Summary
- Die CRTC fragt Telefonnetzbetreiber, ob ihre Vorleistungen über Glasfaser bis zum Knoten zu Altprodukten werden und deren Tarife eingefroren werden sollten.
- Von allen Beteiligten will sie wissen, ob eine Großhandelsbandbreite bis 50 Mbit/s samt tatsächlichem 50-Mbit/s-Dienst für Telefon- und Kabelnetze vorgeschrieben werden sollte.
Das Kupfer wird ausgebaut, die Preisliste bleibt liegen. In einem Auskunftsersuchen vom 22. Oktober stellt Kanadas Telekomregulierer CRTC den etablierten Telefonunternehmen eine unbequeme Frage: Werden Vorleistungen über Glasfaser bis zum Knoten, FTTN, angesichts des Rückbaus von Kupfer und der Verlagerung zu Glasfaser bis ins Haus zu Altprodukten? Und falls ja, sollen die Großhandelstarife dafür eingefroren werden? Auf demselben Blatt steht eine zweite Frage: Braucht der Markt eine Vorleistungsklasse bis 50 Mbit/s und einen tatsächlich angebotenen Dienst mit genau 50 Mbit/s, damit günstige Anschlüsse möglich bleiben?
Die Antworten betreffen zwei Zeithorizonte. Ein schrumpfender Kupferdienst könnte teure wiederholte Kostenverfahren weniger sinnvoll machen. Eine 50-Mbit/s-Untergrenze soll hingegen den Einstieg in künftige Netze offenhalten. Die CRTC fragt ausdrücklich, ob diese Pflicht sowohl Telefon- als auch Kabelunternehmen treffen soll oder ob unterschiedliche Netzkosten getrennte Regeln verlangen. Ein günstiger Geschwindigkeitsname ohne kaufbares Vorleistungsprodukt wäre nur ein Schild an einer verschlossenen Tür.
Bereits das Schreiben vom 5. Juni verlangte von Kabelunternehmen Phase-II-Kostenstudien. Es erörterte eine gemeinsame Klasse bis 150 Mbit/s und das Einfrieren von Tarifen für 150 Mbit/s oder weniger. Die neue Runde konzentriert sich auf den 50-Mbit/s-Einstieg und fragt, wie sich dessen Preis mit weniger Verwaltungsaufwand bestimmen ließe. Auch ein einheitlicher eingefrorener Tarif für die ganze vorgeschlagene Klasse steht zur Diskussion.
Mit Order 2026-77 hatte die CRTC im April einen Teil der Glasfaser-Vorleistungstarife der Telefonunternehmen endgültig festgelegt. Kabeltarife und weitere FTTN-Tarife blieben offen. Antworten auf die neuen Fragen müssen bis 5. November eingehen, Erwiderungen bis 19. November. Erst der weitere Akteninhalt wird zeigen, wer den preisgünstigen Zugang anbieten und wie sein Preis berechnet werden soll.
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