Zusammenfassung
- Proximus’ Großhandelsumsatz fiel im dritten Quartal 2026 um 5 Millionen Euro beziehungsweise 8,1 Prozent auf 55 Millionen Euro. Das Unternehmen führt den Rückgang auf Interconnect zurück; der Rückgang um 5 Millionen Euro hatte laut Proximus keinen nennenswerten Margeneffekt.
- Die Festnetz- und Mobilfunkdienste im Großhandel stiegen um 0,6 Prozent auf 43 Millionen Euro, auch die Glasfasermengen nahmen zu. Seit dem 1. Juni verändert die Konsolidierung von Unifiber, wie von Proximus an das Netz erbrachte Leistungen verbucht werden.
Der Rückgang steckt in einer anderen Schublade
Die Schlagzeile sagt: 8,1 Prozent weniger Großhandelsumsatz. Die Aufschlüsselung zeigt, wo der Betrag liegt. Interconnect brachte im dritten Quartal 12 Millionen Euro ein, 5 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Proximus nennt den anhaltenden Rückgang traditioneller Nachrichtenvolumen als Ursache und beziffert den Margeneffekt als nicht wesentlich.
Die Festnetz- und Mobilfunkdienste im Großhandel erzielten dagegen 43 Millionen Euro, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Proximus nennt anhaltendes Wachstum bei virtuellen Mobilfunknetzbetreibern, höhere Roamingeinnahmen und größere Glasfaser-Großhandelsvolumen.
Am 1. Juni wechselte die Grenze, an der Proximus externe und interne Geschäfte verbucht. Das Unternehmen übernahm Unifiber vollständig. Das Glasfasernetz bleibt eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Gruppe und bedient weiterhin Großhandelskunden in einem offenen Netz. Leistungen, die Proximus an Unifiber lieferte, wurden nach der Konsolidierung konzerninterne Transaktionen. Die Rechnung verschwindet aus dem Außenumsatz; die Glasfaser und ihre Nutzer bleiben.
Die 8,1 Prozent weniger sind deshalb kein einzelner Nachfrageindikator. Proximus führt den gesamten Netto-Rückgang von 5 Millionen Euro auf Interconnect zurück. Die Festnetz- und Mobilfunkdienste wuchsen, während höhere Glasfasermengen gemeldet wurden; die Konsolidierung der Leistungen an Unifiber bremste den ausgewiesenen Zuwachs. Ein Aggregat legt Nachrichtenverkehr, Zugangsdienste und interne Verrechnung übereinander.
Auch die Betriebskosten laufen in einer eigenen Spur. Proximus hatte im Mai erklärt, dass der Wegfall von Netzzugangskosten an Unifiber das inländische EBITDA stützen solle. Im ersten Quartal nach der Konsolidierung enthielten die inländischen Betriebskosten rund 5 Millionen Euro im Zusammenhang mit Unifiber. Auf Pro-forma-Basis sank das inländische EBITDA um 1,4 Prozent auf 426 Millionen Euro; die direkte Marge stieg um 0,5 Prozent, die Betriebskosten um 2,4 Prozent. Die erste konsolidierte Quartalsrechnung zeigt damit die laufenden Kosten der Übernahme.
Die nächste brauchbare Kennzahl ist die Zahl externer Glasfaser-Großhandelsanschlüsse oder der externe Anteil an Unifibers genutzter Kapazität. Sie würde die gemeldeten Volumenzuwächse mit unabhängiger Nachfrage verbinden und einen Vergleich mit den nun konsolidierten Kosten und Investitionen ermöglichen.
Quellen
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