Zusammenfassung
- Charles Franks gründete Distributed Proofreaders 2000. Freiwillige konnten einzelne Seiten korrigieren; andere bereiteten das Material vor und führten es zu einem vollständigen E-Book zusammen.
- Suzanne Shell berichtet, dass Uneasy Money im Januar 2003 zwei Korrekturdurchgänge in weniger als zwanzig Stunden absolvierte. Spätere Anfängerprojekte beanspruchten Zeit, die ihr für die Endbearbeitung von Büchern fehlte.
Suzanne Shell hatte Project Gutenberg auf den Ruhestand verschoben. Ein ganzes Buch zu digitalisieren klang nach einer Aufgabe für einen sehr aufgeräumten Kalender. Dann bot Distributed Proofreaders ihr eine einzelne Seite an. Der Ruhestand verlor sein Vorrecht.
Ihr Bericht steht in Jim Tinsleys historischer Project-Gutenberg-FAQ, deren Vorwort vom September 2003 stammt. Shell meldete sich am 5. November 2002 an. Selbst bestimmen zu können, wie viele Seiten sie korrigierte, machte den Einstieg alltagstauglich.
Ein Buch in passenden Portionen
Charles Franks hatte das Projekt 2000 gegründet. Die eigene Beschreibung der Website erklärt die grundlegende Anordnung: Neben dem Scan einer Seite steht der durch Zeichenerkennung gewonnene Text. Ein Freiwilliger vergleicht und korrigiert; ein weiterer kann das Ergebnis anhand desselben Bildes überprüfen.
Jemand hatte das Buch bereits beschafft und die Dateien vorbereitet. Wer korrigieren wollte, bekam eine begrenzte Aufgabe samt gemeinsamer Referenz. Ein Beitrag ließ sich abschließen, bevor der Rest des Tages wieder Ansprüche anmeldete. Die Arbeit an einem umfangreichen Buch wurde auf diese Weise zugänglich.
Shell bereitete bald selbst einen Titel von P. G. Wodehouse vor. Ende Dezember erhielt sie die nötige Freigabe für Uneasy Money, arbeitete sich in das Scannen und die Zeichenerkennung ein und übernahm die Projektleitung. Nach ihrem Bericht begann die Korrektur am 5. Januar 2003; zwei Durchgänge waren in weniger als zwanzig Stunden erledigt.
Sie beobachtete, wie die Zahl der verbleibenden Seiten sank. Das schnelle Ende dieser Arbeit schuf den Ausgangspunkt für die nächste: Aus den korrigierten Teilen musste ein vollständiges E-Book werden.
Fortschritt brauchte jemanden, der etwas erklärte
Juliet Sutherland und andere Administratoren hatten erfahrene Freiwillige dafür gewonnen, neue Mitarbeiter in der Endbearbeitung anzuleiten. Shell lernte bei einem von ihnen. Später bot sie an, Romanprojekte für Anfänger zu betreuen, bei denen erfahrene Leser im zweiten Durchgang Rückmeldungen und Ermutigung gaben.
Ab Februar 2003 kosteten Vorbereitung und Betreuung dieser Projekte mehr Zeit. Für die Endbearbeitung fertiger Seitensätze blieb ihr weniger. Ihr Bericht macht die Rechnung greifbar: Die nächste Generation lernt in den Stunden, die erfahrene Leute dafür freimachen.
Der Newsletter von Project Gutenberg vom 26. November 2003 suchte ausdrücklich verschiedene Beiträge. Gefragt waren Material, Korrekturleser und Menschen, die Bücher scannen konnten. Bereits gescannte Bücher mit ausstehender Zeichenerkennung oder Korrektur waren willkommen. Zuvor sollten Archiv und laufende Arbeiten geprüft werden, damit die Beteiligten ihre Vorhaben abstimmen konnten.
Eine eigene Einladung galt Menschen, die gern ein vollständiges Buch bearbeiten wollten, aber für Scannen und erste Korrekturen weder Zeit noch Ausstattung hatten. Sie konnten die Endbearbeitung übernehmen. Persönliche Vorlieben ließen sich mit einer bestimmten offenen Aufgabe verbinden.
Am Ende standen Namen unter einem Buch
Der Katalogeintrag von Uneasy Money nennt bis heute Suzanne L. Shell, Tom Allen, Charles Franks und das Online Distributed Proofreading Team. Die knappe Zeile hält das Ergebnis verteilter Mitarbeit fest: ein verfügbares Buch mit benannten Mitwirkenden.
Zwischen der gespeicherten Korrekturseite und diesem Eintrag lag organisatorische Arbeit. Material beschaffen, eine Regel erklären, den vollständigen Text überprüfen: Solche Tätigkeiten machten die kleinen Beiträge anschlussfähig. Je schneller die Seiten weiterwanderten, desto mehr musste am anderen Ende aufgenommen werden.
Distributed Proofreaders verkleinerte den ersten Schritt und schuf Wege, die größeren Aufgaben zu lernen. Shells Ruhestandsplan hatte frühzeitig Kollegen bekommen. Das Netz lieferte die nächste Seite schnell. Für den nächsten Anfänger musste jemand Zeit haben.
Quellen
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