Zusammenfassung
- Das Bali-Kommuniqué des GAC nennt 21 IDN-Anträge in ICANNs gTLD-Runde 2026; das sind etwa 1,3 Prozent aller Anträge.
- Im ursprünglichen ICANN-Überblick von 2012 waren es 116 von 1930 Anträgen, rund 6 Prozent. Die 2026er Liste wird erst im November bestätigt.
Der Andrang ist da: ICANNs Statistik zur neuen gTLD-Runde verzeichnet 1615 Anträge von 481 Antragstellern. Nur in einer Schublade herrscht fast Ruhe. Der Regierungsbeirat GAC beziffert in seinem am 26. Oktober veröffentlichten Bali-Kommuniqué die Anträge für internationalisierte Domainnamen auf 21. Das entspricht ungefähr 1,3 Prozent der Runde.
Ein Blick auf den letzten großen Anlauf macht die Zahl zum Thema. ICANNs Originalübersicht vom 13. Juni 2012 zählte nach Rückerstattungen 1930 Anträge, darunter 116 IDN-Anträge mit nichtlateinischen Schriften. Das waren etwa 6 Prozent. Beide Werte beziehen sich auf Anträge, nicht auf spätere Verträge oder Delegierungen. Für 2026 steht die Bestätigung der Zeichenfolgen am 17. November noch aus. Der Abstand zwischen den beiden Antrags-Schnappschüssen ist trotzdem markant: Der Gesamtstapel wurde etwas kleiner, der IDN-Anteil sehr viel kleiner.
Im geltenden Bewerberhandbuch erwartet ICANN ausdrücklich vielfältige Anträge einschließlich IDNs und verbindet das mit mehr Auswahl und digitaler Teilhabe. Für die Zeichenfolgen gelten IDNA2008 und die Root-Zone-Label-Generation-Rules. Das sind Bedingungen des Verfahrens. Eine Erklärung für die geringe Zahl liefern sie nicht. Der GAC befürchtet, dass die Runde bei sprachlicher und geografischer Vielfalt hinter den Erwartungen der ICANN-Gemeinschaft zurückbleibt.
Auch die Zeitstempel verdienen einen Blick. ICANNs öffentliches Statistikportal wurde zuletzt am 7. Oktober aktualisiert. Eine Ersatz-Zeichenfolge kann vorübergehend zu zwei sichtbaren Datensätzen führen; in der Statistik zählt der Antrag weiterhin einmal. Die 21 nennt dagegen das GAC-Kommuniqué vom 26. Oktober und bezeichnet sie als vorläufig. Nach dem Bestätigungstag gehören Zähler und Nenner auf denselben Datenstand.
Danach sollte ICANN die Bewerberstrecke auseinandernehmen: Interesse, Unterstützung, Einreichung, Prüfung, Vertrag, Delegierung – möglichst nach Schrift. Der GAC hat den schmalen Stapel gezeigt. Wer das Verfahren betreibt, kann zeigen, an welcher Station er schmal wurde.
Originalquellen: Bali-Kommuniqué des GAC; Antragsstatistik 2026; Antragsübersicht 2012; Bewerberhandbuch 2026.
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