Zusammenfassung

  • In der Runde 2026 prüft ICANN alle Strings und zuteilbaren Varianten, unabhängig von der Selbsteinordnung. Antragsteller müssen eine Beweiskette aus String, ausstellender Stelle, Zeichnungsbefugnis, Absicht, Umfang, Original und Verifikationsweg sichern. Identifizierung ist keine Ablehnung, ein Brief kein abgeschlossenes Review und ein bestandenes Review keine Delegierungsentscheidung.

Wer einen Antrag nicht selbst als geografisch kennzeichnet, entgeht der Prüfung nicht. Nach dem veröffentlichten Verfahren für die Runde 2026 werden alle beantragten gTLD-Strings und ihre zuteilbaren Varianten an den geografischen Anforderungen des Bewerberhandbuchs gemessen. Zuerst geht es um den String, danach um die Nachweise des Antragstellers.

Die Geographic Names Identification ist eine Prüfung auf String-Ebene innerhalb der String Evaluation. Die spätere Geographic Names Review überprüft im Rahmen der Application Evaluation die Antworten und, falls erforderlich, Unterstützungs- oder Unbedenklichkeitserklärungen von Regierungen oder öffentlichen Stellen.

Ein unterschriebener Brief beendet die Beweisführung daher nicht. Geprüft werden können Zuständigkeit, Echtheit, Vollständigkeit und der genaue Bezug zum Antrag. Eine Identifizierung ist keine Ablehnung; ein Unterstützungsschreiben ist weder Gesamtgenehmigung noch Delegierungsentscheidung.

Die allgemeine Prüfung kommt vor der Selbsteinordnung

ICANN prüft jeden String und jede zuteilbare Variante darauf, ob geografische Regeln greifen könnten. Zu den veröffentlichten Kategorien gehören Hauptstadtnamen in jeder Sprache, bestimmte Städtenamen bei stadtbezogener Nutzung, exakte Treffer mit ISO-3166-2-Untergliederungen sowie bestimmte UNESCO- oder UN-M49-Regionen.

Deshalb sollte die Vorbereitung vor der Bitte um ein Schreiben beginnen. Zu sichern sind Sprach- und Geografieanalyse, vorgesehene Nutzung, geprüfte Listen und die Behandlung von Varianten. Das sagt kein Panelergebnis voraus, dokumentiert aber die Entscheidungsgrundlage des Antrags.

Identifizierung und Review beantworten verschiedene Fragen

Die Identifizierung fragt, ob der String unter die Regeln fallen könnte. Das Review prüft Antworten und erforderliche Dokumente. Wer beides vermischt, erklärt entweder eine Vorprüfung zur endgültigen Negativentscheidung oder den Eingang eines Briefes zum abgeschlossenen Verfahren.

Interne Berichte sollten deshalb zwischen „möglicherweise geografisch“, „für Review identifiziert“, „Dokumente werden verifiziert“ und „Geographic Names Review bestanden“ unterscheiden. Auch ein gültiges öffentliches Unterstützungsschreiben beweist nicht, dass finanzielle, operative, technische oder andere Prüfungen abgeschlossen sind.

Autorität, Absicht und Umfang müssen zusammenpassen

ICANN kann prüfen, ob Unterlagen echt, autorisiert und vollständig sind. Das Handbuch sieht eine Bestätigung über zuständige diplomatische Stellen oder Kontakte des Governmental Advisory Committee sowie Rückfragen bei der unterzeichnenden Stelle vor.

Ein belastbarer Nachweis nennt Behörde, Kompetenzgrundlage, Funktion des Unterzeichners, Datum, exakten String, Antragsteller und Art der Unterstützung oder Nichtbeanstandung. Original, Übermittlungsweg, Übersetzungen und ein erreichbarer Verifikationskontakt gehören dazu. Ein prominenter Name heilt keinen unklaren Umfang; ein kurzer Brief kann dagegen genügen, wenn Autorität, Gegenstand und Absicht eindeutig sind.

Nicht jeder Mangel ist auf dieselbe Weise behebbar

Das Handbuch trennt Dokumentationsmängel von der Feststellung, dass ein String ein Länder- oder Gebietsname ist. Laut ICANN kann ein solcher Name nicht delegiert werden; diese Feststellung ist endgültig. Dokumentationsfragen können unter den festgelegten Bedingungen in eine Extended Evaluation gelangen.

L3 — Eine authentifizierbare Akte führen

Erfassen Sie Originaldatei, Hash, Eingangsdatum, Absenderdomain, Übermittlungsweg, Unterzeichner, Behörde, Zuständigkeitsgebiet, exakten String und abgedeckte Varianten. Verknüpfen Sie jede Antragsaussage mit Dokument und Fundstelle. Bewahren Sie Original und Übersetzung gemeinsam auf, ohne dass die Übersetzung das Original ersetzt, und dokumentieren Sie Übersetzer, Datum und die rechtliche oder administrative Kompetenzgrundlage. Bestätigen Sie außerdem, dass ein Verifikationskontakt erreichbar bleibt und weiß, dass ICANN die Kommunikation authentifizieren kann.

Quellen