Zusammenfassung
- James Bensley erklärte auf der RIPE 93, dass ein rekursiv aufgelöstes AS-SET seiner Netzwerkfilterung Probleme bereitete, obwohl ein Kunde verschachtelte Einträge nicht entfernen wollte.
- Sein individueller Internet-Draft
excl-membersschlägt vor, dass der Eigentümer eines Sets bestimmte ASNs oder Sets bei der rekursiven Auflösung ausschließt. Datatracker führt nur eine individuelle Version; sie ist weder RFC noch eingesetzte Funktion.
Der Kunde konnte weiterziehen
Die Abschaltwarnung änderte nichts. Nach Bensleys Darstellung hatte der Kunde weitere Upstreams und lehnte deshalb die Bereinigung ab. Das aufgeblähte Ergebnis blieb das Problem des Netzbetreibers. Genau dort setzt der Entwurf an: Statt auf die Korrektur im Kind-Set zu warten, könnte der Eigentümer des Eltern-Sets einen Zweig ausschließen.
Auf der RIPE 93 sagte Bensley, ein AS-SET mit Wurzel bei AS5405 enthalte nach der Auflösung etwa 76.000 ASNs und 1,3 Millionen Präfixe. Verschachtelte Verweise hätten Netzwerke eingebracht, die keine Upstreams seines Netzes seien. Peers, die das Set nutzten, konnten deshalb die benötigten Filter für sein Netz nicht erstellen.
Das sind Bensleys Angaben aus dem Sitzungsprotokoll, keine aktuelle Zählung der RIPE Database. Das Protokoll nennt weder den genauen Messtag noch die Konfiguration des Resolvers. Der Konflikt ist trotzdem greifbar: Die Eingabe für die Filtererstellung entfernte sich von den Beziehungen, die der Betreiber abbilden wollte.
Ein Name prüft keine Mitglieder
RPSL kann in einem AS-SET autonome Systeme direkt aufführen oder auf ein weiteres Set verweisen. Ein Resolver kann diesen Verweisen durch den Baum folgen und die tiefer liegenden Mitglieder sammeln. Hierarchische Namen helfen dabei festzustellen, wer ein Set unter einem Elternobjekt anlegen darf. Die Dokumentation der RIPE Database hält getrennt davon fest, dass referenzierte Mitglieder beim Anlegen eines Set-Objekts noch nicht existieren müssen. Ein korrekt gebildeter Name beweist also nicht, dass jedes verschachtelte Mitglied zum Kundenkegel des Betreibers gehört.
Die Anreize schlossen diese Lücke nicht. Ein Kunde mit mehreren Upstreams konnte die Bereinigung ablehnen, während das Netz, das Filter erzeugte, die Folgen trug. Eine Abschaltdrohung zieht wenig, wenn der Kunde den Verkehr anderswohin verlagern kann.
Den Ausschluss ins Eltern-Set legen
Im April veröffentlichte Bensley einen individuellen Internet-Draft, der excl-members für AS-SET- und route-set-Objekte definiert. Das Attribut ließe den Eigentümer eine ASN oder ein mit Registry-Namen versehenes Set nennen, das der Resolver bei der rekursiven Auflösung überspringen soll. Der Ausschluss gälte entlang dieses Zweigs durch verschachtelte Sets, aber nicht in einem Geschwisterzweig.
Damit hängt der Eingriff nicht mehr davon ab, dass der Kunde sein eigenes Objekt korrigiert. Der Eigentümer des Eltern-Sets könnte die veröffentlichte Auflösung verkleinern, auch wenn das Kindobjekt unverändert bleibt. In den Beispielen des Entwurfs wirkt der Ausschluss während der Auflösung und hat Vorrang vor einer späteren Aufnahme im selben Zweig.
Diese Kontrolle kostet etwas. Schließt der Eigentümer das falsche Set aus, kann ein nachgelagerter Filter Routen verlieren, die er annehmen sollte. Der Entwurf verlangt Registry-Angaben für ausgeschlossene AS-SETs und begrenzt die Regel auf den Zweig, in dem sie erklärt wurde. Das macht den Vorschlag genauer; eine Implementierung durch Registry oder Resolver belegt es nicht.
Die Lösung steht noch im Entwurf
Datatracker listet nur Version 00 von draft-bensley-rpsl-exclude-members, als individuellen Internet-Draft mit dem vorgesehenen Status Informational und einem Ablaufdatum am 17. Oktober 2026. Der verwandte GROW-Entwurf zu Registry-scoped Members ist seit dem 24. Oktober als abgelaufen und archiviert markiert. Keiner ist eine RFC; das Protokoll der RIPE 93 zeigt keinen Produktiveinsatz.
Das RIPE-Protokoll dokumentiert den Streit um die Filtererstellung, keinen Route Leak und keinen Ausfall. Ein datierter Resolver-Vergleich vor und nach der Regel mit den exakten Versionen der Sets würde zeigen, ob der Vorschlag die berichtete Auflösung tatsächlich korrigiert.
Quellen
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