Zusammenfassung

  • Die Rechenzentrumsseite von EIR wies zum 12. Oktober 92 Vorfälle aus öffentlichen Berichten in 27 Ländern aus, davon 46 seit 2024. Die Datenseite führte weiterhin eine Datei mit 93 Vorfällen und nannte den 11. Oktober als Datumsstand; ein am 12. Oktober erschienener Bericht von DatacenterDynamics verwendete ebenfalls 93 Vorfälle und 47 seit 2024. Die Seiten erklären den Unterschied nicht.
  • EIRs Methodik hält ausdrücklich fest, dass Zählwerte keine Raten sind und eine steigende Kurve meist auf eine bessere Erfassung zurückgeht. Ohne datierte Änderungsübersicht und den Umfang des gefährdeten Anlagenbestands eignet sich die Reihe zur Orientierung, aber nicht zur Bewertung der Zuverlässigkeit eines Standorts.

Der Unterschied von einem Eintrag ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Auf der EIR-Seite steht, die Zählung sei am 12. Oktober aus dem Register erstellt worden: 92 Vorfälle, 27 Länder und 46 seit 2024. Die Jahrestabelle nennt acht Vorfälle für 2024, 20 für 2025 und 18 für 2026. Die separate Datenseite kündigt weiterhin eine Datei mit 93 Rechenzentrumseinträgen an und datiert den Datenstand für Zitate auf den 11. Oktober. Der Bericht von DatacenterDynamics vom 12. Oktober wiederholt 93 Vorfälle, 47 seit 2024 und 26 Länder.

Die Abweichung kann auf unterschiedliche Aktualisierungszeiten oder den Umgang mit einzelnen Einträgen zurückgehen. Die Seiten bieten jedoch kein Änderungsprotokoll, das gerade diesen Unterschied erklärt. EIR schreibt, dass vorläufige Einträge nach einer Prüfung geändert oder entfernt werden können und entfernte Referenznummern nicht erneut vergeben werden. Ein datierter Stand und ein Änderungsverlauf je Eintrag gehören deshalb zur Beweisgrundlage; sie sind keine bloße Verwaltung. Die Abweichung beweist nicht, dass ein Vorfall falsch erfasst ist.

Sie zeigt, dass sich der Übergang zwischen den veröffentlichten Summen daraus nicht rekonstruieren lässt.

Die aktuelle Vorfallseite bietet einen in sich stimmigen Stand vom 12. Oktober: 92 Einträge aus 27 Ländern, 46 seit 2024, davon 52 als Brände oder thermische Ereignisse und 17 als schwerwiegend eingestuft. Berichte nennen USV- oder Batterieräume in 22 Einträgen, Notstromgeneratoren in 15, Schaltanlagen oder Elektroräume in 10, Transformatoren oder Umspannwerke in vier und Kraftstoffsysteme in zwei. Bei 52 Einträgen wird kein ausgefallenes Bauteil genannt. Die Kategorien überschneiden sich, wenn ein Bericht mehrere Teile aufführt. „Nicht angegeben“ beschreibt den öffentlichen Bericht, nicht zwingend den Kenntnisstand einer Untersuchung.

Erfasst sind Vorfälle aus öffentlichen Berichten, keine Vollerhebung aller Rechenzentren und Unterbrechungen. Laut EIRs Methodik sind Länder mit offener Berichterstattung und Technologien mit hoher Medienaufmerksamkeit überrepräsentiert; englischsprachige Quellen überwiegen. Außerdem kennt das Register nicht den gesamten Anlagenbestand hinter den betroffenen Standorten und kann deshalb keine Vorfälle je Gigawatt berechnen. Ein größerer Anlagenbestand kann mehr Einträge erzeugen, ohne dass die Ausfallrate je Standort steigt.

Auch Umfang und Erfassung haben sich verändert. Stromversorgungssysteme von Rechenzentren kamen am 2. Oktober 2026 in den EIR-Umfang. Die Liste erfasst Vorfälle, die in USV-Batterieräumen, Generatoren, Schaltanlagen, Transformatoren oder Kraftstoffsystemen beginnen; ausschließlich durch Software, Netzwerke, Kühlung oder Cloud-Anbietersysteme verursachte Ausfälle sind ausgeschlossen. EIR warnt, dass eine steigende Kurve meist bessere Erfassung bedeutet und nicht als Trend zur Branchensicherheit gelesen werden soll. Damit stehen ältere Vorfalljahre neben einem erst kürzlich erweiterten Suchbereich.

Uptime Institutes jährliche Ausfallanalyse vom Mai 2026 nutzt einen anderen Maßstab: Das öffentliche Abstract sagt, dass die Ausfallhäufigkeit je Standort das fünfte Jahr in Folge gesunken sei, während schwere Brände in Rechenzentren allmählich zunahmen. Ein rascher Ausbau neuer Anlagen könne einen Teil des Anstiegs erklären. Die Betreiberbefragung und EIRs Register öffentlicher Berichte erfassen unterschiedliche Grundgesamtheiten und beantworten verschiedene Fragen.

Für Betreiber, Versicherer, Kreditgeber und Kunden ist EIR eine Suchkarte. Sie hilft, Vorfälle zu finden und Fragen zu Notstromsystemen zu stellen. Sie ordnet Technologien nicht nach Ausfallwahrscheinlichkeit, weist keinem Anbieter Schuld zu und bewertet nicht die Zuverlässigkeit eines einzelnen Standorts. Ein Marktvergleich braucht einen stabilen Ereignisstand, einen klaren Erfassungszeitraum, den gesamten Anlagenbestand oder die Geräteexposition sowie vergleichbare Angaben zu Schwere und Wiederherstellungszeit.

Quellen