Zusammenfassung

  • APJII startete den Indonesia Internet Exchange im August 1997, um den Austausch zwischen indonesischen Netzen im Land zu ermöglichen, statt lokale Verbindungen stets über das Ausland zu führen.
  • In der ersten Phase waren drei getrennte Standorte bei Telkom Indonesia, Satelindo und Indosat verbunden. Provider konnten nach vorhandenen Leitungen, Geschäftsbeziehungen und eigenen Präferenzen wählen.

Der Umweg über das Ausland

Eine Grenze verändert keine Nachricht, aber sie kann den Weg eines Netzes bestimmen. Die institutionelle Geschichte von APJII zählt im Juli 1997 insgesamt 41 vorläufige ISP-Genehmigungen. Der Verband argumentierte, Indonesien fehle ein nationaler Austauschpunkt. Dadurch könne Verkehr zwischen indonesischen Providern von internationalen Verbindungen abhängen, auch von Wegen über die USA. Das könne Kosten erhöhen und Provider an Kapazitäten binden, die sie nicht selbst kontrollierten.

Das ist APJIIs Begründung, keine Messung jedes übertragenen Pakets. Dieselbe Darstellung hält fest, dass Kunden von Indosat und Satelindo innerhalb der jeweiligen Netze teilweise bereits verbunden waren. Was fehlte, war eine unabhängige nationale Einrichtung, die Provider über diese getrennten Netze hinweg zusammenbrachte. Lokales Peering bot eine Alternative und möglicherweise einen Ausweichweg; es machte Inlandsleitungen weder kostenlos noch einheitlich und beendete auch nicht die Abhängigkeit von Telekommunikationsunternehmen.

In einem 2015 veröffentlichten Rückblick bei APNIC datiert Johar Alam Rangkuti eine APJII-Arbeitsgruppe auf Juni 1997 und den Start des IIX auf August. Ein informelles Gespräch sei der Anstoß gewesen. Das ist die spätere Erinnerung eines Beteiligten, kein erhaltenes zeitgenössisches Protokoll. Die institutionellen und technischen Quellen stützen sicherer die Aussage, dass IIX ein praktisches Verbindungsprojekt war und keine Teilnahmeverpflichtung für alle Provider.

Drei Standorte statt eines nationalen Zentrums

Die technische Beschreibung der ersten Phase, aktualisiert im Dezember 1998, nennt drei Austauschstandorte: Telkom Indonesia, Satelindo und Indosat. Es waren getrennte Einrichtungen bei Netzbetreibern, nicht ein einziges nationales Gebäude und auch kein neues Backbone, das vorhandene Netze ersetzte. Ein ISP konnte nach verfügbaren Leitungen, Beziehungen zu Upstream- oder Kundenorganisationen und eigenen Präferenzen wählen. Ein gemeinsames Ziel wurde damit über mehrere operative Punkte verfolgt.

Peering ist eine Routingentscheidung und zugleich eine Geschäftsentscheidung. Jeder Teilnehmer brauchte eine Leitung zu einem Standort und musste abwägen, welche Betreiberbeziehung passte. Drei Punkte konnten mehr Wahlmöglichkeiten bieten als ein einziger Treffpunkt, doch die Zugangsbedingungen hingen weiterhin von den Hostern ab. APJIIs Unterlagen enthalten weder eine vollständige Mitgliederliste noch vergleichbare Preise je Standort. Aus dem Entwurf folgt daher nicht, dass der Zugang in der Praxis gleichwertig war.

Eine Grenze in den Routen

Die Übersicht von 1998 beschreibt auch den vorgesehenen Betrieb. Provider ohne eigene Autonomous System Number (ASN) konnten eine gemeinsame Exchange-ASN und einen Route Reflector nutzen; APJII ermunterte sie, eigene ASNs zu beantragen. BGP-Filter sollten die Ankündigungen auf relevante Mitgliederrouten begrenzen und verhindern, dass Routen aus ausländischem Transit oder von Nichtmitgliedern in den IIX gelangten.

Genau darin liegt ein wichtiger Teil des Projekts: Router in Indonesien allein hielten den Verkehr nicht im Land. Nötig war eine Routinggrenze, die Mitgliedsnetze von anderswo gelernten Routen unterschied. Die technische Quelle beschreibt die beabsichtigte Kontrolle, nicht einen Paketmitschnitt, der die durchgängige Einhaltung für jede Sitzung belegt.

APNICs Statusprotokoll von 2004 erinnert daran, dass indonesische Provider früher Verbindungen nach San Francisco nutzten; außerdem berichtet es von einem Ausbau, nachdem ein früher Knoten seine Kapazität erreicht hatte. Das ist eine spätere Erinnerung aus der Community, keine Zeitreihe vor und nach der Einführung. Ein APNIC-Interview von 2015 nennt zudem monatliche Kosten von 88.000 US-Dollar für internationale Bandbreite bei einigen Providern. Dieser Betrag bezieht sich auf einzelne Anbieter im Rückblick, nicht auf einen landesweiten Tarif.

Die Belege tragen weniger als die Behauptung, der IIX habe den gesamten indonesischen Verkehr im Land gehalten. APJII wollte bestimmte internationale Umwege durch lokalen Austausch ersetzen; die Unterlagen der ersten Phase dokumentieren drei Standorte und dafür vorgesehene Filter. Welchen Weg ein konkreter Datenstrom nahm, hing von Teilnahme, Leitungen und Routingregeln ab. Der historische Beitrag lag in einem neuen Treffpunkt und einer gemeinsamen Routinggrenze für indonesische Netze.

Quellen