Zusammenfassung

  • Im August 1998 wurde ein Satellitengateway für ein Projekt zur Anbindung der Nachrichtenagentur KPL genehmigt; GlobeNet bot zugleich Funkzugang in Vientiane an.
  • Die ISP-Lizenzen vom Januar 1999, PlaNets begrenzter Start im Februar und LaoTels kommerzieller Dienst im August waren getrennte Schritte.
  • Zeitgenössische und spätere Berichte verwenden unterschiedliche Dienstnamen und Nutzerzahlen; ihre Angaben lassen sich nicht einfach addieren.

Wann kam das Internet nach Laos? Die Frage scheint nach einem einzigen Datum zu verlangen. Die Quellen zeigen jedoch mehrere Schwellen: den Betrieb eines internationalen Gateways, die Zulassung eines Internetanbieters, das erste Einwahlangebot und schließlich eine tatsächlich verfügbare Telefonleitung. Diese Schritte fielen nicht zusammen.

Eine Länderstudie der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) datiert den ersten dauerhaften Internetanschluss auf August 1998. GlobeNet verband Vientiane über eine Satellitenverbindung via Philippinen mit dem globalen Netz. Das Ministerium für Information und Kultur hatte den Anschluss im Rahmen eines Projekts zur Verbindung der staatlichen Nachrichtenagentur Khaosan Pathet Lao (KPL) genehmigt. Dieselbe Studie berichtet aber auch, GlobeNet habe fast 50 Kunden in Vientiane drahtlos mit Breitband versorgt. Der Projektzweck erklärt die Genehmigung, belegt jedoch keinen ausschließlich für KPL bestimmten Anschluss.

Der nächste Schritt war die Lizenzierung. Im Januar 1999 vergab das Nationale Internetkomitee von Laos (LaNIC) ISP-Lizenzen an GlobeNet und PlaNet Computers. PlaNet nahm im Februar den Betrieb auf. Laut ITU konnten wegen fehlender Telefonleitungen zunächst jedoch nur wenige Kunden per Einwahl ins Netz. Eine Verkaufserlaubnis schuf noch keine lokale Leitung für jeden Interessenten.

Der nationale Telekommunikationsbetreiber LaoTel folgte einem anderen Zeitplan. Eine Lizenz des Ministeriums für Kommunikation, Verkehr, Post und Bau hatte er bereits 1997 erhalten; den kommerziellen Internetdienst startete er laut ITU-Studie erst im August 1999. Die internationale Verbindung führte mit 64 kbit/s zu SingNet in Singapur. Ein nationaler Bericht aus Laos für eine ITU-Konferenz 1999 bezeichnet diese Verbindung als bereit, im selben Jahr rund 1.000 Teilnehmer und zehn Unternehmensnetze zu bedienen. Ein zeitgenössischer Bericht der Vientiane Times, der auf Usenet weiterverbreitet wurde, nennt den 3.

August als öffentliche Vorstellung von Lao Internet. Betriebsbereitschaft, öffentliche Vorstellung und kommerzieller Start liegen nahe beieinander, sind aber nicht automatisch dasselbe.

Auch die GlobeNet-Zahlen ergeben kein einheitliches Bild. Der nationale Bericht von 1999 nennt den Partner im KPL-System „Globecom“ und meldet mehr als 300 Teilnehmer. Die spätere ITU-Studie schreibt „GlobeNet“ und nennt davon getrennt knapp 50 Funkkunden. Die Quellen belegen nicht, dass beide Zahlen dasselbe Produkt oder dieselbe Zählweise meinen. PlaNets heutige Unternehmensgeschichte nennt 1998 als Gründungsjahr und 2001 als Beginn des ISP-Betriebs; die ITU beschreibt einen kleinen Einwahlstart 1999. Die abweichenden Definitionen lassen sich mit den verfügbaren Unterlagen nicht auflösen.

Das Gateway kam somit vor dem Markt, war aber nicht der ganze Markt. Lu Hengs später verfasste Note 64 bietet eine analytische Perspektive, um internationale Verbindung, lokale Betriebserlaubnis und tatsächliche Nutzung auseinanderzuhalten. Sie ist kein Beleg für die damalige Politik in Laos. Die Quellen erzählen eine Abfolge aus Genehmigungen, internationalen Links und verfügbaren Anschlussleitungen statt eines einzelnen Gründungstags.

Quellen: ITU, Länderstudie zum Internet in Laos; ITU, nationaler Bericht zu Laos von 1999; Vientiane Times, Bericht vom 18. August 1999, auf Usenet weiterverbreitet; UNESCAP, IKT-Studie zur Greater-Mekong-Subregion; Unternehmensgeschichte von PLANET.