Zusammenfassung

  • RIPE wollte wiederkehrende Aufgaben mit festen Zuständigkeiten versehen: Netzwerkdatenbank, Verbindungskarten, NOC-Kontakte und DNS-Prüfungen.
  • Der Finanzierungsplan setzte für drei Jahre 720.000 ECU an. Das RIPE NCC nahm am 1. April 1992 die Arbeit auf und wurde ab 1. Mai mit der Vergabe von Netznummern betraut.

Analyse

Das erste regionale Internet-Register begann nicht mit einer Adressknappheit, sondern mit einer Personalfrage. RIPE schlug 1990 ein Network Coordination Centre mit fest angestellten Fachleuten vor. Die Arbeitsgemeinschaft konnte technische Entwicklungen vorantreiben. Für die Verwaltung, die zwischen den Treffen jede Woche weiterlief, reichten freiwillige Beiträge nicht aus.

Der Tätigkeitsplan von 1991 beschreibt den Alltag: eine Datenbank europäischer Netze und ihrer Verantwortlichen, Prüfungen auf Konsistenz, Datenaustausch mit Koordinationsstellen außerhalb Europas und Karten der Verbindungen. Hinzu kamen NOC-Kontakte, Prüfungen von DNS-Software und Nameservern, Verkehrsdaten, ein Dokumentenarchiv und die Organisation der RIPE-Treffen. Eine Datenbank brauchte Menschen, die Einträge prüften, Änderungen einsammelten und Berichte veröffentlichten.

Der Gründungsplan bezifferte den Aufwand auf 240.000 ECU im Jahr. Für die ersten drei Jahre sollten 720.000 ECU gesichert werden. Personal war mit 180.000 ECU jährlich der größte Posten; Geräte, Büroräume und Reisen kamen hinzu. Das Papier formulierte einen Finanzierungsbedarf, keine geprüfte Abrechnung tatsächlicher Ausgaben.

RARE akzeptierte, dem RIPE NCC den rechtlichen Rahmen zu geben. Im selben Dokument hielt RARE fest, dass es keine Mittel hatte, um das Zentrum zentral zu finanzieren. Der Vorschlag: Organisationen innerhalb und außerhalb von RIPE zur Beteiligung einladen. Ein Rechtsträger ist noch keine Geldquelle.

Auch die Zuständigkeiten verteilten sich. Die RIPE-Gemeinschaft sollte die Aufgaben festlegen und den Betrieb regelmäßig prüfen. Das RIPE NCC sollte die zentralen Datensätze führen und Informationen koordinieren. Lokale NICs, NOCs und Netzbetreiber blieben für die Zuweisung nahe an den Organisationen zuständig. Das Zentrum sollte weder europäische Netze betreiben noch einzelne Endnutzer bedienen.

Das RIPE NCC arbeitete seit dem 1. April 1992 auf Grundlage des 1991 beschlossenen Plans. Am 1. Mai begann seine Rolle als delegiertes Register für Netznummern in Europa. Adressblöcke gingen an Dienstanbieter und NICs/NOCs; einzelne Organisationen sollten sich an ihren Netzbetreiber wenden. Die zentrale Registrierung wuchs, ohne den Betrieb aller Netze an sich zu ziehen.

Verbindungskarten, Datenbankkopien, Berichte und NOC-Kontakte klingen nach Verwaltung, bis ein Eintrag korrigiert oder ein verantwortlicher Betreiber erreicht werden muss. Im Januar 1998 wurde das RIPE NCC eine eigenständige juristische Person. Die Rechtsform änderte sich; die Aufgabe, Daten zu pflegen und Änderungen zu koordinieren, musste weiterlaufen.

Die veröffentlichten Unterlagen nennen das Ziel von 720.000 ECU, aber weder die endgültigen Geldgeber noch den vollständigen Zahlungseingang. Ein Finanzierungsvertrag oder geprüfte Konten der ersten Jahre würden diese Lücke schließen.

Quellen