Zusammenfassung
- Im ICANN-Förderprogramm wurden 56 von 78 eingereichten Bewerbungen genehmigt; die Oktober-Übersicht zählt 51 neue gTLD-Anträge von Teilnehmern dieses Programms.
- Der GAC verlangt seit seinem Kommuniqué vom 26. Oktober Befragungen zu Abbrüchen und Unterstützung durch die kostspieligen späteren Verfahrensschritte.
Der Rabatt am Eingang ist gut sichtbar. Dahinter beginnt ein Weg mit weiteren Rechnungen. ICANNs Governmental Advisory Committee, der GAC, will nach der Sitzung in Bali herausfinden, warum manche Interessenten und sogar zugelassene Bewerber nicht weiterziehen. In seinem Kommuniqué vom 26. Oktober verlangt er eine Untersuchung von Ausstiegen und fortgesetzte Beratung für geförderte Bewerber, wenn Einwände und Streit über beantragte Domainendungen teuer werden.
Die vorhandenen Zahlen messen verschiedene Schalter. Im endgültigen Bericht zum Applicant Support Program stehen 78 eingereichte Förderanträge: 56 vollständig genehmigt, drei nicht förderfähig, vier zurückgezogen und 15 wegen Unvollständigkeit beendet. Weitere 99 Organisationen starteten das Verfahren, reichten aber keinen Förderantrag ein. ICANNs Veröffentlichung vom 7. Oktober zählt später 51 Anträge auf neue gTLDs von Teilnehmern des Förderprogramms, bei insgesamt 1.615 Anträgen. Die 56 stehen für genehmigte Förderbewerber, die 51 für Domainanträge. Eine öffentliche Verbindung der einzelnen Fälle über beide Stufen hinweg fehlt.
Genau dort beginnt die Frage nach Ursachen und Kosten.
Zum Angebot gehören 75 bis 85 Prozent Nachlass auf die Evaluierungsgebühr, Qualifizierung, Bewerberberatung und Zugang zu ehrenamtlichen Fachleuten. Der GAC fordert eine Prüfung dieser finanziellen und nichtfinanziellen Hilfen, der Öffentlichkeitsarbeit und der regionalen Unterschiede. ICANNs Board und Organisation sollen mit dem GAC und der Community strukturierte Austrittsbefragungen und Interviews unter erfolgreichen und erfolglosen Bewerbern durchführen. Erste Erkenntnisse wünscht sich der Beirat möglichst vor ICANN88 in Lissabon vom 13. bis 18. März 2027.
Der Folgekostenpunkt ist ungewöhnlich konkret. Bei Einwänden gegen einen Antrag können Anwaltskosten anfallen; mehrere Bewerbungen um denselben String können eine teure Konfliktlösung verlangen. Der GAC nennt beide Fälle und drängt darauf, gezielte Anleitung und Pro-bono-Zugang bis durch die verbleibenden Phasen anzubieten. Die offizielle Programmseite verspricht Zugang zu ehrenamtlichen Dienstleistern. Ob dieser Zugang im entscheidenden Moment ausreicht, muss die verlangte Untersuchung erst zeigen.
Auch die regionale Verteilung ist ein Ausgangspunkt für Fragen: 30 Bewilligungen in Asien/Australien/Pazifik, 14 in Nordamerika, sieben in Afrika, vier in Europa und eine in Lateinamerika und der Karibik. Die Tabelle zeigt, wo die Förderung ankam. Warum jemand eine Hürde nicht überwand, steht darin nicht. Ein Kassenbon vom Eingang ersetzt keine Rechnung für die gesamte Reise.
Originalunterlagen: GAC-Kommuniqué; endgültige Förderstatistik; ICANN-Antragsdaten vom 7. Oktober; Programmbeschreibung; Sitzungskalender.
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