Zusammenfassung
- Exelons September-Einreichung bei PJM umfasst rund 37 GW Großlast-Anfragen. Rund 12 GW Kapazität gelten als hochwahrscheinlich, bereits laufende Projekte eingeschlossen; die Nachfrageprognose liegt bei etwa 6 GW 2031 und 8,7 GW 2040.
- PJM veröffentlicht seine langfristige Lastprognose für 2027 im Januar. Entscheidend ist, welche Projekte nach Vertragsprüfung und Hochlaufannahmen in den einzelnen Jahren stehen bleiben.
Vom Anschlusswunsch zur Jahreslast
Am 29. September legte Exelon PJM seine Großlastanpassung vor. Die Liste umfasst rund 37 GW angefragte Kapazität. Davon stuft Exelon etwa 12 GW als hochwahrscheinlich ein, einschließlich bereits in Betrieb befindlicher Last; rund 25 GW an Anfragen bleiben außerhalb der Prognose. Im Vorjahresansatz hatte der hochwahrscheinliche Ausgangswert noch 19 GW betragen. Für die Nachfrage rechnet Exelon mit ungefähr 6 GW im Jahr 2031 und 8,7 GW im Jahr 2040, aufgeteilt in 7,5 GW im ComEd-Gebiet und 1,2 GW bei PECO.
Kapazität beschreibt, was ein Projekt abrufen möchte. Nachfrage beschreibt, wann und wie viel davon voraussichtlich auf dem Netz erscheint. Für die Aufnahme verlangt Exelon einen unterzeichneten Transmission Security Agreement (TSA) oder eine vergleichbare bindende Vereinbarung samt eingereichtem Letter of Credit. Ohne TSA muss ein Projekt Phase 1 der Planung erreicht haben; der Kunde muss eine finanzielle Anzahlung leisten und die Engineering-Kosten müssen genehmigt sein. TSA-Projekte erhalten eine Hochlaufannahme von etwa vier Jahren und 80% Auslastung. Der Standardfall rechnet mit acht Jahren und 70%.
Mit dem Zeitplan verändert sich die große Kapazitätszahl in einen kleineren, späteren Nachfragepfad.
Der Zählerstand liefert einen anderen Maßstab. Exelons Ergebnispräsentation vom 30. Oktober weist für bereits laufende Rechenzentren im ComEd-Gebiet in Nord-Illinois bis September 2026 etwa 800 MW aus. Gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum ab September 2022 nennt das Unternehmen ein jährliches Wachstum von 28%. Das ist abgerechnete Bestandslast. Die PJM-Liste enthält auch künftige Projekte in ComEd und PECO.
Im Oktoberbericht steht daneben eine unternehmensweite Zahl von rund 11 GW „high probability load“: etwa 9 GW bei ComEd und 2 GW im Mid-Atlantic. Exelon zufolge sind rund 45% der ComEd-Menge durch TSAs gedeckt, die mit etwa 1,2 Mrd. US-Dollar Sicherheiten hinterlegt sind. Die PJM-Einreichung umfasst dagegen Rechenzentren in ComEd und PECO und meldet 12 GW hochwahrscheinliche Kapazität. Eine öffentliche Projektliste, die beide Aggregate verbindet, gibt es nicht. Es fehlt der Abgleich nach Gebiet, Vertragsstatus und Inbetriebnahmejahr.
PJM verlangt Angaben je Kunde: Eigentümer und Standort, Grundstückssicherung und Genehmigungen, Projektphase sowie finanzielle Verantwortung. Fehlende Kundendaten können zur Ablehnung oder Kürzung eines Anpassungswerts führen. Aus der Kapazitätszahl wird damit eine prüfbare Bau- und Kreditakte.
Die Prognose bekommt ein Preisschild aus Stahl
PJM sagt, dass es keine Last-Anschlusswarteschlange gibt. Verteilnetzbetreiber und Load-Serving Entities reichen Anpassungen für die langfristige Lastprognose ein; der Vertragsstatus dient der Bewertung fester Zusagen. Als Beispiele für nahe Projekte nennt PJM eine Electric Service Obligation oder ein Construction Commitment. Weiter entfernte Vorhaben bleiben unverbindlich. Die endgültigen Anpassungen sind für November/Dezember vorgesehen, der 2027-Bericht für Januar.
Exelon beziffert neue Übertragungsmöglichkeiten zum Anschluss zugesagter Hochdichte-Last auf mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Zusätzlich nennt das Unternehmen 12–17 Mrd. US-Dollar an Möglichkeiten jenseits seines Plans. Diese Schätzung stammt aus Q1 2026 und liegt überwiegend ab 2030. Das sind identifizierte Chancen, keine genehmigte Ausgabenliste.
Die nächste PJM-Kurve gehört nach Jahr gelesen. Bleibt die nahe Last stabil und rutschen spätere Jahre nach hinten, ist der Hochlauf die entscheidende Variable. Sinkt der feste nahe Anteil, verliert ein vorgezogener Netzausbau an Rückhalt. Messwert, angefragte Kapazität und prognostizierte Nachfrage brauchen getrennte Zeilen. Sonst baut der Markt eine Überschrift und das Netz eine Anlage.
Quellen
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