Zusammenfassung
- Der CRTC wollte über Northwestels Antrag vom 17. August zunächst binnen 45 Arbeitstagen entscheiden. Ein Schreiben vom 22. Oktober setzt für den endgültigen Beschluss jetzt ein Ziel von 120 Kalendertagen ab Antragstellung.
- Der zuvor genehmigte Verzicht betraf Servicegebühren für zurückkehrende Kunden des terrestrischen Internetdienstes. Die neuen Schreiben entscheiden noch nicht über die beantragte Fortsetzung.
Eine erlassene Gebühr klingt nach einem kleinen Geschenk. Für jemanden, der im Norden Kanadas einen Internetanbieter auswählt, kann sie die Schwelle zum Wechsel sein. Für den bisherigen Marktführer ist sie zugleich ein Werkzeug, abgewanderte Kunden gezielt zurückzuholen. Über dieses Werkzeug berät die Aufsicht inzwischen länger als angekündigt.
Northwestels Tarifmitteilung 1290 ging am 17. August ein. Im Schreiben vom 1. September verhinderte die CRTC-Verwaltung eine automatische vorläufige Genehmigung am 15. Tag und stellte eine Entscheidung binnen 45 Arbeitstagen in Aussicht. Am 22. Oktober teilte sie mit, dass die Prüfung in dieser Frist nicht abgeschlossen werde. Nun soll der endgültige Beschluss innerhalb von 120 Kalendertagen nach dem Eingang erfolgen. Rechnerisch führt das zum 15. Dezember. Die neue Zeitangabe ist keine Erlaubnis, die Gebühr schon jetzt zu erlassen.
Die beiden Schreiben nennen unterschiedliche Tarifpositionen. Im September ist es 301.5(i)(6), die Regel zu Servicegebühren; im Oktober 1735, der terrestrische Internetdienst. In Northwestels veröffentlichter Allgemeiner Tarifordnung vom April stehen sie in einem Zusammenhang: Der Verzicht nach 301.5(i)(6) galt vom 11. September 2025 bis zum 11. September 2026 für Rückkehrer zu Diensten nach Position 1735. Aus den neuen Schreiben allein lässt sich weder eine aktuelle Rechnung noch der Wortlaut einer künftigen Tarifseite ablesen.
Die CRTC-Entscheidung von 2025 zeigt den Streit hinter der Servicegebühr. Die Mehrheit verlängerte die Regelung um zwölf Monate. Anfangskosten könnten einen Anbieterwechsel verhindern; die vorliegenden Unterlagen ließen nur geringe Wettbewerbsfolgen erkennen. Ein Teil der Angaben von Northwestel blieb vertraulich. Kommissar Bram Abramson befürwortete zwar den Wegfall einer anderen Bearbeitungsgebühr bei einem Wechsel in ein kleineres Paket, widersprach aber dem gezielten Rabatt für zurückgewonnene Kunden. Ihm fehlte die eigenständige Sicht betroffener Wettbewerber.
Die Briefe von 2026 enthalten keine neue Wettbewerbsanalyse und keinen vorläufigen Zuschlag. Der nächste Beschluss sollte daher offenlegen, auf wessen Belege sich die Aufsicht stützt, welche Klauseln gelten und wann. Eine längere Frist ist leicht zu verkünden. Eine nachprüfbare Regel für die Menschen, die eine Verbindung brauchen, ist die eigentliche Arbeit.
Quellen
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