Zusammenfassung
- Am 15. Oktober erlaubte der CRTC ISP Telecom und anderen bei der Kommission registrierten Full-MVNOs den direkten Zugang zu den Systemen für die Mobilfunk-Rufnummernmitnahme, sofern sie die geltenden Anforderungen erfüllen.
- Canadian LNP Consortium Inc. muss seine Governance, Vereinbarungen und Kostenerstattung bis zum 1. Februar 2027 ändern. Die Entscheidung verleiht weder Frequenzrechte noch ein Funknetz oder allgemeine Nummerierungsrechte.
Die Portierung läuft über den Kern, nicht über den Mast
Das kanadische Regelwerk beruhte bisher auf einer einfachen Trennung: Netzbetreiber konnten direkt auf das Portierungssystem zugreifen; Wiederverkäufer und MVNOs mussten ihren zugrunde liegenden Mobilfunkanbieter einschalten. In Entscheidung 2005-72 kam der Canadian Radio-television and Telecommunications Commission (CRTC) zu dem Schluss, dass Wiederverkäufern und MVNOs damals Netzwerkinformationen oder Zugriff fehlten, um Nummern selbstständig zu portieren.
Die am 15. Oktober veröffentlichte Entscheidung 2026-271 unterscheidet die technische Ausstattung eines Full-MVNOs. Er kann das Funkzugangsnetz (RAN) eines Host-Anbieters nutzen und zugleich eigene Vermittlungs- und Abrechnungssysteme betreiben. Laut CRTC findet die Nummernportierung am Switch im Kernnetz statt; das RAN des Hosts ist dafür nicht erforderlich. Die Entscheidung ändert, wer diesen Schritt ausführen darf, nicht aber, wem Frequenzen oder Funkanlagen gehören.
Der CRTC genehmigte den Antrag von ISP Telecom und weitete die Möglichkeit auf alle registrierten Full-MVNOs aus, die die geltenden kanadischen Regeln zur drahtlosen Nummernmitnahme einhalten. Zum Entscheidungszeitpunkt waren nach Angaben der Kommission vier Full-MVNOs registriert; ihre Namen nennt sie nicht. Der direkte Zugang bleibt freiwillig. Ein berechtigter Anbieter kann weiterhin seinen Host mit der Portierung beauftragen.
Mit dem Systemzugang gehen die entsprechenden Pflichten einher: Mitgliedschaft und Stimmrechte bei Canadian LNP Consortium Inc. (CLNPC), Kostenerstattung, Serviceintervalle und technische Anforderungen. Eine Portierung erhält eine vorhandene Rufnummer; sie vergibt keine neue. Deshalb wies der CRTC den Einwand zurück, der Antrag beschleunige die Erschöpfung der Nummernressourcen. Allgemeine Nummernrechte entstehen dadurch nicht, und Verhandlungen über das RAN des Host-Anbieters bleiben nötig.
Eine separate Folgerunde für weitere Full-MVNOs hielt die Kommission nicht für erforderlich; die bestehenden Entscheidungen und Branchenregeln reichten aus. CLNPC soll Governance, Vereinbarungen und Kostenerstattung bis zum 1. Februar 2027 anpassen. Der Regulierer bestimmt die Zugangsberechtigung; das Konsortium muss sie in Betriebsbedingungen übersetzen.
Quellen
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