Zusammenfassung
- Terry Manderson schlug 2006 vor, Whois-Änderungen per E-Mail nach einer Annahme der Regel innerhalb von zwölf Monaten stufenweise zu beenden.
- Der überarbeitete Plan gab den Nutzern achtzehn Monate. Auch er fand keinen Konsens; APNIC verzeichnet den Rückzug im August 2007.
APNICs automatischer Update-Posteingang war für die Registry ein Postfach und für viele Mitglieder ein schreibender Zugang zum Register. Neben dem zertifikatsgeschützten MyAPNIC konnten sie Whois-Objekte als Klartext per E-Mail ändern. Terry Mandersons erster Entwurf legte 2006 die Schwächen offen: Absender und Inhalt waren nur unzureichend abzusichern, Spam und Viren belasteten die Verarbeitung, und automatische Antworten auf echte Änderungen landeten teilweise in den Filtern der Mitglieder. Eine Schnittstelle, die Schreibarbeit erleichterte, machte die Bestätigung dieser Arbeit unzuverlässig.
Manderson stellte einen Ersatz daneben: XML/REST-Transaktionen über HTTPS mit Zertifikaten, eine Testumgebung und Kommandozeilenbeispiele. Nach einer möglichen Annahme sollten E-Mail-Änderungen für Domain-Objekte nach vier Monaten, für Adress- und ASN-Objekte nach acht und für alle übrigen nach zwölf Monaten enden. Die Fristen waren ein Vorschlag unter Vorbehalt der Annahme. Kein Beleg in dieser Akte macht daraus tatsächliche Abschalttermine.
In den Protokollen von APNIC 22 erscheint die andere Seite der Rechnung. Warum sollten Mitglieder, die E-Mail-Updates bereits automatisierten, ihre Verfahren aufgeben, während andere MyAPNIC nutzen konnten? Ein Beitrag hielt fest, dass auch E-Mail abgesichert werden könne. Ein weiterer trennte die Einführung synchroner Updates von der Abschaffung des bisherigen Kanals. Der Vorsitz stellte keinen Konsens für prop-037 fest, wohl aber für eine Arbeitsgruppe. Die Versammlung wollte die Frage bearbeiten, nicht den alten Eingang bereits schließen.
Der Entwurf vom Februar 2007 trug nun den Namen des APNIC-Sekretariats. Ein Prototyp sollte nach sechs Monaten bereitstehen, Objektgruppen nach zehn und vierzehn Monaten umziehen und die E-Mail nach achtzehn Monaten ganz auslaufen. Das war ein halbes Jahr mehr als in Mandersons erster Fassung. Das offizielle Verfahrensprotokoll hält fest: Auch APNIC 23 erreichte keinen Konsens; am 16. August 2007 wurde der Vorschlag zurückgezogen.
Wie viele Skripte tatsächlich am Posteingang hingen und was ihre Umstellung gekostet hätte, beziffern diese Primärquellen nicht. Eine Nutzungszählung und konkrete Migrationsaufwände würden die Last messbar machen. Schon ohne sie zeigt die Verlängerung, wo der Streit lag: APNIC konnte die neue Schnittstelle planen, doch die Mitglieder mussten ihre laufenden Systeme umbauen.
Die Identität des Porträts beruht auf dem namentlich gekennzeichneten IETF-Foto von Terry Manderson.
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