Summary
- Für die Umsetzung der gTLD-Runde 2026 kalkulierte ICANN einen Gebührenanteil von 70 Millionen Dollar auf Basis von 1.000 Anträgen. Dem Finanzausschuss wurde berichtet, dass rund 1.600 Anträge eingingen und etwa 110 Millionen Dollar für diesen Zweck vereinnahmt wurden.
- Den Überschuss will ICANN voraussichtlich über die antragszahlabhängige Rückerstattung abgeben. Entscheidend sind die endgültigen Kosten, bezahlte Anträge und die bei Antragstellung getroffene Wahl zur Rückzahlung.
Die Kalkulation hatte Platz für tausend Anträge. An der Tür standen ungefähr sechshundert mehr. Im am 22. Oktober veröffentlichten Protokoll des Finanzausschusses bezifferten ICANN-Mitarbeiter den für Umsetzungskosten erhobenen Betrag auf rund 110 Millionen Dollar. Benötigt würden 70 Millionen. Die Differenz von ungefähr 40 Millionen Dollar soll nach ihrer Darstellung als Mengenrückerstattung an Antragsteller zurückfließen.
Für die Auszahlung ist die einfache Subtraktion nur der Anfang. Das offizielle Antragshandbuch verlangt mehr als 1.000 eingegangene Anträge und die Deckung der Umsetzungskosten. Wer einen Antrag einreichte, musste damals auswählen, ob er eine mögliche Rückerstattung erhalten will. Ein Verzicht lässt sich später nicht zurücknehmen. Berücksichtigt werden bezahlte Anträge; geförderte Antragsteller erhalten einen Betrag im Verhältnis zu ihrer ermäßigten Gebühr. Auch die endgültigen Umsetzungskosten bestimmen die Höhe. Die Gebühren-FAQ von ICANN trennt diese Zahlung von Erstattungen bei zurückgezogenen Anträgen.
Die tatsächlich für die Umsetzung benötigten 70 Millionen Dollar haben einen eigenen Rückweg. Laut Mitarbeiterbericht fließen je 35 Millionen in den Project Fund und in Mittel aus Antragsgebühren der Runde von 2012 zurück. Daneben empfahl der Ausschuss, 20 Millionen Dollar aus dem operativen Überschuss des Haushaltsjahres 2026 in den Project Fund zu überweisen. Dass derselbe Fonds zweimal auftaucht, macht die Zahlungen nicht zu einer einzigen Transaktion. Wer beides vermengt, verliert ausgerechnet die Herkunft des Geldes aus dem Blick.
James Galvin und Byron Holland nahmen an der Beratung über Kostenersatz und Mengenrückerstattung nicht teil; das Protokoll nennt keinen Grund für ihren Ausstand. Der Ausschuss verlangte zudem eine klare Erklärung für die Verwendung der Rundengelder. Was nun zählt, ist eine veröffentlichte Rechnung mit Endkosten, Zahl der zahlenden Antragsteller mit Rückerstattungswahl, Behandlung der Rabatte und Auszahlungsterminen. Die Einnahmenseite ist beziffert. Die Rückseite des Kassenbons fehlt noch.
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