Zusammenfassung
- Gulf Development und Singtel werden in das Vietnam-Thailand-Singapore Cable System investieren; AIS unterstützt dessen Entwicklung und Vermarktung
- VTS soll nun 2030 in Betrieb gehen; als Viettel und Singtel das Projekt 2024 ankündigten, war noch das zweite Quartal 2027 vorgesehen
Die Fakten
Gulf Development und Singtel haben eine Partnerschaft geschlossen, um unterseeische Kabelinfrastruktur zwischen Thailand und Singapur zu entwickeln und darin zu investieren. Als erstes Projekt werden sie sich am Vietnam-Thailand-Singapore Cable System, kurz VTS, beteiligen, das nach aktueller Erwartung der Unternehmen bis 2030 betriebsbereit sein soll. Singtel Singapore und das mit Singtel verbundene thailändische Unternehmen AIS werden die Entwicklung und Vermarktung des Systems unterstützen.
VTS wurde erstmals im April 2024 von Viettel und Singtel angekündigt. Der ursprüngliche Plan beschrieb eine Stammstrecke mit acht Faserpaaren zwischen Vietnam und Singapur sowie Abzweigungen nach Thailand, Kambodscha und Malaysia. Damals rechneten die Unternehmen damit, dass das Kabel im zweiten Quartal 2027 in Betrieb gehen würde.
Die jüngste Ankündigung erklärt weder die Verschiebung des Betriebsbeginns auf 2030 noch, ob sich die ursprüngliche Trasse und die technische Auslegung geändert haben. Auch die Investitionssumme, die Systemkapazität, der Kabellieferant, die Anlandepunkte und ein Bauzeitplan werden nicht offengelegt. Gulf und Singtel erklärten, der Kapitalbedarf werde sich über mehrere Jahre verteilen und sie könnten künftig weitere Investitionen in Untersee- und Landkabel erwägen.
Die Einschätzung
Die Beteiligung von Gulf verschafft der thailändischen Seite von VTS mehr kommerzielle und infrastrukturelle Unterstützung. Thailand war im Entwurf von 2024 bereits als Abzweigung enthalten, doch die jüngste Vereinbarung nimmt Gulf in die Investitionspartnerschaft auf und stellt AIS bei der Entwicklung und Vermarktung der Verbindung an die Seite von Singtel.
Der Zeitplan ist nun weniger eindeutig. VTS war ursprünglich für 2027 vorgesehen, während die jüngste Ankündigung auf 2030 verweist. Die Unternehmen haben nicht mitgeteilt, ob die zusätzliche Zeit auf einen überarbeiteten Entwurf, Änderungen am Konsortium oder einen umfassenderen Entwicklungsplan zurückgeht. Bis Trasse, Anlandeeinrichtungen und Bauprogramm bestätigt sind, bleibt 2030 der klarste Hinweis darauf, wann Kunden tatsächlich Zugang zur neuen Verbindung erhalten könnten.
Für die Leserinnen und Leser von BTW stärkt die Partnerschaft die Organisationen hinter der Verbindung zwischen Thailand und Singapur, doch die physische Umsetzung des Projekts muss noch mit der kommerziellen Vereinbarung gleichziehen. Lieferantenverträge, Anlandegenehmigungen, Arbeiten auf See und ein verbindlicher Bauzeitplan werden zeigen, wie der überarbeitete VTS-Plan in Richtung Inbetriebnahme vorankommt.
Worauf zu achten ist
Zu achten ist auf die Bestätigung der endgültigen VTS-Trasse, der Anlanderegelungen in Thailand, der Systemkapazität und des Kabellieferanten. Eine maritime Vermessung, ein Fertigungsvertrag oder ein Installationszeitplan würden das Projekt über Partnerschaftsvereinbarungen hinausführen und verdeutlichen, ob das neue Ziel für 2030 erreichbar ist.
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