Zusammenfassung

  • Die Version 2 beta 6 vom Januar 1997 führte Frames und Stylesheets ein; für Browser ohne Frames blieb die alte Version zugänglich.
  • Mark Winter berichtete von mehr als 1.500 Rückmeldungen zur Neugestaltung. Gemeldete chemische Fehler waren weiterhin vorhanden, ihre Korrektur stand noch an.

Eine chemische Formel stellt an einen Browser andere Ansprüche als ein hübscher Begrüßungssatz. Hochgestellte und tiefgestellte Zeichen müssen ihren Platz finden. Griechische Buchstaben sollten die Reise ebenfalls überstehen. Schon die Darstellung konnte im frühen Web wissenschaftliche Handarbeit verlangen.

Ein Manuskript von 1995, an dem Mark Winter mitwirkte, erklärte genau diese Probleme. Die Autoren beschrieben, wie Browser Schriftarten und Größen bestimmten, und verwiesen auf die ungleiche Unterstützung wissenschaftlicher Zeichen. Mosaic beherrschte beispielsweise Hoch- und Tiefstellungen. Die Information musste zunächst lesbar beim Nutzer ankommen.

WebElements bot damals ein anklickbares Periodensystem, grafische Ansichten und zwei Onlineberechnungen für Isotopenmuster und Elementanteile. Nach Eingabe einer Formel ließ der Webserver einen Bestandteil von MacElements auf einem Macintosh rechnen; das Ergebnis kam als HTML zurück. Hinter dem kleinen Formular arbeitete bereits eine ganze Übergabekette.

Vor diesem Hintergrund bekommt eine Ankündigung vom 3. Januar 1997 in sci.chem ihren Reiz. Winter stellte WebElements 2 beta 6 vor, mit überarbeiteter Oberfläche, Frames und Stylesheets. Er bat besonders Nutzer geeigneter Internet-Explorer-Versionen um Rückmeldungen. Bei Browsern ohne Stylesheets erwartete er keine Schwierigkeiten und wollte von etwaigen Problemen erfahren.

Wer keine Frames anzeigen konnte, durfte die bisherige Version weiterverwenden, bis eine neue Fassung ohne Frames bereitstünde. Die Modernisierung ließ also einen alten Eingang offen. Zugleich schrieb Winter, die Dateien seien deutlich kleiner und sollten Downloads außerhalb des Vereinigten Königreichs beschleunigen. Messzeiten enthielt die Ankündigung keine.

Dann kam die Bemerkung, die jede glänzende Produktseite etwas blasser aussehen lässt: Die vielen chemischen Fehler, auf die aufmerksame Nutzer hingewiesen hatten, waren noch da. Ihre Korrektur sei der nächste Schritt. Das Periodensystem hatte einen neuen Rahmen bekommen; die offenen Datenarbeiten waren mit eingezogen.

Mehr als 1.500 Nachrichten hatten laut Winter die Neugestaltung mit angestoßen. Diese Zahl beschreibt Rückmeldungen. Wie viele chemische Fehler darunter waren, lässt sich aus der Mitteilung nicht zählen. Zugänglichkeit, Bedienung und Datenkorrektur beanspruchten jeweils Arbeit.

Winter dankte den Hinweisgebern und kündigte an, raue Stellen der Oberfläche nach seinem Urlaub zu bearbeiten. So zeigt der Text einen glaubhaften Schreibtisch: ein Stapel erledigt, der nächste wartet. Gerade die sichtbare Restarbeit machte die Meldung nützlich. Leser konnten erkennen, was die neue Version tatsächlich verändert hatte.

Ein frischer Anstrich verleiht auch alten Angaben leicht neue Würde. Diese Mitteilung ließ den Rotstift auf dem Tisch liegen, statt ihn aus dem Bild zu räumen.