Zusammenfassung

  • iSpot führte neben einem Aktivitätswert acht Bewertungen für Organismengruppen; bei einer wahrscheinlichen Bestimmung zählte das Ansehen im passenden Fachgebiet.
  • Frühere Namensvorschläge blieben sichtbar. Eine Bestimmung konnte besser werden, indem sie sich auf die Gattung beschränkte, statt eine Art zu behaupten.

Fünf Vogelabzeichen sehen stattlich aus. Ein Pilz lässt sich davon wenig beeindrucken. Bei iSpot hatte die Kenntnis von Pilzen und Flechten eine eigene Bewertung. Wer sich mit Vögeln einen Namen gemacht hatte, musste sein Können dort eigens zeigen. Das Internet bekam eine kleine Zuständigkeitsordnung.

The Open University startete die zunächst vor allem in Großbritannien genutzte Website im Juni 2009. Die 2015 veröffentlichte Studie des Projektteams beschreibt den Ablauf: Beobachtungsfoto hochladen, eine breite Organismengruppe wählen, gegebenenfalls einen Namen vorschlagen. Andere konnten zustimmen, eine Alternative nennen und ihre Gründe erläutern. Eine südafrikanische Schwesterseite kam im Juni 2012 hinzu.

Neun Dimensionen bildeten den Ruf eines Teilnehmers ab. Eine zählte soziale Aktivität, etwa Kommentare. Acht weitere erfassten Bestimmungen in Gruppen wie Vögeln, Pflanzen oder Wirbellosen. Auf der Seite einer Vogelbeobachtung erschienen Vogelabzeichen; die vollständige Übersicht stand im Profil. Wer viel redete, sammelte damit Gesprächspunkte. Botanische Sachkunde musste auf anderem Wege wachsen.

Für eine wahrscheinliche Bestimmung addierte das System das passende Ansehen des Vorschlagenden und der Zustimmenden. Die Summe musste eine vorgegebene Schwelle überschreiten. Erfüllten mehrere Namen die Bedingung, setzte sich das höhere Gewicht durch. Zustimmung von kundigen Teilnehmern half zugleich dem ursprünglichen Vorschlagenden, eigenes Ansehen aufzubauen. Der soziale Punktestand ging in diese Namenswahl nicht ein.

Am Anfang stand eine menschliche Auswahl: Eine kleine Zahl außerhalb der Website anerkannter Fachleute bekam einen Startwert. Daneben konnten alle Teilnehmer durch ihre Beiträge eine erworbene Bewertung aufbauen. So ließ sich Felderfahrung mitbringen, während Anfänger eine eigene Geschichte brauchbarer Bestimmungen entwickeln konnten.

Die Begründungen gehörten zum Angebot. Martin Harvey schrieb im Juni 2010, dass Teilnehmer erklären sollten, weshalb sie eine Art oder Gruppe vorschlugen. Die Folge der Vorschläge blieb sichtbar, ähnlich den Bestimmungsetiketten an einem Museumsexemplar. Die Studie von 2015 hält fest, dass Vorschlagende ihre früheren Namen nicht entfernen konnten. Ein Irrtum durfte also noch Unterricht geben.

Manchmal bestand der Fortschritt darin, eine genaue Angabe zurückzunehmen. In elf beschriebenen Fällen war Bibio marci vorgeschlagen worden, während die ausgewählte Bestimmung bei Bibio sp. blieb. Die vorliegenden Merkmale reichten für die Fliegengattung, aber nicht zur Unterscheidung der Arten. Der kürzere Name war hier die sorgfältigere Arbeit.

Für einen Vergleich werteten die Forschenden 14.611 britische Beobachtungen mit zwei im UK Species Inventory enthaltenen Namen aus. Bei 18 Prozent der Vergleiche lag die ausgewählte Bestimmung auf einer breiteren taxonomischen Ebene als die Alternative. Die Autoren deuteten das als übertriebene Genauigkeit der anderen Benennung. Der Dienst konnte Wissen zeigen, indem er einen Teil der Antwort wegließ.

Auch die acht Fachschubladen waren grob geschnitten. Käfer und Seesterne landeten beide unter Wirbellosen. Pflanzenkenntnis hing zudem von der Region ab, in der sie erworben worden war. Das Team wollte deshalb besser sichtbar machen, welche Beiträge hinter einem Ruf standen. Die Abzeichen brauchten einen nachlesbaren Lebenslauf.

iSpot verband Menschen über eine konkrete Beobachtung und gab ihrer Zustimmung ein fachlich begrenztes Gewicht. Zugleich blieb der Weg zur Antwort erhalten. Der Pilz blieb schwierig; wenigstens musste er sich nicht mit fremden Orden abfinden.