Zusammenfassung

  • Excite@Home lieferte Netztechnik und Systemintegration für den Kabel-Internetzugang mehrerer US-Betreiber. Nach Angaben der FCC beantragte es im September 2001 Gläubigerschutz nach Chapter 11 und stellte am 28. Februar 2002 den Betrieb vollständig ein.
  • Die Verträge mit AT&T endeten am 1. Dezember 2001; AT&T versorgte Kunden danach über ein neues eigenes Netz. Cox, Comcast, Insight und Charter hielten den Dienst bis zum 28. Februar 2002 aufrecht, um ihre Kunden umzustellen.
  • Cox verbuchte für Fortführung und Umstellung eine einmalige Nettobelastung von rund 150,2 Millionen Dollar. Comcast erfasste im vierten Quartal 2001 zusätzliche Netto-Betriebsausgaben von 140 Millionen Dollar für dieselben beiden Aufgaben.

Hinter dem Anschluss lag ein zweites Netz

Ein Koaxialkabel konnte am Haus enden und dennoch keinen vollwertigen Internetdienst garantieren. Die FCC erläuterte 2002, welche Arbeiten dazugehören: Zugang zum Internet, Anwendungen wie E-Mail, Einrichtung von Kundenkonten, Abrechnung, Instandhaltung und Support. Manche Kabelbetreiber übernahmen diese Arbeiten selbst. Andere ließen eine verbundene oder fremde Firma Teile davon erledigen. Excite@Home stellte für mehrere Anbieter umfassende Netz- und Integrationsleistungen bereit.

Damit konnten die Betreiber einen Dienst verkaufen, ohne jedes Rückgrat einzeln aufzubauen. Der Preis dieser Arbeitsteilung war eine gemeinsame Abhängigkeit. Als Excite@Home im September 2001 Insolvenzschutz suchte, blieb das Kabelnetz in den Straßen. Aber die technische und betriebliche Schicht, die Kunden darüber ins Internet brachte, brauchte einen neuen Träger. Die FCC nennt AT&T, Cox, Comcast, Insight und Charter als Firmen, die Funktionen selbst übernehmen oder ein anderes Geschäfts- und Technikmodell finden mussten.

Bis zur vollständigen Betriebseinstellung von Excite@Home am 28. Februar 2002 blieb Zeit für die Umstellung. Wie viel Zeit, hing von den einzelnen Verträgen ab.

Ein Bruch im Dezember, eine Brücke bis Februar

Für AT&T endete die vertragliche Bindung an Excite@Home am 1. Dezember 2001. Die FCC berichtet, dass AT&T ein neues Netz errichtete und die Geräte und Funktionen für seine Kabelmodemkunden selbst bereitstellte. Cox, Comcast, Insight und Charter erreichten eine Fortsetzung des bisherigen Dienstes bis zum 28. Februar 2002 und verschoben ihre Abonnenten währenddessen auf eigene Hochgeschwindigkeitsnetze.

Cablevision hatte wieder eine andere Ausgangslage. Die Firma war bereits weitgehend zur Eigenversorgung übergegangen; für die verbleibenden Nutzer auf @Home wurde der Dienst laut FCC am 10. Januar 2002 abgeschaltet. Ein einziger Firmenkollaps traf also auf mehrere Vertragsdaten und Migrationsstände. Für einen Haushalt zählte, ob seine konkrete Verbindung schon auf dem neuen Netz lag.

Die Übergangszeit stand in den Büchern

Cox bezeichnete Excite@Home im Jahresbericht 2001 als seinen wichtigsten Anbieter für schnelles Internet. Nach der Insolvenz vereinbarte Cox die Versorgung alter und neuer Kunden bis Ende Februar und minimale Hilfe bei der Übertragung auf Cox High Speed Internet. Die Migration wurde laut Firma im Februar abgeschlossen. Eine einmalige Nettobelastung von etwa 150,2 Millionen Dollar betraf sowohl die Fortsetzung des alten Dienstes als auch die Übertragung. Sie ist kein isolierter Preis für die Vertragsverlängerung.

Comcasts Jahresbericht 2003 beschreibt einen eigenen Weg. Für Oktober und November 2001 zahlte das Unternehmen einen höheren Satz, um den Dienst zu erhalten. Am 3. Dezember wurde eine vom Insolvenzgericht gebilligte Vereinbarung bis zum 28. Februar geschlossen. Comcast begann noch im Dezember, Kunden auf ein eigenes und selbst betriebenes Netz zu verschieben; im Februar war die Übertragung beendet. Als zusätzliche Netto-Betriebsausgaben für Fortführung und Migration erfasste Comcast 140 Millionen Dollar im vierten Quartal 2001.

Eine einmalige Nettobelastung bei Cox und zusätzliche Betriebsausgaben bei Comcast sind unterschiedliche Rechnungsgrößen. Aus ihnen lässt sich keine landesweite Endsumme errechnen. Sie zeigen aber, dass die Umstellung Geld und laufende Arbeit verlangte, obwohl die physische Leitung längst vorhanden war. Der alte Dienst musste weiterlaufen, während der neue unter Last gebracht wurde.

Quellen