Zusammenfassung
- PayPal schätzte zum 31. Dezember 2001, dass rund 71 Prozent aller eBay-Auktionen PayPal ausdrücklich akzeptierten; bei eBay Payments, dem früheren Billpoint, waren es etwa 25 Prozent. Die Stichprobe erfasste angebotene Zahlungsmethoden, keine abgewickelten Zahlungen.
- eBay kaufte 2002 den restlichen Anteil eines Billpoint-Partners zurück, übernahm PayPal im Oktober und plante, Billpoint im ersten Halbjahr 2003 schrittweise einzustellen.
Auf der Auktionsseite lag die Ware. Die Zahlungszeile führte aus dem Schaufenster hinaus. In seinem Geschäftsbericht für 2001 schätzte PayPal, dass es am 31. Dezember in ungefähr 71 Prozent aller eBay-Auktionen ausdrücklich als Zahlungsmöglichkeit genannt wurde. Für eBay Payments, früher Billpoint, nannte PayPal etwa 25 Prozent. Das Unternehmen stützte sich nach eigener Aussage auf regelmäßige, zufällige und gewichtete Stichproben von Angeboten. Ein Angebot konnte beide Dienste nennen. Die Zahlen zeigen die Entscheidung der Verkäufer über akzeptierte Optionen, nicht den Anteil tatsächlich abgewickelter Zahlungen.
Der Befund war für beide Seiten unbequem. PayPals Kunden ordneten 66,9 Prozent des 2001 verarbeiteten Zahlungsvolumens in Dollar Käufen auf Online-Auktionsseiten zu, besonders eBay. Dieser Wert umfasst Auktionsseiten insgesamt und ist keine eBay-spezifische Transaktionsquote. Gleichzeitig erklärte PayPal, es habe keinen Vertrag mit eBay. Der Marktplatz könne die Werbung für PayPal einschränken oder seinen eigenen Dienst vorschreiben. Das war eine Risikobeschreibung, kein Beleg für eine bereits verhängte Sperre. PayPal wuchs auf fremdem Boden; eBay sah einen wichtigen Teil des Geschäftsabschlusses außerhalb seiner eigenen Kasse stattfinden.
Diese Kasse hatte eine Beteiligungsgeschichte. Laut eBays Form 10-K für 2002 kaufte eBay Billpoint im Mai 1999. Im Februar 2000 erhielt Wells Fargo Bank ungefähr 35 Prozent der Anteile. Im Januar 2002 holte eBay diesen Minderheitsanteil für etwa 43,5 Millionen Dollar in bar zurück. Der Fusionsprospekt erläutert den praktischen Effekt: Für eine Transaktion mit PayPal brauchte eBay nun keine Zustimmung von Wells Fargo mehr. Der eigene Zahlungsdienst war somit nicht nur ein technisches Produkt, sondern auch eine vertragliche Bindung.
Im Januar 2002 bot eBay laut Prospekt zunächst Aktien im Wert von 825 Millionen Dollar für PayPal. PayPal lehnte ab. Gespräche wurden abgebrochen, wieder aufgenommen und erneut beendet, bevor eine Einigung zustande kam. Ein Marktplatzbesitzer konnte einen externen Zahlungsdienst nicht einfach wie einen Menüpunkt umstellen. PayPal brachte ein eigenes Netz von Konten und eine sichtbare Akzeptanz bei Verkäufern in die Verhandlungen ein.
Am 3. Oktober 2002 übernahm eBay PayPal per Aktientausch. Beide Dienste wurden im Geschäftsbericht zum Segment Payments zusammengeführt; Billpoint sollte nach eBays damaligem Plan in der ersten Hälfte 2003 abgewickelt werden. Billpoints Transaktionserlöse waren 2001 gewachsen. Das Wachstum des Zahlungssegments 2002 erklärte eBay jedoch vor allem mit dem PayPal-Kauf. Zwischen dem 4. Oktober und dem 31. Dezember erzielte PayPal 72,6 Millionen Dollar Nettoerlöse aus Transaktionen. Dieser Zeitraum nach der Übernahme ist kein vollständiges Geschäftsjahr und taugt nicht als direkter Jahresvergleich mit Billpoint.
Der Besitzer der Auktionsseite kaufte schließlich das Zahlungsnetz, das Verkäufer bereits häufiger in ihren Angeboten nannten. Billpoint wurde nicht deshalb belanglos, weil eBay keine Software bauen konnte. Die Verkäufer und Käufer hatten eine andere Verbindung eingeübt. Als eBay diese Verbindung übernahm und den eigenen Dienst auf den Auslaufpfad setzte, wurde sichtbar, wo in einem Online-Markt Macht entstanden war: nicht nur beim Einstellen des Angebots, sondern beim erwarteten Weg vom Zuschlag zum Geld.
Originalunterlagen
- PayPal, Form 10-K für 2001: Stichprobe der Angebote und Abhängigkeit von Auktionsseiten.
- eBay und PayPal, Fusionsprospekt 2002: Rückkauf des Billpoint-Anteils und Verhandlungen.
- eBay, Form 10-K für 2002: Übernahme und Plan zum Auslaufen von Billpoint.
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