Zusammenfassung

  • Uniserve peilt laut Mitteilung vom 21. Oktober für VAN-2 im vierten Quartal 2026 zunächst 1 MW Betriebskapazität an; das zweite Megawatt ist als spätere Erweiterung vorgesehen.
  • Die Miet- und Bauankündigung von 2025 beschrieb eine rund 10.000 Quadratfuß große, auf 2 MW ausgelegte Anlage mit einem Gesamtbudget von 12 Mio. kanadischen Dollar und einer ersten Bauphase von geschätzt 6,5 Mio.
  • Laut einem 2025 eingereichten Zwischenbericht begann der zehnjährige Mietvertrag am 1. September 2026; der Vermieter stand unter Kontrolle eines bedeutenden Aktionärs.
  • Öffentlich belegt sind weder die Inbetriebnahme noch die Stromlieferung, aktivierte Kundenlast oder ein ausdrücklich VAN-2 zugeordneter Kundenvertrag.

Das zweite Megawatt ist nicht verschwunden. Es ist in einen Satz im Futur umgezogen.

Uniserves Update vom 21. Oktober setzt für VAN-2 in Vancouver zunächst 1 MW Betriebskapazität im vierten Quartal 2026 an. Ein weiteres Megawatt soll für eine spätere Erweiterung verfügbar sein. Die Anlage umfasst rund 10.000 Quadratfuß. Tier-III-Design, redundante Stromversorgung und Kühlung, Racks bis 30 kW, anbieterneutrale Anbindung und Zugangskontrollen nennt das Unternehmen als geplante Merkmale.

Das Projekt startete mit einer größeren Zahl auf der Titelseite. Im September 2025 kündigte Uniserve einen Mietvertrag am 369 Terminal Avenue für eine auf 2 MW ausgelegte Anlage an. Das Gesamtbudget lag bei 12 Mio. kanadischen Dollar; die erste Phase wurde auf 6,5 Mio. geschätzt. Eine spätere Mitteilung bestätigte die Unterzeichnung. Die eingereichten Unterlagen nennen den 1. September 2026 als Beginn der zehnjährigen Mietzeit.

Das aktuelle Ziel von 1 MW beweist keine Streichung der zweiten Hälfte. „Für eine spätere Erweiterung verfügbar“ ist aber auch kein Termin für die Inbetriebnahme. In den öffentlichen Angaben wurde aus einer auf 2 MW ausgelegten Anlage ein gestufter Start mit zunächst 1 MW. Weshalb die Phasen getrennt sind, erklärt der Datensatz nicht. Eine Geschichte über Finanzierung, Stromanschluss oder Nachfrage wäre erfunden.

Der Mietvertrag gibt dem Vorhaben einen wirtschaftlichen Takt. Der Zwischenbericht schätzt die Jahresmiete für die ersten fünf Jahre auf rund 448.000 kanadische Dollar und für die folgenden fünf auf 478.000. Er nennt außerdem einen Mietkostenzuschuss von 1 Mio., ein an Warrants gekoppeltes erlassbares Darlehen über 1 Mio. sowie eine Kaution von 74.610 Dollar. Der Vermieter, 369 Terminal Holdings Ltd., wird als verbundenes Unternehmen unter Kontrolle eines bedeutenden Aktionärs beschrieben. Das sind offengelegte Vertragsbedingungen, kein Urteil über die Vereinbarung.

Für das Geschäftsjahr 2026 meldete Uniserve 10,19 Mio. kanadische Dollar Umsatz, einen operativen Verlust von 2,50 Mio. und einen Nettoverlust von 4,70 Mio. Darin enthalten ist eine Wertminderung von 1,95 Mio.; der Vergleichszeitraum wurde um eine Warrant-Bewertungsanpassung von 196.700 Dollar berichtigt. Keine dieser Zahlen ist VAN-2 zugeordnet. Der Abschluss zeigt weder den aktuellen Finanzierungsbedarf des Projekts noch die verbleibenden Baukosten.

Im September meldete Uniserve außerdem einen Fünfjahresvertrag über KI-Rechendienste für zwei Server in einem Rechenzentrum in Vancouver. Die Mitteilung nennt den Standort nicht. Den Vertrag in den VAN-2-Auftragsbestand einzurechnen würde einen nicht veröffentlichten Standort zur Tatsache machen.

Es fehlt ein klar umrissenes Dokument: ein VAN-2-spezifischer Inbetriebnahmenachweis, der gelieferte Energie, abgenommene Geräte und aktivierte Kundenlast zusammenführt. Erst dieser Nachweis verbindet die Designkapazität mit einem tatsächlich betriebenen Dienst. Bis dahin bleibt 1 MW ein Betriebsziel und das zweite Megawatt eine Ausbauoption.

Quellen