Zusammenfassung

  • Cogeco Communications erwartet für 2027 einen freien Cashflow von 500 bis 550 Millionen kanadischen Dollar, unter den 554 Millionen des Geschäftsjahres 2026.
  • Die Quartalsdividende steigt um 2 Prozent auf 1,007 kanadische Dollar je Aktie; im Q4 sank der freie Cashflow ohne Netzausbauprojekte auf konstanter Währungsbasis um 21,2 Prozent.
  • Der Ausbau-Capex fiel im Q4 um 53,6 Prozent, während die übrigen Nettoinvestitionen um 39,8 Prozent zunahmen.

Die Dividende steigt; der freie Cashflow soll fallen

Der Verwaltungsrat erhöhte die Quartalsdividende auf 1,007 kanadische Dollar je Aktie, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Es ist die 23. jährliche Erhöhung in Folge. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Cogeco Communications freien Cashflow von 500 bis 550 Millionen kanadischen Dollar; 2026 waren es 554,062 Millionen.

Im gerade beendeten Quartal sank der freie Cashflow um 3,7 Prozent auf konstanter Währungsbasis auf 103,8 Millionen kanadische Dollar. Cogecos ausgewiesener freier Cashflow ohne Netzausbauprojekte fiel um 21,2 Prozent auf 130,4 Millionen. Die angekündigte Investitionskürzung kommt also neben einem niedrigeren Cashflow-Ausblick an, nicht nach einem bereits sichtbaren Sprung der laufenden Cash-Generierung.

Der kleinere Ausbauetat ist nur ein Teil der Rechnung

Für 2027 setzt Cogeco den Netto-Capex auf 425 bis 475 Millionen kanadische Dollar an, nach 561,284 Millionen im Vorjahr. Das Unternehmen führt die niedrigere Spanne auf operative Effizienz und den nahen Abschluss vieler Ausbau- und Modernisierungsprojekte zurück.

Das Q4 zeigt, welche Position schrumpft und welche nicht: Für Netzausbauprojekte gab Cogeco netto 26,831 Millionen kanadische Dollar aus, 53,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Außerhalb dieser Projekte stieg der Netto-Capex um 39,8 Prozent auf 134,859 Millionen. Damit lag der gesamte Netto-Capex 4,8 Prozent höher bei 161,690 Millionen. Cogeco nennt höhere Ausgaben für Geräte beim Kunden, vor allem in Kanada, und den Zeitpunkt anderer Vorhaben; die Nettoinvestitionen des US-Segments blieben stabil.

Der niedrigere Jahresrahmen hängt somit an Effizienz und abgeschlossenen Projekten, während die übrigen Ausgaben zuletzt zunahmen. Erst die folgenden Quartale zeigen, wie sich diese Positionen nach Projektabschluss entwickeln.

Kanadas Wachstum trägt die US-Schwäche nicht

Im Q4 stieg der kanadische Telekommunikationsumsatz um 0,6 Prozent auf 375,045 Millionen kanadische Dollar; das bereinigte EBITDA wuchs auf konstanter Währungsbasis um 3,4 Prozent. Cogeco nennt die über das Jahr hinzugewonnenen Hochgeschwindigkeits-Internetkunden als Stütze. Rückgänge bei Video und Festnetztelefonie sowie der höhere Anteil reiner Internetpakete bremsten den Zuwachs.

Im US-Telekommunikationsgeschäft sank der Umsatz auf konstanter Währungsbasis um 6,6 Prozent, das bereinigte EBITDA um 9,6 Prozent. Das Unternehmen verweist auf eine kleinere Kundenbasis, mehr Internet-only-Pakete und den intensiven Wettbewerb. Zum 31. August zählte Cogeco 1,562 Millionen Internetkunden: 968.000 in Kanada und 594.000 in den USA. Für 2027 erwartet die Gruppe auf konstanter Währungsbasis einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich und einen Rückgang des bereinigten EBITDA im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.

Der Konzernumsatz fiel im Q4 auf konstanter Währungsbasis um 2,8 Prozent auf 695,490 Millionen kanadische Dollar; das bereinigte EBITDA sank um 4,7 Prozent auf 344,827 Millionen. Die veröffentlichten Unterlagen nennen weder die vierteljährliche Nettoveränderung der Abonnenten nach Land noch eine Segmentprognose für 2027; diese Angaben würden Kundenverlust und Produktmix als Treiber genauer trennen.

Quellen