Zusammenfassung

Die erste Umbenennung führte zur zweiten

Phoenix war der Name des schlanken Mozilla-Browsers. Der Bericht vom April 2003 schildert eine Bitte von Phoenix Technologies um Änderung. Das Unternehmen baute BIOS-Software und einen eingebetteten Browser. Mozilla entschied sich für Firebird. Nach eigener Aussage hielten seine Rechtsberater den neuen Namen mit bestehenden browserbezogenen Marken für vereinbar.

Das Wort „browserbezogen“ verrät die Grenze dieser Betrachtung. Firebird gab es bereits als Open-Source-Datenbank. Für deren Team war das keine fernliegende Produktkategorie auf einer Liste, sondern der Name, unter dem es Versionen, Hilfetexte und seine Arbeit veröffentlichte. Beide Projekte bewegten sich zudem durch ähnliche Download- und Paketkanäle.

In einer Erklärung vom 14. April 2003, die das Datenbankprojekt in einer eigenen Publikation aufbewahrt, lehnten seine Verantwortlichen Mozillas Wahl entschieden ab. Sie sagten, Mozilla habe vor der Entscheidung keinen Kontakt aufgenommen. Sie verwiesen auf frühere Nutzung und befürchteten Schaden für das Vertrauen in der Community sowie Probleme mit Distributoren. Das waren Aussagen der Betroffenen aus dem laufenden Streit, kein Gerichtsurteil.

Ein Zusatz vor dem Namen änderte wenig

Der Firebird-Nachtrag vom 29. April hält fest, dass die Projektverantwortlichen zusammen mit dem FirebirdSQL-Foundation-Komitee und IBPhoenix-Leuten am 25. April einen formellen Brief an Mozilla geschickt hatten. Danach bemerkten sie eine vorläufige Namensregel: „Mozilla Firebird browser“, möglichst „Mozilla browser“. Für Firebird war die längere Form eine Reaktion, aber kein Verzicht auf den umstrittenen Kern des Namens.

Ein Programmname wandert weit über die Startseite hinaus. Er steht in Paketverzeichnissen, Anleitungen, Suchergebnissen, Dateinamen und Empfehlungen. Die Datenbank Firebird hätte in jedem dieser Kanäle erneut erklären müssen, warum auch ein Browser so heißt. Genau deshalb sprach das Team in seiner ursprünglichen Erklärung von Verteilung und Ansehen. Der Streit betraf nicht nur die Ästhetik zweier Logos, sondern die auffindbare Identität zweier laufender Projekte.

Mozilla verfügte über den Namen seines Browsers. Daraus folgte keine Zuständigkeit, dem anderen Projekt die dauerhafte Erklärungsarbeit aufzubürden. Die Kategorien „Browser“ und „Datenbank“ halfen bei der juristischen Einschätzung; im gemeinsamen Softwarehandel trafen die Namen trotzdem aufeinander.

Der dritte Name landete im Download

In der Firefox-FAQ erklärt Mozilla, Firebird sei wegen der Überschneidung mit einem anderen freien Projekt geändert worden. Gleichzeitig blieb die Stiftung bei ihrer Ansicht, die frühere Verwendung habe dessen Marke nicht verletzt. Die FAQ nennt Projektleiter, Vorschläge aus der Community und eine Gruppe von ungefähr zwölf Beschäftigten und Beteiligten als Mitwirkende an der neuen Wahl. Eine Beschwerde von außen veränderte damit eine Entscheidung im Inneren.

Am 9. Februar 2004 wurde Firefox 0.8 veröffentlicht. Diese Version war noch eine Vorschau, nicht die spätere 1.0. Der neue Name kam mit Logo und Werbekampagne; Mozilla sprach in seiner FAQ auch von begonnenen Schritten zur US-Markenregistrierung. Nach Phoenix und Firebird musste der dritte Name die nächste Version überdauern.

Zwei verschiedene Einwände prägen die Chronologie. Phoenix Technologies löste den ersten Namenswechsel aus. Das Firebird-Datenbankprojekt wehrte sich gegen die zweite Wahl. Mozilla konnte seine eigene Rechtsauffassung behalten und trotzdem den Namen ändern. Das überprüfbare Ergebnis steht auf der Veröffentlichung von 0.8: Firefox war nun der Browser; Firebird blieb der Name der Datenbank.