Zusammenfassung
- Kobe vergab rund 3 km und 17.000 m² eines alten Förderbandtunnels an Mitsui Fudosan und Kumagai Gumi; die mögliche Mietdauer beträgt 10 bis 20 Jahre, die Jahresmiete 7.572.000 Yen.
- Der erste Betrieb ist für Ende 2027 geplant, langfristig sollen bis zu 20 MW Stromaufnahme möglich werden. Leistung der ersten Phase, Umbauetat und vertraglich gebundene Kunden sind nicht veröffentlicht.
Ein Rechenzentrum unter einem Berg für 7.572.000 Yen Miete im Jahr: Kobe hat eine Zahl veröffentlicht, die wie ein Buchungsfehler klingt. Die Stadt vergibt etwa drei Kilometer eines früheren Förderbandtunnels mit rund 17.000 Quadratmetern Fläche. Rechnerisch sind das ungefähr 445 Yen je Quadratmeter im Jahr oder 37 Yen im Monat. Weil auch die Fläche nur ungefähr angegeben ist, bleibt der Einheitspreis eine Näherung. Für eine Schlagzeile reicht sie. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung fehlt der größere Teil.
Der Tunnel transportierte Erde aus den Bergen zur Küste und half beim Bau von Wohngebieten, Industrieparks und der Aufschüttung für den Flughafen Kobe. Im September 2005 endete der Förderbetrieb. Nun führen Mitsui Fudosan als Vertreter und Kumagai Gumi als beteiligtes Unternehmen das Vorhaben. Sie planen Container-Rechenzentren; Getworks soll den Betrieb übernehmen.
Mitsui zufolge liegt die Temperatur im Tunnel ganzjährig zwischen 15 und 20 Grad. Vorgesehen ist eine Wasserkühlung mit zirkulierendem Grundwasser. Nach Angaben des Projektberaters Pacific Consultants liegt der größte Teil der Fläche mehr als 40 Meter unter der Erde. Aus einem Transportweg für Erdreich wird ein Ort, an dem Strom und Kühlwasser zu Servern und Wärme von ihnen weg müssen.
Die Stadt nennt eine mögliche Mietdauer von 10 bis 20 Jahren, aber keine endgültig vereinbarte Laufzeit. Veröffentlicht sind die Jahresmiete und der Zuschlag aus der Ausschreibung mit Nutzungsauflagen. Die erste Betriebsphase soll Ende 2027 starten. Die 20 MW bezeichnen ein angestrebtes künftiges Maximum der Stromaufnahme – weder die Leistung zum Start noch IT-Last, Kundennachfrage oder bereits angeschlossene Kapazität.
Eine niedrige Miete bezahlt den Standort. Sie bezahlt nicht den Umbau, elektrische Anlagen, Kühlkreisläufe, Notstrom, Glasfaser, Sicherheit, Bauarbeiten oder Finanzierung. Die Projektpartner haben weder Umbauetat noch erste MW, Strompreis, feste Kunden, erwartete Auslastung oder Umsatz genannt. 37 Yen im Monat pro Quadratmeter sind die einfachste Zeile der Tabelle. Den Ertrag bestimmen die unbekannten Zeilen.
Die Risiken liegen bei verschiedenen Parteien. Kobe stellt öffentliches Eigentum bereit und kassiert Miete. Mitsui und Kumagai entwickeln und bauen; Getworks soll die Anlage betreiben. Verzögert sich der Stromanschluss oder der Umbau, bleibt die Tunnelmiete niedrig und der Rechenzentrumsumsatz bei null. Kundenverträge vor dem Gerätekauf geben dem Ausbau eine Nachfragebasis. Wer vorher baut, lässt Kapital und Kühlung auf belegte Racks warten.
Die nächste relevante Mitteilung sollte vier Werte nennen: Stromleistung der ersten Phase, Umbauinvestition, vertraglich gebundene Kundenlast und Termin der Inbetriebnahme. Diese Zahlen zeigen, ob Kobe ein günstiges digitales Infrastrukturprojekt gefunden hat – oder nur eine billige Adresse für einen teuren Umbau.
Quellen: Zuschlag der Stadt Kobe; Projektmitteilung von Mitsui Fudosan; Projektangaben von Pacific Consultants; Geschichte des Tunnels, Stadt Kobe.
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