Zusammenfassung

  • Betroffen sind die Systeme SJC2, AAE-1, AAG und TGN Intra Asia. Die Störungen beeinträchtigen rund 30 % der internationalen Internetkapazität Vietnams.
  • Viettel stellte über eine nutzbare IA-Verbindung zusätzliche 800 Gbit/s bereit, erweiterte APG um 300 Gbit/s und leitete einen Teil des Datenverkehrs auf dem Landweg über Laos nach Singapur um.

Die Fakten

Light Reading berichtete am 31. August, dass Störungen an vier Unterseekabelsystemen — SJC2, AAE-1, AAG und TGN Intra Asia (IA) — rund 30 % der internationalen Internetkapazität Vietnams beeinträchtigt hätten. Laut VnExpress war AAE-1 bereits seit Februar beeinträchtigt, während bei SJC2 am 25. August eine neue Störung auftrat. Auch bei AAG und IA bestanden Probleme. Die Reparatur von IA sollte voraussichtlich Anfang September beginnen. Für die anderen drei Systeme war noch kein Reparaturzeitplan bekannt gegeben worden.

Der vietnamesische Telekommunikationsbetreiber Viettel erklärte, die Störungen hätten seine IA- und AAE-1-Verbindungen beeinträchtigt. Das Unternehmen stellte über eine nutzbare IA-Verbindung zusätzliche internationale Kapazität von 800 Gbit/s bereit und erweiterte die Kapazität über das Asia-Pacific Gateway um 300 Gbit/s. Diese Kapazität sollte bis zum 31. August verfügbar sein. Viettel leitete außerdem Datenverkehr auf dem Landweg über Laos nach Singapur um und plante, die Kapazität auf dieser Route bis Ende August um weitere 1,5 Tbit/s zu erhöhen.

Die Bewertung

Viettel kann die beschädigten Kabel nicht nach einem eigenen Zeitplan wiederherstellen. Die unmittelbare Aufgabe besteht daher darin, auf den weiterhin funktionsfähigen Routen genügend Bandbreite zu finden. Das Unternehmen kann bereits vor Abschluss der Reparaturen reagieren, indem es Datenverkehr verlagert und die Kapazität alternativer Verbindungen erhöht.

Damit ist die verfügbare Reservebandbreite auf den verbliebenen Routen der unmittelbare Engpass. Eine Ausweichroute hilft nur, wenn sie über ausreichend ungenutzte Kapazität verfügt oder zusätzliche Kapazität schnell bereitgestellt werden kann. Viettel nutzt sowohl unterseeische als auch terrestrische Alternativen. Aus der Berichterstattung geht jedoch nicht hervor, dass sich die Dienstqualität für Kunden bereits vollständig normalisiert hat.

Für die Leser von BTW ist die Reservekapazität auf den verbliebenen Routen von Viettel die entscheidende Kennzahl, nicht allein die Anzahl der verfügbaren Kabel. Können diese Verbindungen den verlagerten Datenverkehr bis zum Abschluss der Reparaturen aufnehmen, greifen die Gegenmaßnahmen. Anhaltende Überlastungen zu Spitzenzeiten würden dagegen zeigen, dass weiterhin zusätzliche Kapazität benötigt wird.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten ist, ob die zusätzlichen 300 Gbit/s über APG und die geplanten 1,5 Tbit/s auf der Route Laos–Singapur in Betrieb gehen und ob Viettel weitere ADC-Kapazität aktiviert. Die Reparaturtermine für IA, SJC2, AAE-1 und AAG sowie mögliche Berichte über Leistungseinbußen zu Spitzenzeiten werden zeigen, ob die vorübergehend bereitgestellte Kapazität ausreicht, bis die beschädigten Systeme wieder verfügbar sind.

Quellen