Zusammenfassung

  • RFC 1166 erfasste im Juli 1990 Netznummern und autonome Systeme. Ein vorangestelltes * kennzeichnete unabhängige Netze, deren Betreiber die Erlaubnis zur Internet-Anbindung gesondert beantragen mussten.
  • Für ARPA-Internet und DDN-Internet verzeichnete eine Tabelle 4.210 zugewiesene Netznummern. Die umfassendere Tabelle für Internet und unabhängige Nutzungen nannte 18.781. Der Umfang der Tabelle gehört zur Zahl dazu.

Das Originalverzeichnis von Sue Kirkpatrick, Mary Stahl und Mimi Recker umfasste 182 Seiten. Es sammelte Netznummern und die autonomen Systeme von Gateways. Auf der ersten Seite stand ein Ansprechpartner mit Postanschrift, Telefonnummer und Netzpostfach: der Hostmaster des DDN Network Information Center. Wer wissen wollte, ob ein Eintrag noch aktuell war, konnte einen Menschen erreichen. Das Internet war damals bereits digital genug für große Tabellen und analog genug für einen Anruf.

Zu den eingetragenen Netzen und autonomen Systemen gehörten verantwortliche Personen und ihre Mailboxen. Die Hinweise in eckigen Klammern verbanden einen Eintrag mit Dokumenten und einem NIC Handle, das der WHOIS/NICNAME-Dienst verstand. Wechselte eine Person die Mailbox, halfen dieser Dienst oder der Hostmaster weiter. Eine öffentliche Nummer ohne erreichbaren Ansprechpartner hätte im Betrieb wenig genutzt.

Die Liste verwendete Buchstaben für die Nutzungsarten: R Forschung, D Verteidigung, G zivile Regierung, C Wirtschaft. Dazu kam das entscheidende Zeichen. RFC 1166 führte Netznummern für bereits mit dem Forschungs- oder Betriebs-Internet verbundene Netze und für unabhängige IP-Netze, meist aus dem kommerziellen Bereich. Vor deren Nummer stand ein Sternchen. C*3.rrr.rrr.rrr für GE-INTERNET zeigt die Grammatik: C ordnet ein, * markiert Unabhängigkeit. Ein Druckzeichen trennte so zwei Verwaltungsakte, die im laufenden Netz völlig verschiedene Folgen hatten.

Die Verwalter unabhängiger Netze mussten gesondert die Erlaubnis zur Zusammenschaltung mit dem Internet beantragen. Zugleich sollten ihre Netze aus den Arbeitslisten der Internet-Hosts und -Gateways herausbleiben. Die Nummernvergabe sorgte für eindeutige Kennungen. Die Zusammenschaltung entschied, welche Netze den gemeinsamen Betriebsraum tatsächlich betreten. Im Sternchen stand die Entscheidung am Netzrand, für die in der Netznummer selbst kein Platz war.

Auf Seite 101 zeigte das Buch, wie teuer dieser Lesefehler in Zahlen wäre. Für ARPA-Internet und DDN-Internet waren 4.210 Netznummern zugewiesen: 29 der Klasse A, 1.209 der Klasse B, 2.972 der Klasse C. Für Internet und unabhängige Nutzungen zusammen standen 18.781 in der zweiten Tabelle: 34, 2.533 und 16.214. Besonders auffällig ist die kommerzielle Zeile mit 253 im engeren und 10.264 im weiteren Verzeichnis. Das sind Netznummern in zwei unterschiedlich definierten Gruppen des Juli 1990. Eine Zahl ohne Tabellenüberschrift ist hier nur eine aufwendig gedruckte Verwechslung.

Auch Umnummerierungen bekamen eine sichtbare Spur. Eine alte Netznummer durfte vorübergehend mit T hinter der Zahl weitergelistet werden; der Name erhielt -TEMP. So konnte ein Betreiber alte Konfigurationen mit der neuen Eintragung abgleichen. Ein Register, das jede Vorgeschichte beim Druck einer neuen Zeile ausradiert, hilft beim Übergang wenig.

Die autonomen Systemnummern folgten in einem eigenen Abschnitt. Das Exterior Gateway Protocol benutzte ein 16-Bit-Feld für Gruppen von Gateways; die Liste führte Nummer, Systemname und Kontakt. Der RFC war ausdrücklich ein regelmäßig zu aktualisierender Lagebericht. Sein Hostmaster war die Brücke zwischen gedrucktem Stand und laufendem Betrieb. Die beste Zeile blieb dennoch die mit dem Sternchen: Nummer erhalten, Verbindung als eigene Entscheidung ausgewiesen. Selten hat Satztechnik so sauber gearbeitet.