Zusammenfassung

  • Europas Änderungsentwurf zu Resolution 48 fordert für den ITU-Rat 2027 eine Funktionsanalyse sämtlicher Personalgruppen im Generalsekretariat und in den drei Büros.
  • Er spricht zugleich über Einsparungen durch natürlichen Personalabgang, Versetzungen in Regionalbüros und mögliche niedrigere Bewertungen freier Stellen in unempfindlichen Bereichen.

Wer eine neue Aufgabe verteilt, braucht zuerst eine Antwort auf die alte: Wo sitzen die Leute, die sie erledigen sollen? Addendum 20 zu Beitrag 75, im Dokumentenregister der ITU geführt, will daraus eine Ratsfrage machen. 2027 sollen Fähigkeiten, Zusammensetzung, Einsatz und Beteiligung aller Beschäftigtengruppen untersucht werden. Das umfasst das Generalsekretariat und die drei Sektorbüros. Auch das Verhältnis und der Arbeitseinsatz zwischen Zentrale und Sektoren sollen sichtbar werden.

Die Resolution 48 von 2022 gab bereits einen vierjährigen Personalstrategieplan, jährliche Ratsberichte sowie Ziele zur geografischen und geschlechtlichen Ausgewogenheit vor. Sie verlangte außerdem einen Blick auf die Kapazität regionaler und örtlicher Büros. Der Personalplan 2026–2027 liegt im laufenden Zyklus. Der neue Entwurf setzt eine konkrete Inventur daneben: Welche Fähigkeiten liegen in welcher Einheit, und wie stark werden sie dort gebraucht?

Im zweiten Schritt nennt Europa die Stellschrauben. Der Generalsekretär und die Büroleitungen sollen Personal und Mittel aus natürlichem Abgang zweckmäßig einsetzen, Versetzungen etwa zu Regional- und Bereichsbüros prüfen und regelmäßig fragen, ob offene Stellen in weniger sensiblen Teilen niedriger eingestuft werden können. Eine unbesetzte Stelle beeinflusst den nächsten Haushalt und die nächste Einstellung. Der Entwurf nennt weder eine Zahl geplanter Versetzungen noch einen bereits erzielten Sparbetrag.

Eine Durchschnittszahl über die ganze Organisation würde den Konflikt glattbügeln. Wenn ein Regionalbüro neue Aufgaben übernimmt, zählt seine tatsächliche Besetzung; wenn eine Stelle niedriger bewertet wird, zählt die dafür verfügbare Erfahrung. Die geplante Analyse könnte dem Rat genau diese Unterschiede vorlegen. Erst dann lässt sich über Effizienz streiten, ohne die Entscheidung hinter dem Wort zu verstecken.

Quellen