Zusammenfassung

  • Angemeldete Leser konnten durch Links oder Suchvorgänge zwischen zwei Knoten gegenseitige Verbindungen schaffen; wiederholte Wege erhöhten deren Stärke.
  • Die Linktabelle vereinte beiläufiges Stöbern, gezielte Pflege, Werbung und Kommentare. Gespeicherte Verbindungen mussten um begrenzte sichtbare Plätze konkurrieren.

Im März 2000 hatte ideath einen Vorschlag für Everything2-Leser, denen gerade kein eigener Text einfiel: die Texte anderer miteinander verbinden. Schlecht angebundene Einträge finden, verwandte Inhalte zusammentragen, Ortskenntnis im Archiv weitergeben. Dafür gab es weder Erfahrungspunkte noch einen zusätzlichen veröffentlichten Beitrag auf dem Konto. Die Bibliothek hatte ihr Personal mitten im Publikum gefunden.

Der kurze Eintrag „Softlink binge“ hielt eine leicht übersehene Gemeinschaftsarbeit fest. Everything2 versammelte einzeln verfasste Texte auf Themenseiten, den sogenannten Knoten. Schreiben füllte die Sammlung. Jemandem den nächsten sinnvollen Weg zu zeigen, war eine weitere Leistung.

Die erhaltenen Erklärungen zu Softlinks, darunter Beiträge von 2001 und 2002, beschreiben den Ablauf. Ein angemeldeter Nutzer ging von einem vollständigen Knoten aus, folgte einem Link im Text oder suchte einen anderen Titel und öffnete ihn. Dadurch entstand an beiden Enden eine Verbindung. Unter den Texten zeigte eine Tabelle mögliche nächste Ziele. Häufiger begangene Verbindungen wurden stärker und rückten nach oben.

Der Rückweg war dabei entscheidend. Ein gewöhnlicher Textlink schickte Leser woandershin. Ein gegenseitiger Softlink konnte zugleich unter einem anderen Thema einen Zugang zum Ausgangstext schaffen. Virgil verglich diese Arbeit im Januar 2001 mit der eines Bibliothekars: Wer die Sammlung kannte, konnte Inhalte zusammenbringen, die eine Titelsuche nicht ohne Weiteres verband.

Auf dem Bildschirm wurde es allerdings eng. Ein Frage-und-Antwort-Beitrag von passport aus dem März 2002 nannte 48 sichtbare Links für gewöhnliche registrierte Nutzer und 24 für nicht angemeldete Besucher. Die Datenbank konnte mehr speichern. Eine neue Verbindung blieb unter einem stark vernetzten Thema womöglich unsichtbar, weil kräftigere Verbindungen die Auslage bereits besetzten. Im Lager war noch Platz; das Schaufenster hatte andere Maße.

Gezielte Arbeit konnte deshalb die Reihenfolge beeinflussen. Dieselbe Erklärung beschrieb, wie wiederholtes Durchlaufen einen Link nach oben brachte. Sie empfahl außerdem, ältere Texte auch nach ihrem Verschwinden aus der Neuheitenliste weiter anzubinden. Die Veröffentlichung verschaffte einen ersten Auftritt. Weitere Zugänge musste jemand pflegen.

Die Motive waren vielfältig. stylee beschrieb im August 2000 Verweise auf verwandte Informationen, Werbung für passende eigene ältere Texte, Wortspiele und Kommentare. Eine überraschende Verbindung konnte einen Zusammenhang zeigen oder eine Meinung ausdrücken. Die Tabelle bündelte all diese Gesten. Hinter einem tief ausgetretenen Weg konnte auch ein besonders fleißiger Gärtner stehen.

Ein konkreter Wartungsauftrag findet sich im Tagebucheintrag vom 4. Januar 2000. pingouin erwog, die eigenen alten Knoten nacheinander aufzusuchen und ihre Softlinks von Hand wiederherzustellen. Dazu kam die Frage, ob Everything2 die bequeme beidseitige Verknüpfung des Vorgängers bekommen werde. Das war die dokumentierte Sorge eines einzelnen Nutzers: Die Texte lohnten den erneuten Besuch, ihre Zugänge brauchten eigene Aufmerksamkeit.

Der erhaltene Leitfaden von Everything2 Help, der Aktualisierungen bis 2022 ausweist, trennt die Aufgaben. Autoren setzen Links in ihre Texte. Die Navigation angemeldeter Nutzer erzeugt Softlinks unter den Knoten. Die Redaktion kann Firm Links anlegen, die zum passenden Ziel führen. Verschiedene Befugnisse zur Leserlenkung teilen sich eine Seite.

Everything2 machte das Umherstreifen produktiv. Einer folgte seiner Neugier und hinterließ eine Verbindung, ein anderer pflegte den Weg bewusst. Der nächste Besucher bekam eine Karte aus Interesse, Sorgfalt und Ehrgeiz. Ein stark begangener Pfad konnte auch davon erzählen, wie viel Mühe jemand auf ihn verwendet hatte.