Summary
- Western Digital erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 4,381 Milliarden Dollar, 17 Prozent mehr als im Vorquartal. Das operative GAAP-Ergebnis stieg um 31 Prozent auf 2,046 Milliarden Dollar. Der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie sank dennoch von 8,21 auf 4,63 Dollar.
- Im Vorquartal verbuchte WD 2,050 Milliarden Dollar Bewertungsgewinn auf seine verbliebene Sandisk-Beteiligung; im aktuellen Quartal stand dort null. Der verwässerte Gewinn je Aktie nach der Non-GAAP-Rechnung des Unternehmens stieg dagegen von 3,56 auf 4,64 Dollar.
Eine starke Fabrik und ein schwacher Vergleich
Der erste Blick auf das Ergebnis je Aktie lässt das Quartal wie einen Rückschlag aussehen: 8,21 Dollar wurden zu 4,63 Dollar, ein Minus von 44 Prozent. Die Originalzahlen von WD zeigen für das operative Geschäft das Gegenteil. Der Umsatz kletterte von 3,747 auf 4,381 Milliarden Dollar, die GAAP-Bruttomarge von 54,1 auf 57,8 Prozent und der operative Gewinn von 1,563 auf 2,046 Milliarden Dollar. Wer den Ergebnisrückgang allein den Festplatten zuschreibt, liest an der entscheidenden Zeile vorbei.
Diese Zeile liegt unter dem operativen Gewinn. Nach der Abspaltung des Flash-Geschäfts behielt WD einen Anteil an Sandisk. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 brachte dessen Bewertung zum Marktpreis einen Gewinn von 2,050 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2027 gab es keinen entsprechenden Ertrag. Zinsen und sonstige Erträge oder Aufwendungen wechselten netto von plus 1,684 Milliarden Dollar auf minus acht Millionen Dollar. Das Vorquartal hatte also einen kräftigen Schub aus dem Preis eines gehaltenen Vermögenswerts bekommen.
Die 2,050 Milliarden Dollar sind ein Gewinn vor Steuern. Steuern, Transaktionskosten und verwässerte Aktienzahl änderten sich ebenfalls; eine direkte Umrechnung in die Differenz beim Gewinn je Aktie wäre falsch. WDs Überleitung weist einen verwässerten Non-GAAP-Gewinn für Stammaktionäre von 1,382 Milliarden Dollar im Vorquartal und 1,779 Milliarden Dollar im aktuellen Quartal aus, ein Plus von 29 Prozent. Der zugehörige Wert je Aktie stieg um 30 Prozent. Welche Posten herausgerechnet werden, legt das Unternehmen fest und zeigt sie in seiner Tabelle.
Der Kassenbestand erzählt die leisere Geschichte
Der operative Mittelzufluss stieg von 1,389 auf 1,604 Milliarden Dollar. Die Ausgaben für Sachanlagen wuchsen von 108 auf 227 Millionen Dollar; der von WD berechnete freie Cashflow erhöhte sich trotzdem von 1,281 auf 1,377 Milliarden Dollar. Der Bewertungsgewinn aus dem Vorquartal dominiert die Schlagzeile. Die laufenden Zahlungsströme zeigen, was der Verkauf von Speicherkapazität tatsächlich einbrachte.
Für das nächste Quartal erwartet WD 5,1 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer Spanne von 100 Millionen Dollar in beide Richtungen, sowie eine Non-GAAP-Bruttomarge von 60 bis 61 Prozent. Das sind Ziele für die nächste Abrechnung. Für dieses Quartal stehen die Steigerungen bei Umsatz, Bruttomarge, operativem Ergebnis und Cashflow bereits in den Büchern. Ein einmaliger Bewertungsaufschlag taugt schlecht als dauerhafte Messlatte für eine Fabrik.
Sources
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