• Nokia nannte A1 Group, Chunghwa Telecom, du, e&, Mobily, stc, TPG Telecom und Zain Saudi als Betreiber, die AI-RAN auf NVIDIA-Plattformen evaluieren
  • Die Vorhaben reichen von Machbarkeitsnachweisen bis zu Feldversuchen im laufenden Netzbetrieb; für die acht Betreiber wurde kein kommerzieller Einsatz angekündigt

Die Fakten

Nokia teilte am 16. September mit, dass acht Betreiber ihre AI-RAN-Evaluierungen mit dem NVIDIA Aerial RAN Computer vorantreiben: A1 Group, Chunghwa Telecom, du, e&, Mobily, stc, TPG Telecom und Zain Saudi. Die Projekte reichen von ersten Bewertungen und Machbarkeitsnachweisen bis zu Feldversuchen im laufenden Netzbetrieb. Nach Angaben von Nokia erstrecken sich die breiteren AI-RAN-Aktivitäten des Unternehmens inzwischen über Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik und den Nahen Osten.

AI-RAN vereint die Verarbeitung im Funkzugangsnetz und KI-Arbeitslasten auf beschleunigter Recheninfrastruktur. Nokia stellt die Architektur als Möglichkeit für Betreiber dar, KI-Rechenkapazität hinzuzufügen und zugleich Mobilfunknetzfunktionen auf derselben übergreifenden Plattform zu unterstützen. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, dass sich einer der acht Betreiber zu einer kommerziellen Einführung verpflichtet hat, eine Bestellung für einen großflächigen Einsatz aufgegeben hat oder einen Zeitplan für die Bereitstellung offengelegt hat.

Die Einschätzung

AI-RAN wird kommerziell erst dann relevant, wenn Betreiber beschleunigte Hardware gemeinsam für Funkverarbeitung und KI-Arbeitslasten nutzen können, ohne dass eine Arbeitslast die andere beeinträchtigt. Ein Labornachweis kann zeigen, dass der technische Aufbau funktioniert; ein Feldversuch kann zeigen, dass das System laufenden Netzverkehr bewältigt. Keines von beidem belegt, ob die Architektur über einen vollständigen Lastzyklus hinweg günstiger, resilienter oder einfacher zu betreiben ist als ein konventionelles RAN.

Die acht genannten Betreiber zeigen daher die Breite der Evaluierung und nicht das Ausmaß der Bereitstellung. Die Tests müssen die Funkleistung bei schwankender KI-Nachfrage prüfen und dabei auch erfassen, was geschieht, wenn Rechenressourcen knapp werden oder Hardware ausfällt. Für die Leserinnen und Leser von BTW ist der nächste Schritt die verbindliche Einführung von AI-RAN in einem kommerziellen Netz durch einen Betreiber, verbunden mit Leistungs-, Kosten- und Betriebsergebnissen, die sich mit der bestehenden Basisband-Infrastruktur vergleichen lassen.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten ist, ob einer der genannten Betreiber vom Test zur kommerziellen Bereitstellung übergeht oder AI-RAN in eine Netzausschreibung beziehungsweise einen Investitionsplan aufnimmt. Veröffentlichte Ergebnisse zu Latenz im Funknetz, Verfügbarkeit, Stromverbrauch und Auslastung der Beschleuniger bei gemischten RAN- und KI-Arbeitslasten würden zeigen, ob gemeinsam genutzte Hardware einen betrieblichen Vorteil bringt oder lediglich technische Kompatibilität ermöglicht.