Zusammenfassung
- Die zweite Fassung von prop-108 von Izumi Okutani und Dean Pemberton ersetzte APNICs feste achtwöchige Kommentierungsfrist nach den Sitzungen durch einen Rahmen von vier bis acht Wochen. Über eine Verlängerung über Woche vier hinaus und deren Länge entscheidet allein der Policy-SIG-Vorsitz.
- APNICs Verlauf nennt Konsens in Policy SIG und Mitgliederversammlung im August 2013, Zustimmung des Executive Council im November und Inkrafttreten im Februar 2014. Die geltende APNIC-111-Fassung behält den Mechanismus bei.
Vier Wochen sind lang genug, um einen Beschluss nach einer Konferenz noch einmal anzusehen. Für einen Betreiber, der erst dann eine Auswirkung auf Vergaben oder Systeme entdeckt, können die folgenden vier Wochen entscheidend sein. APNIC gewährte früher für jedes im Open Policy Meeting angenommene Vorhaben acht Wochen Nachberatung auf der Mailingliste. Okutani und Pemberton machten die zweite Hälfte zu einer Option, die der Vorsitz freigibt.
Die Autoren begründeten das mit dem bisherigen Verlauf von Einwänden. Ihrer Vorlage zufolge erschienen die meisten Bedenken binnen zwei Wochen nach dem letzten Aufruf; eine neue Meinung nach vier Wochen hätten sie nicht beobachtet. Eine Liste der zugrunde liegenden Fälle veröffentlichten sie nicht. Acht Wochen verzögerten nach ihrer Darstellung unnötig die Umsetzung bereits diskutierter und in der Sitzung gebilligter Regeln. Bei den Nachteilen vermerkten sie zu diesem Zeitpunkt keine.
Die Entscheidung selbst durchlief noch den alten Zeitplan. Am 29. August 2013 stellte der Policy SIG Konsens fest, am 30. August die Mitgliederversammlung. Die abschließende Frist lief vom 10. September bis 6. November über volle acht Wochen. Der Executive Council bestätigte den Vorschlag am 27. November. Die Umsetzungsmitteilung datiert die neue Regel auf den 19. Februar 2014, rechtzeitig für APNIC 37.
Im aktuellen APNIC-111 steht weiter eine Untergrenze von vier und eine Obergrenze von acht Wochen. Der Vorsitz entscheidet allein über zusätzliche Zeit. Danach beurteilen die Vorsitzenden in Schritt 4, ob die Diskussion den Konsens trägt; ein schwerwiegender Einwand verhindert dessen Bestätigung. Es geht damit um zwei Prüfungen: Wann schließt sich das Fenster, und welches Gewicht erhält ein darin erhobener Einwand? Die spätere Zustimmung des Executive Council bleibt erforderlich.
Okutanis Eingriff veränderte die Macht über den Kalender. Welche Folgen er für späte Einwände hatte, ließe sich mit datierten Fällen aus den Wochen fünf bis acht und ihren Entscheidungen prüfen. Die veröffentlichten Unterlagen enthalten diese Reihe nicht.
Quellen
Original prop-108-v002 · APNIC-Vorgang · Mitteilung zur Umsetzung · Aktuelle APNIC-111 · Namentliches APNIC-Foto als Porträtvorlage
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