Zusammenfassung

  • Das britische Innenministerium möchte die tatsächliche Verfügbarkeit der Mobilfunknetze räumlich und zeitlich genauer veröffentlicht sehen, möglichst als Karte des Verlaufs von Störungen.
  • Für den Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst fordert es eigene Leistungsprofile und die Prüfung verbindlicher Stromreserven. Ofcom will Anfang 2027 über seine nächsten Schritte berichten.

Die Netzabdeckung auf der Karte hält länger durch als mancher Funkmast im Stromausfall. Wer ein Einsatzfahrzeug losschickt, muss wissen, wann aus dem grünen Feld Funkstille wurde. Genau das verlangt eine Stellungnahme des Home Office zur Ofcom-Debatte über verlässliche Mobilfunkdienste. Sie ist vom 1. Juli datiert und seit dem 22. Oktober im öffentlichen Antwortverzeichnis zu lesen.

Das Ministerium verantwortet das Emergency Services Network, kurz ESN, als Nachfolger des eigenen Airwave-Funknetzes. Laut Stellungnahme soll ESN das kommerzielle Funkzugangsnetz von EE und einen getrennt verwalteten Kern eines virtuellen Mobilfunkanbieters nutzen. Der Dienst und die Umstellung der Nutzer sollen 2028 beginnen; Airwave soll vor Ende 2030 abgeschaltet werden. Ein kommerzieller Funkstandort bekommt damit eine Aufgabe, bei der Verständlichkeit, Vorfahrt im überlasteten Netz und Stromversorgung zusammengehören.

Ofcom schlägt in seinem Diskussionspapier einen Richtwert vor: Mindestens 90 Prozent der Messungen je Netz und Gebiet sollen die Schwelle für gute alltägliche Mobilfunkleistung erreichen. Das Innenministerium hält mehrere Nutzungsprofile für nötig. Bei einem Einsatz zählen ein Gespräch im fahrenden Wagen, priorisierter Zugang unter Last und ein Sender, der beim Stromausfall weiterarbeitet. Ein einzelner Durchschnittswert beantwortet diese Fragen schlecht.

Der konkrete Vorschlag ist eine Zeitachse für Ausfälle. Das Ministerium möchte aktuelle, kleinteilige Daten zur tatsächlichen Verfügbarkeit und im Idealfall animierte Karten, die den Verlauf einer Störung zeigen. Nach seinem Verständnis plant Ofcom bereits, Ausfalldaten bis auf einzelne Standorte des Funkzugangsnetzes zu erheben. Eine öffentliche Darstellung könnte zeigen, wie lange ein Ort während eines Unwetters erreichbar blieb und wann der Dienst zurückkam.

Das Home Office verweist zudem darauf, dass das EE-Netz für ESN eigens verstärkt werden musste. Es regt an, verbindliche Anforderungen an die Stromresilienz im Rahmen des britischen Telekommunikationssicherheitsrechts zu prüfen. Wenn auch die häusliche Festnetztechnik vom örtlichen Strom abhängt, wird der Mobilfunk beim Stromausfall zur entscheidenden Verbindung zum Notruf.