Zusammenfassung
- China Mobiles ursprüngliche Neunmonatszahlen weisen 185,290 Milliarden Yuan operativen Netto-Cashflow aus, 24,243 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor Änderungen des Working Capital sank der operative Cashflow um 19,008 Milliarden.
- Working-Capital-Bewegungen banden 37,808 Milliarden Yuan weniger Barmittel; gezahlte Steuern lagen 5,443 Milliarden niedriger. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beanspruchten weiterhin 38,581 Milliarden Yuan.
- Zahlungen für Sachanlagen, immaterielle und weitere langfristige Vermögenswerte gingen um 13,822 Milliarden Yuan zurück. Nach Abzug dieses Zahlungsblocks blieben rechnerisch 81,997 Milliarden, während 101,977 Milliarden an Dividenden an die Aktionäre der Gesellschaft flossen.
Ein besserer Kassenstand aus einer kleineren Bremse
Manchmal sagt die Verbesserung einer Zahl vor allem etwas darüber, wie schlecht die Vorjahreszahl war. China Mobiles Working Capital verschlang von Januar bis September 2025 88,817 Milliarden Yuan. Im gleichen Zeitraum 2026 waren es 51,009 Milliarden. Das sind 37,808 Milliarden Yuan Entlastung, ohne dass die Forderungen etwa verschwunden wären: Allein deren Veränderung kostete noch 38,581 Milliarden Yuan an Barmitteln. Im Vorjahr waren es 54,116 Milliarden. Vertragsvermögenswerte drehten dagegen von einem Mittelzufluss über 1,435 Milliarden zu einem Abfluss von 4,127 Milliarden.
Die Verbesserung hat also einen sehr bestimmten Ort in der Bilanz, keinen universellen Glanz.
Eine Stufe vor den Working-Capital-Veränderungen sieht es ernüchternd aus. Der operative Cashflow vor dessen Veränderungen sank von 286,544 auf 267,536 Milliarden Yuan. Der Rückgang beträgt 19,008 Milliarden. Das Hauptgeschäft setzte 657,709 Milliarden Yuan um, 3,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. EBITDA sank um 6,7 Prozent auf rund 247,5 Milliarden Yuan, der den Aktionären zurechenbare Gewinn um 7,9 Prozent. Gleichzeitig zählte der Konzern Ende September 1,014 Milliarden Mobilfunkkunden und 342 Millionen integrierte Breitbandkunden. Er gewann in den neun Monaten netto 8,89 beziehungsweise 13,05 Millionen hinzu.
Die schiere Zahl der Anschlüsse hat das Minus im Hauptgeschäft nicht verhindert.
Auch die Steuerkasse half: Tatsächlich gezahlte Steuern fielen um 5,443 Milliarden auf 31,237 Milliarden Yuan. Damit lässt sich der überraschende Anstieg des Netto-Cashflows in der Börsenmitteilung vollständig überleiten. Minus 19,008 Milliarden vor Working Capital, plus 37,808 Milliarden durch die geringere Mittelbindung im Working Capital, plus 5,443 Milliarden durch geringere Steuerzahlungen ergeben plus 24,243 Milliarden. Wer stattdessen eine neue KI-Geldquelle behauptet, müsste ihre eigene Erlös- und Cash-Zeile erst vorlegen.
Die Baustelle und der Zahlungslauf
China Mobile zahlte 103,293 Milliarden Yuan für Sachanlagen, weitere immaterielle Vermögenswerte und andere langfristige Vermögenswerte, 13,822 Milliarden weniger als ein Jahr zuvor. Das ist der weit gefasste Wortlaut der Cashflow-Rechnung. Zieht man diese Zahl vom operativen Netto-Cashflow ab, bleiben 81,997 Milliarden Yuan; ein Jahr zuvor waren es 43,932 Milliarden. Der Konzern nennt diese Subtraktion nicht als eigene Free-Cashflow-Kennzahl.
Zum 30. September standen zugleich 97,597 Milliarden Yuan im Bau befindliche Anlagen in der Bilanz, nach 61,845 Milliarden Ende 2025. Der Bestand ist zu zwei Stichtagen gemessen, die Anlagenzahlungen über neun Monate. Gerade deshalb ist die nächste Fälligkeit interessant: Ein Bauvorhaben wird bestellt, errichtet, abgenommen und bezahlt, bevor es dauerhaft Geld verdient. Ein leichteres Zahlungsjahr und ein größerer Baustellenbestand können zusammen auftreten.
Die Aktionäre erhielten 101,977 Milliarden Yuan Dividenden. Das liegt 19,980 Milliarden über dem eben errechneten Rest nach Anlagenzahlungen. China Mobile hält Bankeinlagen und Finanzanlagen und bewegt Geld in weiteren Investitions- und Finanzierungspositionen; der Bericht ordnet einer einzelnen Dividendenzahlung kein bestimmtes Konto zu. Die Reihenfolge der Ansprüche ist dennoch sichtbar. Die Auszahlung ist erfolgt, während der Ausbau von Kommunikations-, Rechen- und KI-Diensten noch Kapital beansprucht.
Für diese neuen Dienste veröffentlicht der Neunmonatsbericht keine getrennten KI-Umsätze oder zugeordneten Bauzahlungen. Eine spätere Aufschlüsselung nach Diensten würde zeigen, ob sie den Mittelbedarf zunehmend selbst tragen. Bis dahin verdient die konkrete Entlastung im Working Capital mehr Aufmerksamkeit als die schönste Strategiefolie.
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