Zusammenfassung
- Bei PledgeBank hing eine Zusage davon ab, dass genügend Menschen mitmachten. Frühe Erinnerungsmails forderten die Initiatoren zur nötigen Werbung auf.
- Im Juni 2006 verzeichnete der Dienst 295 erfolgreiche, 1.272 gescheiterte und 296 offene Vorhaben. Eine Befragung zur anschließenden Umsetzung stand zusätzlich auf der Agenda.
Der Kalender hatte eine unangenehme Nachricht für die gute Absicht: Bei diesem Tempo würde es nicht reichen. PledgeBank übersetzte diese Aussicht schon im Juni 2005 in eine Mail. Das Projekt war jung; die Erfahrung, dass sich eine Gruppe selten von selbst organisiert, war es weniger.
Die Rechnung, beschrieben in einem Entwicklungsbericht vom 24. Juni, war übersichtlich. Für Vorhaben, die mindestens eine Woche liefen, betrachtete der Dienst die durchschnittlichen Anmeldungen der vergangenen Woche. Würde dieses Tempo bis zum Stichtag unter der erforderlichen Teilnehmerzahl bleiben, bekam der Initiator Vorschläge für weitere Werbung. Der Zähler hatte eine Prognose bekommen, und die Prognose verteilte Hausaufgaben.
PledgeBank war erst am 13. Juni 2005 gestartet. Zu den Beispielen gehörten Bäume pflanzen, die Ufer des River Taff säubern und örtliche Einzelhändler unterstützen. Der spätere Rückblick des Betreibers erläutert das Prinzip: Jemand verpflichtet sich zu einer Tätigkeit, sofern eine bestimmte Zahl anderer Menschen mitzieht. Wer eine gute Idee hatte, konnte zunächst Verbündete sammeln.
Dieses Sammeln blieb Arbeit. Francis Irving schrieb im Juni-Bericht, etliche Initiatoren hätten offenbar nicht erkannt, dass sie selbst für ihre Vorhaben werben mussten. Zufällige Besucher der Website brachten einige Anmeldungen. Für den Rest war Einsatz gefragt. Wer eine Zusage ins Formular schrieb, übernahm damit praktisch auch die Öffentlichkeitsarbeit.
Ein früher Hinweis sollte dabei helfen. Wenn nach einigen Tagen erst wenige Menschen unterschrieben hatten, erinnerte eine einmalige Mail an die Werbung. Die spätere Tempoprüfung ergänzte diese Starthilfe. Beide griffen ein, solange die Frist noch Handlungsspielraum bot. Das Ziel hatte eine Zahl; die Mail stellte die Verbindung zum laufenden Zulauf her.
Auch nach Erreichen der Zahl war die Kommunikation erstaunlich beschäftigungsintensiv. Laut Irving hatten viele Initiatoren ihren Unterstützern nach einem Erfolg keine Nachricht geschickt. Ein Fehler im Mitteilungsformular, der in manchen Browsern auftrat, trug dazu bei. Deshalb kam eine Erinnerung einige Tage nach dem Erfolg hinzu. Eine versammelte Gruppe brauchte schließlich jemanden, der sich bei ihr meldete.
Für mySociety selbst stellte sich dieselbe Frage eine Ebene höher: Wie erfuhren die passenden Menschen von dem Werkzeug? Im August 2005 bat die Organisation Freiwillige, eine PDF-Präsentation bei Wohltätigkeitsorganisationen und Gruppen in ihrer Umgebung bekannt zu machen. Die Folien erklärten den Dienst für kleine lokale Initiativen. Ein Werkzeug zum Mobilisieren brauchte seine eigenen Mobilisierer.
Zur Reichweite gehörte außerdem die Wahl des Kommunikationswegs. Der Rückblick hält fest, dass SMS schon beim Start wichtig war, um Menschen abseits des Webs oder ohne Interesse daran einzubeziehen. Das geplante gemeinsame Tun bestimmte, wen man erreichen musste. Deren Alltag bestimmte mit, wie das gelingen konnte.
Die Bilanz zum ersten Geburtstag vom 21. Juni 2006 zählte 1.863 Vorhaben: 295 erfolgreich, 1.272 gescheitert, 296 weiterhin offen. Das waren die Statusangaben des Dienstes. In einer Antwort vom 27. Juni erklärte Tom Steinberg, eine Nachfrage an alle Teilnehmer erfolgreicher Vorhaben zu ihrer tatsächlichen Durchführung stehe nun auf der Agenda. Hinter der erreichten Zahl wartete eine weitere Erhebung.
So erzählt die frühe Geschichte von PledgeBank auch vom Verwaltungsaufwand der Zuversicht. Bedingung setzen, Leute gewinnen, das Tempo prüfen, nach dem Erfolg Kontakt aufnehmen, später nach dem Ergebnis fragen: Jeder Schritt brauchte Aufmerksamkeit. Das Web gab der guten Absicht eine Adresse. Die Erinnerungsmail sorgte dafür, dass an dieser Adresse noch jemand Dienst hatte.
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