Summary

  • James Rice schlug auf der RIPE 93 Punkt-zu-Punkt-Ports zu Routern des Internetknotens vor. Layer-3-Weiterleitung soll das gemeinsame Layer-2-Peering-Netz ersetzen.
  • Wolfgang Tremmel warnte vor der Abgabe von Kontrolle an den Knoten. Ein kürzerer Pfad braucht erkennbare Regeln und jemanden, der fehlerhafte Entscheidungen korrigiert.

Ein Internetknoten stellt gewöhnlich die Begegnungsfläche bereit. Die angeschlossenen Netze bringen ihre Router mit und bestimmen ihre Peering-Beziehungen. James Rice schlug in einer RIPE-93-Diskussion am 26. Oktober eine andere Aufteilung vor: Jeder Port führt direkt zu Routern des Knotens; diese leiten auf Layer 3 weiter. Das gemeinsame Layer-2-Netz mit Route-Servern würde weichen. Rice nannte korrekte Weiterleitung, kürzere Pfade und Transit-Funktionen als Vorteile.

Bei Wolfgang Tremmel klingelte dabei eine andere Art von Alarm. Laut dem RIPE-NCC-Tagesbericht erinnerte Gert Döring daran, dass im Layer-2-Modell die Teilnehmer die Kontrolle behalten. Tremmel warnte, deren Übergabe an einen Layer-3-Knoten könne eine Büchse der Pandora öffnen. Publikum und Podium reagierten überwiegend vorsichtig. Eine Architekturentscheidung fiel an diesem Abend nicht.

Tremmel kennt die Seite des Betriebs, auf der solche Fragen landen. Seine RIPE-Biografie nennt den Einstieg als Netzingenieur bei Xlink 1994, spätere Verantwortung für Netzbetrieb und Peering sowie zehn Jahre als Leiter des DE-CIX-Kundensupports ab 2006. Seit 2016 führt er die DE-CIX Academy und erklärt dort BGP und andere Routing-Protokolle. Zudem ist er Mitvorsitzender der RIPE-IPv6-Arbeitsgruppe. Wer Routing unterrichtet, fragt beim Wort „automatisch“ nach der Person mit den Konfigurationsrechten.

Ein konkretes Layer-3-Angebot muss daher zeigen, welche Filter Mitglieder setzen können, wie sie tatsächliche Wege prüfen und wie ein Fehler des Knotens untersucht und behoben wird. Tremmel hat die Bedienungsanleitung eingefordert, während auf der Bühne noch die hübsche Netzzeichnung stand.