Summary
- 2016 veranstaltete das RIPE NCC 48 IPv6-Präsenzkurse. Nathalie Trenaman beschrieb neben der knappen Zeit des Teams den Wunsch nach Unterricht in regionalen Sprachen.
- Für die 2017 beschriebene Runde qualifizierten sich etwa 25 Bewerber; elf wurden für einen fünftägigen Lehrgang ausgewählt. Vor einer Zertifizierung standen zwei begleitete Unterrichtseinsätze und eine Bewertung.
Ein Jahr mit vier freien Wochen
48 Kurse auf 52 Kalenderwochen verteilt: Viel mehr kann ein kleines Team kaum in einen Reiseplan quetschen. In ihrem Bericht vom März 2017 schrieb Nathalie Trenaman, dass weiterhin Anfragen für IPv6-Schulungen eingingen. Die Interessenten wollten oft in ihrer eigenen Sprache lernen. Mehr Flüge für das Amsterdamer Team hätten den Engpass bei den Sprachen ohnehin nicht behoben. Sie suchte Lehrkräfte vor Ort.
Das 2015 gestartete Train-the-Trainer-Programm richtete sich an die MENOG- und ENOG-Regionen. Neue Ausbilder sollten RIPE-NCC-Material gemeinsam mit den erfahrenen Trainern einsetzen und lokale IPv6-Gemeinschaften stärken. Auf Lebenslauf und Online-Test folgte eine Auswahl: Anfang 2017 waren etwa 25 Personen geeignet, elf kamen in den fünftägigen Kurs. Geübt wurden Fachstoff, Labore, Englisch sowie Vortrags- und Unterrichtstechnik. Das ist eine bemerkenswert konkrete Beschreibung dessen, was „mehr Trainer“ tatsächlich kostet.
Der entscheidende Teil begann nach dem Kurs. Jeder Kandidat sollte zweimal mit dem RIPE-NCC-Team unterrichten und sich dann bewerten lassen. Damals war aus der früheren Dubai-Gruppe eine Person als MENOG-IPv6-Trainer zertifiziert. Vier Teilnehmer aus Moskau hatten bereits einen regionalen Kurs begleitet; Einsätze der iranischen Gruppe waren für das folgende Quartal vorgesehen. Zwischen Teilnahme und Zertifikat lagen also echte Unterrichtsstunden. Genau dort konnte sich zeigen, ob die neue Kapazität tragfähig war.
Ein Blick auf den Beiruter Workshop von 2015 erklärt die Hürde. Trenaman unterrichtete dort mit Massimiliano Stucchi und Jad el Cham drei Tage lang Adressplanung, BGP, DHCP-PD, 6rd und Sicherheitsübungen. Wer so einen Kurs leitet, muss Fragen aus einem konkreten Netz verstehen und eine brauchbare Übung begleiten. Die Folien in eine andere Sprache zu bringen, wäre nur die Vorbereitung.
Ihre RIPE-Labs-Biografie erzählt von der späteren Arbeit in der Routing-Sicherheit; die RIPE-78-Personalseite zeigt ihr namentlich zugeordnetes Foto. Die frühere Trainerinitiative macht eine andere Art Infrastruktur sichtbar: Menschen, die nahe am Betreiber erklären können, wie IPv6 im eigenen Netz funktioniert. Der Kalender ist erst dann keine Obergrenze mehr, wenn diese Menschen selbst unterrichten.
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