Summary
- Iain Couchers zweite Amtszeit als Ofwat-Vorsitzender begann am 1. Oktober und endet mit der Gründung der neuen integrierten Wasseraufsicht, spätestens am 30. Juni 2029.
- Bis zur Übergabe behält Ofwat seine bisherigen gesetzlichen Befugnisse. Der angekündigte Übergangsplan muss noch sichtbar machen, wer während des Umbaus für welche Funktion verantwortlich ist.
Zwei Fristen für ein Amt
Die Mitteilung zur Wiederernennung setzt zwei mögliche Endpunkte: die Gründung der neuen integrierten Wasseraufsicht oder spätestens den 30. Juni 2029. Couchers Amtszeit begann am 1. Oktober 2026, fünf Tage vor Veröffentlichung der Mitteilung. Das ist eine Übergangslösung und keine Ernennung an die Spitze der Nachfolgebehörde.
Die bestehende Aufsicht bleibt während der Vorbereitung zuständig. Laut Mitteilung arbeitet Ofwat uneingeschränkt weiter, behält seine gesetzlichen Befugnisse und stimmt sich mit Defra und Partnerbehörden ab. Das Weißbuch beschreibt die geplante Behörde für England: Sie soll einschlägige Aufgaben von Ofwat, der Drinking Water Inspectorate, der Environment Agency und Natural England bündeln. Bis zur rechtlichen Errichtung der neuen Behörde behalten die bestehenden Regulierer sämtliche Befugnisse und Verantwortlichkeiten.
Mit der Gründung ist die Übergabe nicht automatisch abgeschlossen
Die Regierung hat einen Übergangsplan für 2026 angekündigt. Er soll einen Fahrplan, Zuständige für jede Änderung, genügend Kapazität neben dem laufenden Betrieb sowie Governance und messbare Fortschrittsprüfungen festlegen. Auch die strategische Erklärung für die Environment Agency vom März bestätigt, dass sie ihre Wasseraufsicht und Vollzugsaufgaben bis zur Errichtung der einheitlichen Behörde weiterführt.
Damit ist die gegenwärtige Zuständigkeitsgrenze klar, der praktische Übergabeplan aber noch nicht: Wer übernimmt laufende Verfahren, wie wird die Preisüberprüfung weitergeführt und welche Unterlagen belegen den Abschluss des Transfers? Die Mitteilung beantwortet das nicht. Sie sagt auch nicht, dass Coucher die neue Behörde leiten wird.
England und Wales haben getrennte Reformpfade
Die geplante integrierte Aufsicht ist für England vorgesehen. Das Weißbuch hält fest, dass die Wassersysteme in England und Wales eigenständig sind. Die künftige Wirtschaftsregulierung, der Verbraucherschutz und die Interessenvertretung in Wales werden noch mit der walisischen Regierung beraten. Ofwat reguliert derzeit die wirtschaftliche Seite der Wasser- und Abwasserversorgung in beiden Landesteilen; seine spätere Rolle lässt sich daher nicht als einheitliche Übergabe für das ganze Vereinigte Königreich beschreiben.
Der Governance-Test ist konkret: Der Übergangsplan muss vor der rechtlichen Gründung erscheinen, für jede Funktion und jedes laufende Verfahren eine verantwortliche Behörde nennen und die Fortführung grenzüberschreitender Aufgaben zeigen. Beteiligung kann den Plan verbessern, ersetzt aber weder einen entscheidungsbefugten Verantwortlichen noch einen rechtlichen Übergabenachweis.
Quellen
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