Zusammenfassung

  • RFC 1177 erschien im August 1990 als Fragenkatalog der IETF User Services Working Group. Die erste Antwort machte den Zugang zu Ressourcen von den Rechten auf dem jeweiligen Rechner abhängig.
  • Der Ressourcenführer des NSF Network Service Center war per E-Mail und anonymem FTP kostenlos erhältlich; für die Papierausgabe fiel eine kleine Kopiergebühr an. Personenverzeichnisse erfassten nur Teile der Netzgemeinde. Für Usenet brauchte ein Neuling Software und einen vorhandenen Standort, der die Verbindung tragen wollte.

Die Anleitung beginnt bei einer Frage, die jeder neue Anschluss aufwirft: Was kann ich jetzt tun? Sie antwortet mit einer nüchternen Aufzählung. Zugriff gibt es auf Ressourcen des eigenen Hosts, auf andere Hosts mit bestehendem Konto und auf öffentlich bereitgestellte Informationen. Dateien lassen sich übertragen, Sitzungen aus der Ferne öffnen, Nachrichten verschicken. Der gemeinsame Transport ersetzte die Berechtigung auf dem Zielrechner nicht. Der Originaltext setzt diesen Punkt vor die attraktiveren Dienste.

Gary Malkin, April Marine und Joyce Reynolds schrieben RFC 1177 für die User Services Working Group der IETF. Die Einleitung nennt einen ganz praktischen Grund: Auf Mailinglisten tauchten dieselben Anfängerfragen ständig wieder auf. Für Entwürfe, Anmeldungen zur Redaktionsdiskussion und das Sammeln der Fragen unterhielt die Gruppe drei verschiedene Postfächer. Eine FAQ konnte Wiederholungen verringern; sie entstand aus fortlaufender redaktioneller Arbeit.

Wo befanden sich die interessanten Angebote? Der Internet Resource Guide des NSF Network Service Center verzeichnete unter anderem Supercomputerzentren, Bibliothekskataloge und Fachsammlungen. Er wurde kostenlos per E-Mail und anonymem FTP verteilt. Die gedruckte Fassung kostete eine geringe Reproduktionsgebühr. Für Rückfragen gab es eine Telefonnummer. Der Nutzer musste also erst einen Wegweiser beschaffen, bevor er sich zu einer Ressource aufmachen konnte. Auch der Wegweiser hatte eine Auskunftsstelle.

Für die Suche nach einem Rechner verwies die Anleitung auf drei veröffentlichte Verzeichnisse und den WHOIS-Dienst des DDN NIC. Eine Telnet-Sitzung zu NIC.DDN.MIL und der Befehl whois führten zur Abfrage. Zugleich warnte der Text vor einer konkreten Lücke: Die Suchweise des Programms konnte einen beim NIC eingetragenen Standort übergehen. Ein Eintrag im Register und ein Treffer auf dem Bildschirm waren zwei verschiedene Ergebnisse. Wer einen Host nicht fand, hatte noch keinen Beweis für dessen Fehlen.

Bei Personen wurde die Lücke noch sichtbarer. DDN NIC WHOIS und die White Pages von PSI galten als die größten E-Mail-Adressverzeichnisse, blieben jedoch weit von Vollständigkeit entfernt. Die Empfehlung lautete deshalb: die Person fragen. PSI betrieb ein Pilotprojekt, dessen Daten von teilnehmenden Organisationen kamen. Seine Suchfunktion konnte nur innerhalb dieser Beteiligung Auskunft geben.

Wer selbst im WHOIS erscheinen wollte, benötigte eine über das Internet erreichbare Mailbox. Dann musste er eine Vorlage per FTP oder E-Mail anfordern, ausfüllen und an den Registrar zurücksenden. Änderungen gewöhnlicher Nutzerdaten fragte das NIC nicht regelmäßig ab. Die Betroffenen mussten Korrekturen selbst schicken. Ein öffentlicher Datensatz war damit auch ein kleiner, dauerhafter Wartungsauftrag an seinen Inhaber.

Selbst RFC-Dokumente hatten unterschiedliche Bestellwege. Beim NIC genügte für den Mailautomaten die RFC-Nummer im Betreff; NIS.NSF.NET verlangte SEND RFCnnnn.TXT-1 als erste Zeile der Nachricht. Beide boten FTP, aber mit verschiedenen Dateinamen. Offener Zugang zu einem Dokument war von der Fähigkeit abhängig, die passende Gebrauchsanweisung des Servers zu lesen.

Usenet verlangte schließlich ein Gegenüber. Der neue Standort brauchte Software und einen bestehenden Teilnehmer, der eine Verbindung unterstützen wollte. Die Anleitung erinnerte daran, dass auch Rechner außerhalb des Internet am Usenet teilnahmen. Ein Netzanschluss und die Zugehörigkeit zu dieser Nachrichtenverteilung waren getrennte Angelegenheiten; der Nachbar entschied über den nächsten Schritt.

RFC 1177 ist deshalb ein ungewöhnlich gutes Betriebsbild seiner Zeit. Der Text führt von gemeinsamen Protokollen zu lokalen Konten, gedruckten Karten, gepflegten Einträgen und ausgehandelten Anschlüssen. Die Nutzerhilfe bestand nicht aus einer einzigen Maschine. Sie bestand aus Menschen, die an mehreren Stellen ans Telefon gingen oder eine Mail beantworteten.