Zusammenfassung

  • Ein Untersuchungsbericht vom Juli 2010 beschrieb die alte Commons-Seite als so textlastig, dass anfangs kein einziges Eingabefeld sichtbar war.
  • UploadWizard trennte Übertragung und Veröffentlichung durch einen temporären Speicher. Tests am Prototyp und die Unterbrechung des Starts im Mai 2011 zeigen die weitere Arbeit am Verfahren.

Das Bild war fertig. Jetzt fehlte nur noch die Lektüre. Auf der alten Uploadseite von Wikimedia Commons standen Anweisungen und Warnungen so ausdauernd im Weg, dass zunächst kein Formularfeld zu sehen war. Das hielt ein von Wikimedia Foundation beauftragter Bericht vom 27. Juli 2010 fest. Wer etwas beitragen wollte, musste erst zur eigentlichen Aufgabe hinunterscrollen.

Auch dort gab es Rätsel. Eine Lizenzanweisung verwies auf ein Zusammenfassungsfeld, das unter diesem Namen gar nicht existierte. Ein anderes Feld enthielt Wiki-Syntax, während der Hilfetext einen gewöhnlichen Wortlaut vorschlug. Der gute Wille der Bildspender wurde mit einer kleinen Übersetzungsarbeit innerhalb derselben Oberfläche beantwortet.

Ein Bild darf vor der Veröffentlichung warten

Die Designunterlagen zu UploadWizard beschreiben eine andere Reihenfolge. Zuerst kam die Datei in einen vorläufigen Speicher, ohne bereits im Wiki veröffentlicht zu werden. Der Server konnte ein Vorschaubild erzeugen und Angaben wie das Aufnahmedatum auslesen. Der Nutzer ergänzte und überprüfte diese Informationen; vorgeschlagene Werte blieben änderbar.

Das Zwischenlager ermöglichte einen ruhigeren Ablauf. Zuvor wurden Datei und begleitender Seitentext gemeinsam abgeschickt und konnten nahezu sofort öffentlich werden. Vor diesem Schritt hatten sich die Warnungen gesammelt. Nun übernahm der Dienst einen unfertigen Beitrag und konnte zusammengehörige Fragen nacheinander stellen. Die weniger überladene Seite beruhte auf zusätzlicher Arbeit im Hintergrund.

Der Prototyp teilte das Verfahren in Hochladen, Rechte, Beschreibung und Nutzung. Teilnehmer, die das alte Formular ausprobiert hatten, bevorzugten die neue Fassung. Am Ende erhielten sie den Code, mit dem sich das Bild in eine Wikiseite einfügen ließ. Der Beitrag hatte nach seiner Ankunft noch einen nachvollziehbaren nächsten Schritt.

Die Untersuchung fand zugleich Schwächen. Manche Nutzer erkannten im Titelfeld keine Möglichkeit zur Änderung des Dateinamens. Die Zurück-Schaltfläche des Browsers führte im Prototyp zum Anfang und ließ ihre Arbeit verschwinden. Eine vorgeschlagene Lizenz wurde begrüßt, während der Link zu anderen Optionen gelegentlich übersehen wurde. Die Befunde gaben konkrete Aufgaben vor: verständliche Beschriftung, sichtbare Entscheidungen und erhaltener Arbeitsstand.

Zum Projekt gehörte außerdem ein Comic, der Lizenzfragen erläuterte. Die Startankündigung vom Mai 2011 stellte ihn zusammen mit Gruppen von bis zu zehn Dateien, Vorschauen, automatisch gelesenen Metadaten und Hilfen bei Namenskonflikten vor. Das alte Formular blieb erreichbar.

Der Start bekam eine Pause

Die öffentliche Betaphase begann am 30. November 2010. Am 9. Mai 2011 wurde der Assistent zum Standard, kurz darauf jedoch deaktiviert. Laut technischem Archiv vermutete man zunächst einen Zusammenhang mit ResourceLoader. Nach weiteren Untersuchungen wurde das Werkzeug am 17. Mai wieder eingeschaltet.

Der Projektbericht überließ die Messung langfristiger Beteiligungseffekte späteren Arbeiten. Seine Unterlagen belegen bereits die praktische Verschiebung: Der Dienst bewahrte den unfertigen Beitrag auf, während der Mensch ihn vervollständigte. Das Internet hatte seinen Bildspendern ein Wartezimmer für ihre Dateien gebaut.

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