Zusammenfassung

  • Die im August 2026 erneuerte Genehmigung begrenzt mehrere Arten von Geschäften mit Indus Towers. Sie legt weder den Mietpreis eines Funkstandorts fest noch verpflichtet sie Hexacom, den Betrag auszuschöpfen.
  • Veröffentlichte Unterlagen enthalten tatsächliche Transaktionsbeträge und einen Mietvergleich. Ein geplanter Verkauf von rund 3.400 Türmen ist davon zu trennen. Wer die Zahlen zusammenrechnet, untersucht das falsche Geschäft.

Zwei Gesellschaften, ein gemeinsamer Eigentümer

Was für Bharti Hexacom Mietaufwand ist, ist für Indus Towers Einnahme. Beide gehören zum Airtel-Konzern. Ihre Minderheitsaktionäre halten aber nicht zwangsläufig dieselben Beteiligungen und haben deshalb auch nicht dasselbe Interesse am Preis. Ein günstiger Standort kann für die eine Seite ein gutes Geschäft sein und für die andere eine schwache Rendite.

Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Genehmigung solcher Geschäfte. Er ersetzt allerdings nicht den Blick auf die Miete selbst.

Am 11. August 2026 stimmten Hexacoms Aktionäre einer neuen jährlichen Obergrenze von 20 Milliarden Rupien für Transaktionen mit Indus zu. Die Einladung zur Hauptversammlung nennt Dienstleistungen, Erstattungen sowie Geschäfte mit Anlagen und anderen Vermögenswerten. Die Genehmigung reicht bis zur Hauptversammlung 2027, höchstens jedoch fünfzehn Monate.

Ein Jahr zuvor, am 20. August 2025, waren 22 Milliarden Rupien pro Geschäftsjahr beschlossen worden, ebenfalls bis zur folgenden Hauptversammlung und höchstens für fünfzehn Monate. Dass die Unterlagen zwei Geschäftsjahre nennen, machte daraus keine Erlaubnis für zwei volle Jahre bis März 2027.

Der neue Höchstbetrag ist niedriger. Mehr lässt sich daraus zunächst nicht ableiten: weder eine Mietsenkung noch weniger genutzte Türme oder ein Rückgang der tatsächlichen Ausgaben. Die Preise, jährlichen Anpassungen, Standortzuschläge und Leistungspflichten stehen in den jeweiligen Verträgen.

Was die 152 Gegenstimmen aussagen — und was nicht

Die offizielle Auszählung von 2026 weist 66.146.683 Ja-Stimmen und 152 Nein-Stimmen aus. Das entspricht einer Zustimmung von 99,9998 Prozent. Die Gruppe der beherrschenden Aktionäre gab keine Stimmen ab; nahestehende Parteien enthielten sich laut Bericht der Abstimmung. Airtel nutzte also nicht einfach seine beherrschende Beteiligung, um das Geschäft durchzusetzen.

2025 war das Ergebnis weniger eindeutig. Damals stimmten 88,2892 Prozent dafür und 11,7108 Prozent dagegen. Die Gegenstimmen sind ausgewiesen, nicht bloß ein unerklärter Rest aus Enthaltungen und ungültigen Stimmen. Auch damals lag die Stimmabgabe der beherrschenden Aktionärsgruppe bei null. Wer im Einzelnen dagegen stimmte, lässt sich aus der zusammengefassten Tabelle nicht ablesen.

Fast vollständige Zustimmung ist ein klares Ergebnis zur vorgelegten Genehmigung. Sie ist kein Gütesiegel für jeden einzelnen Mietvertrag. Dafür muss man wissen, welche Leistung zu welchem Preis gekauft wird.

Die Rechnung liegt nicht völlig im Dunkeln

Die Mitteilung von 2026 beziffert Hexacoms tatsächliche Transaktionen mit Indus im Geschäftsjahr 2025–26 auf 14,082 Milliarden Rupien: 8,787 Milliarden für Dienstleistungen, 5,145 Milliarden für Erstattungen und 150 Millionen für Anlagen oder Ausrüstung. Die Beträge enthalten die jeweils anfallende GST. Dienstleistungen in Gegenrichtung runden sich in der Darstellung auf null.

Diese Aufteilung ist wichtig. Erstatteter Stromaufwand ist etwas anderes als der Kauf eines Turms. Die Mitteilung erklärt auch, warum ihr Gesamtbetrag von den Angaben zu nahestehenden Parteien im Jahresabschluss abweicht: Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten werden nach Ind AS 116 bilanziert. Eine Differenz zwischen unterschiedlich abgegrenzten Summen ist noch kein Hinweis auf verschwundenes Geld.

Für die Mieten gibt es zudem einen Vergleich. B S R & Co. LLP hat in einem Memorandum für 2026–27 Indus-Tarife den Verträgen gegenübergestellt, die Hexacom mit unabhängigen Infrastrukturanbietern abgeschlossen hat. Das Ergebnis: ähnliche Mietpreise, die dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen. Energiekosten sollen zu tatsächlichen Kosten ohne Aufschlag weitergereicht werden.

