Summary

  • Ofcom schafft die britische DGPS-Lizenz ab. Der Navigationsdienst der Leuchtturmbehörden wurde bereits 2022 eingestellt.
  • Die Frequenzen um 300 kHz bleiben vor Störungen geschützt, weil Schiffe in britischen, irischen und weiteren europäischen Gewässern noch DGPS-Signale vom Kontinent empfangen können.

Die britische Station schweigt, doch am Frequenzband steht weiter ein Wachposten. Ofcoms Entscheidung vom 23. Oktober beendet die besondere Lizenz für Differential GPS und hält gleichzeitig am Schutz der DGPS-Nutzung gegen schädliche Störungen fest. Das klingt nur widersprüchlich, solange man eine nationale Genehmigung mit dem gesamten Funkverkehr auf See verwechselt.

Die britischen Leuchtturmbehörden betrieben ihren DGPS-Dienst von 1997 bis 2022. Korrekturdaten halfen einst, große Fehler der Satellitenortung zu verringern. Trinity House kündigte Seeleuten im Januar 2022 an, die Sendungen am 31. März einzustellen. Ein Empfänger konnte anschließend den Verlust des DGPS-Signals melden und dennoch eine GPS-Position liefern. Der Dienst war beendet; sein spezielles Genehmigungsprodukt blieb im Verwaltungskatalog stehen.

Die entscheidende geografische Ergänzung kam aus der Stellungnahme der Leuchtturmbehörden. Sie unterstützten das Aus für die Lizenz, verlangten aber Schutz für DGPS-Frequenzen um 300 kHz. Schiffe in britischen, irischen und anderen europäischen Gewässern können Signale vom Kontinent nutzen. Funkwellen halten sich nicht an die Grenze einer britischen Lizenzdatei. Ofcom übernimmt diese Unterscheidung: Derzeit plant die Behörde keine Zulassung anderer Nutzer auf den Frequenzen und will die DGPS-Nutzung auf absehbare Zeit schützen.

Auch das Verwaltungsende hat einen Ablauf. Bestehende Lizenznehmer haben der Rückgabe zugestimmt. Für Experimente und Tests sollen gesonderte Frequenzgenehmigungen entwickelt werden; Interessenten können eine Innovation and Trial Licence beantragen. Im öffentlichen Verfahrensdossier stehen Entscheidung und Antworten nebeneinander. Ein Öffnungstermin für gewöhnliche neue Nutzer steht dort ebenso wenig wie eine Liste bestimmter kontinentaler Sender oder Schiffe.

Ofcom räumt also einen leeren Schalter ab, verschenkt aber nicht gleich das Hafentor. Gerade darin steckt die eigentliche Nachricht: Ein ausrangierter britischer Dienst und ein weiterhin genutztes grenzüberschreitendes Funksystem sind zwei verschiedene Dinge.

Sources