Leadership Alliance
Leadership Alliance
Für qualifizierte Inhaber von IP-Assets und Management; melden Sie sich an, um Leadership-Alliance-Briefings freizuschalten.
Leadership Alliance beitreten