Der Vergleich ist aussagekräftiger als die bloße Genehmigungssumme, hat aber Grenzen. B S R stützt sich auf Angaben des Managements und dessen Bestätigung, dass die Leistungen vergleichbar seien. Die bereitgestellten Informationen wurden ausdrücklich nicht geprüft oder verifiziert. Im veröffentlichten Indus-Abschnitt fehlt außerdem eine numerische Gegenüberstellung der Mieten für die einzelnen Standorte.

Bei Bandbreite und anderen Telekommunikationsleistungen, die in die umgekehrte Richtung geliefert werden, nennt das Memorandum fehlende Vergleichsdaten und empfiehlt wettbewerbliche Marktpreise. Aus dem Ergebnis für Turmmieten lässt sich somit keine pauschale Bestätigung sämtlicher Verrechnungspreise machen.

Der Turmverkauf hat seine eigene Akte

Ein Betrag von 11,341 Milliarden Rupien gehört nicht in diese Jahresrechnung. So hoch war die vorgesehene Gegenleistung für den Verkauf von etwa 3.400 Hexacom-Türmen und zugehöriger Infrastruktur an Indus, vorbehaltlich Anpassungen beim Abschluss. Die Briefwahlunterlagen vom Februar 2025 beschreiben das gesonderte Vorhaben.

Laut Geschäftsbericht 2024–25 wurde es am 16. März 2025 genehmigt, anschließend aber zurückgestellt. Telecommunications Consultants India Limited, kurz TCIL, verlangte ein neues Verfahren, das ihren Anforderungen als Unternehmen des öffentlichen Sektors entsprach.

Auch die zeitgenössische PTI-Meldung bei ETTelecom trennt die Vorgänge ausdrücklich: Ein Unternehmenssprecher erklärte, der Beschluss vom August 2025 habe den Turmverkauf nicht umfasst. Die Internetadresse der Meldung erwähnt zwar den Verkaufspreis. Wer nur die Adresse liest, verpasst die entscheidende Klarstellung im Text.

Ein veröffentlichter Bericht von Grant Thornton Bharat LLP samt zugehöriger Bescheinigung belegt zudem, dass eine externe Bewertung vorliegt. Damit ist weder bewiesen, dass TCIL ihr zustimmte, noch dass der Verkauf später vollzogen wurde. Die hier ausgewerteten Unterlagen weisen einen späteren Abschluss nicht nach. Sie erlauben aber, einen Fehler zu vermeiden: Den Verkaufspreis von der jährlichen Genehmigung abzuziehen und daraus einen bereits halb verbrauchten Spielraum zu errechnen.

Verträge halten ein Netz zusammen, nicht nur Antennen

Hexacom hat gute Gründe, bewährte Standorte nicht leichtfertig aufzugeben. In den Unterlagen von 2025 nennt das Unternehmen mögliche Betriebsunterbrechungen, vorzeitige Kündigungskosten und Änderungen der rückwärtigen Netzanbindung. Ein Wechsel betrifft Stromversorgung, Glasfaserwege und Abdeckung, nicht allein Stahl und Stellfläche.

Die Indus-Zahlen für das Quartal bis Juni 2026 zeigen die Größenordnung des Betriebs: 84,31 Milliarden Rupien Konzernumsatz bei einer EBITDA-Marge von 53,6 Prozent. Die operative Übersicht nennt 267.611 Makrotürme, 432.250 Mitnutzungen und einen durchschnittlichen Belegungsfaktor von 1,62. Betriebsdaten fehlen also nicht grundsätzlich. Sie erklären aber nicht isoliert Hexacoms Miete oder Zahlungsverhalten.

Auch die Eigentümergeschichte ist inzwischen weiter als die Fusionsmeldung von 2019 oder Airtels angekündigter Kauf von 4,7 Prozent im Jahr 2022. Der aktuelle Quartalsbericht hält fest: Die Fusion wurde im November 2020 vollzogen, Indus wurde im November 2024 Airtel-Tochter, und Vodafone veräußerte im Dezember 2024 seine verbleibende Beteiligung.

Für Minderheitsaktionäre bleibt eine überprüfbare Frage: Bekommt jede Gesellschaft für ihr Geld vergleichbare Leistungen zu nachvollziehbaren Bedingungen? Ein jährlicher Höchstbetrag begrenzt den Umfang der Geschäfte. Ob sie gut sind, entscheidet sich unterhalb dieser Grenze.

Als frühere Verweise bleiben Businessworld und MSN erhalten; ihre Artikeltexte waren bei dieser Prüfung nicht unabhängig zugänglich. Die frühere Ergebnisseite von Indus liefert einen Fehler. Das Jahresberichtsportal von Airtel dient hier nicht als Nachweis für den Inhalt einzelner Berichte. Maßgeblich sind die oben verlinkten Dokumente. Weitere Angaben bietet der Verzeichniseintrag zu Indus Towers Nur für den Strategischen Kreis.