• T2 startete 5G in sieben russischen Städten über bestehende Tarife und senkte damit die anfängliche Hürde für Kunden mit kompatiblen Geräten
  • Abdeckungskarten und Kompatibilitätsprüfungen für Endgeräte werden den frühen Zugang bestimmen, bevor T2 das Frequenzband 4,63–4,99 GHz erschließt

Die Fakten


Der russische Mobilfunkbetreiber T2 nahm 5G in sieben Städten kommerziell in Betrieb: Moskau, Sankt Petersburg, Wolgograd, Tscheljabinsk, Jekaterinburg, Perm und Krasnojarsk. Der Betreiber teilte mit, Kunden könnten 5G zunächst über ihre bestehenden Tarife nutzen; spezielle 5G-Angebote seien für später geplant. Laut T2 folgt der Start auf die regulatorische Erlaubnis, bereits bestehenden Mobilfunkdiensten zugeteiltes Spektrum für 5G zu nutzen. Der Betreiber plant außerdem einen späteren Ausbau im Frequenzband 4,63–4,99 GHz.

Begleitend zum Start veröffentlichte T2 eine 5G-Abdeckungskarte und eine Online-Prüffunktion, mit der Kunden feststellen können, ob ihre Mobiltelefone den Dienst unterstützen. Zudem erklärte das Unternehmen, kompatible Geräte für den Verkauf in seinen Geschäften ausgewählt zu haben. In der Mitteilung hieß es nicht, dass die 5G-Abdeckung in allen sieben Städten durchgängig ist.

In Jekaterinburg beschrieb T2 gesondert Netzarbeiten, die für ein Jugendfestival durchgeführt wurden. Der Betreiber teilte mit, er habe Basisstationen im Außen- und Innenbereich an Veranstaltungsorten aufgerüstet und zusätzliche Innenraumtechnik in Gebäuden installiert, in denen Signale des Außennetzes nicht die erforderliche Abdeckung liefern konnten.

RTVI berichtete über gesonderte Schätzungen zur potenziellen Reichweite von 5G in Russland. Der Bericht stellte eine Schätzung der Regierung einer niedrigeren kurzfristigen Schätzung eines Mobilfunkmarktanalysten gegenüber. Bei den Zahlen handelte es sich um Schätzungen der potenziellen Verfügbarkeit und nicht um gemeldete Zahlen zu aktiven 5G-Nutzern von T2.

Die Einordnung

T2 hat für den Einstieg in 5G einen vergleichsweise reibungsarmen Weg gewählt. Die Nutzung bereits verfügbaren Spektrums und der Zugang über bestehende Tarife ermöglichen es dem Betreiber, Kunden den neuen Mobilfunkstandard anzubieten, bevor der spätere Ausbau im Frequenzband 4,63–4,99 GHz abgeschlossen ist. Diese erste Phase ähnelt daher eher einer Erweiterung des bestehenden Mobilfunknetzes als der endgültigen 5G-Netzabdeckung, die T2 letztlich plant.

Damit werden Geräte und Gebäude unmittelbar Teil der geschäftlichen Kalkulation.

Ein Unternehmen kann bereits für einen Tarif zahlen, der 5G einschließt, aber nur wenig davon profitieren, wenn seine Mobiltelefone keine Verbindung herstellen können oder das Signal nicht bis zu den Orten reicht, an denen die Beschäftigten tatsächlich arbeiten. Der Ausbau von T2 in Jekaterinburg liefert ein anschauliches Beispiel: An einigen Innenstandorten war zusätzliche Technik erforderlich, weil das Außennetz die Gebäude nicht durchdringen konnte.

Der Zugang zu 5G über bestehende Tarife macht in der ersten Testrunde außerdem eine Preisentscheidung überflüssig. Kunden mit kompatiblen Geräten können prüfen, wie das Netz funktioniert, bevor T2 spezielle Tarife einführt. Sobald diese Tarife verfügbar sind, gibt es eine klarere Grundlage, um mögliche Mehrkosten mit der Verbesserung an den tatsächlich wichtigen Standorten zu vergleichen.

Für die Leser von BTW eröffnet der Start in sieben Städten diesen Vergleich, entscheidet ihn aber noch nicht. Eine breitere Geräteunterstützung, nutzbare Innenraumabdeckung und der spätere Einsatz des neuen Frequenzbands werden bestimmen, wie schnell 5G von einem testbaren Angebot zu einem Dienst wird, den Unternehmen im Regelbetrieb verlässlich nutzen können.

Was jetzt zu beobachten ist

Zu beobachten sind zunächst die Abdeckungskarten und die Liste unterstützter Geräte von T2, danach die Einführung und Preisgestaltung spezieller 5G-Tarife. Der Ausbau im Frequenzband 4,63–4,99 GHz und weitere Installationen in Innenräumen werden zeigen, wie schnell die Verfügbarkeit über die anfänglichen Startgebiete hinauswächst.