Zusammenfassung

  • Shopify erhebt auf Beträge, die mit Shop-Guthaben oder Geschenkkarten bezahlt werden, Drittanbieter-Transaktionsgebühren, wenn der Shop am oder nach dem 12. Mai 2025 angelegt wurde. Ältere Shops sind für diesen Guthabenteil ausgenommen.
  • In Shopifys Beispiel kommen 10 kanadische Dollar aus dem Guthaben und der Rest von einer Kreditkarte. Die Gebühr bezieht sich auf die 10 Dollar, nicht auf den ganzen Einkauf.

An der Kasse zählt das Alter des Shops

Zwei Händler geben Kunden nach einer Reklamation ein Guthaben. Später lösen die Kunden es ein und zahlen den Rest per Karte. Die Vorgänge sehen gleich aus, bis die Plattform abrechnet. Shopify behandelt das eingelöste Guthaben unterschiedlich, je nachdem, ob der Shop vor oder ab dem 12. Mai 2025 eingerichtet wurde.

Die Regel steht in Shopifys eigener Erläuterung der Drittanbieter-Transaktionsgebühren. Bei der jüngeren Kohorte fallen sie auf den mit Guthaben oder Geschenkkarte bezahlten Teil an. Für die ältere Kohorte nennt Shopify eine ausdrückliche Ausnahme. Auch wenn Shopify Payments den Kartenanteil abwickelt, bleibt die Guthabenregel relevant. Das Zahlenbeispiel des Unternehmens macht die Trennung greifbar: Bei einer kombinierten Zahlung mit 10 kanadischen Dollar Guthaben ist nur dieser Betrag die Grundlage für die betreffende Gebühr.

Das ist eine Kostenentscheidung, die der Händler beim Verteilen des Guthabens leicht übersieht. Das Versprechen entsteht bei der Kundenbindung oder Kulanz; die Plattformgebühr entsteht beim Einlösen. Einen einheitlichen Satz für alle Shops nennt die Regel nicht. Tarif und Markt bestimmen den tatsächlichen Betrag. Wer eine Guthabenaktion kalkuliert, braucht daher das Anlage-Datum des Shops, den geltenden Tarif und den eingelösten statt nur den ausgegebenen Wert.

Bei Rückerstattungen bleibt die Rechnung kompliziert. Ist Shopify Payments im Land des Shops verfügbar, werden Drittanbieter-Transaktionsgebühren laut Shopify nicht erstattet. Ist es dort nicht verfügbar, schreibt Shopify einen anteiligen Betrag entsprechend der Rückzahlung gut. Manuelle Zahlungen und POS-Verkäufe fallen unter eigene Ausnahmen; sie sind kein Maßstab für diesen Online-Guthabenfall.

Quellen