Zusammenfassung
- Puzl vermarktet Cloud-Ressourcen nach Verbrauch und reservierte NVIDIA-A100-Konfigurationen mit mehrmonatiger oder mehrjähriger Bindung. Die Preismodelle lösen unterschiedliche Probleme.
- Die Registernummer 14476114 verbindet Puzl Cloud OÜ mit dem früheren Namen GPU Computing OÜ. Routingdaten beschreiben einen Teil der Erreichbarkeit, nicht den Umfang des Rechnerbestands.
Nach dem letzten Softwaretest ist die Arbeit erledigt. Ob damit auch die Rechnung endet, hängt vom eingekauften Dienst ab. Genau an dieser Stelle setzt Puzl mit seinem verbrauchsabhängigen Cloud-Angebot an: Rechenleistung und Arbeitsspeicher sollen nicht allein deshalb gleich viel kosten, weil sie für eine Aufgabe bereitgehalten werden.
Das Unternehmen verkauft zugleich etwas, das zunächst wie das Gegenteil klingt: längerfristig reservierte GPU-Kapazität. Auf der GPU-Seite kostete eine angebotene NVIDIA A100 mit 40 GB Speicher, 24 virtuellen CPUs und 128 GB Arbeitsspeicher am 24. Oktober 2026 bei sechs Monaten Bindung 1,12 US-Dollar je Stunde. Bei drei Jahren waren es 0,82 US-Dollar. Der niedrigere Stundensatz beantwortet die Frage nach dem Preis, aber noch nicht die nach der passenden Laufzeit.
Das ist kein Widerspruch zwischen zwei Werbeversprechen. Eine Entwicklungsaufgabe mit wechselnder Auslastung und ein dauerhaft benötigter Beschleuniger stellen unterschiedliche Anforderungen. Problematisch würde der Vergleich erst, wenn man die Verbrauchsabrechnung des einen Angebots auf die Reservierung des anderen übertrüge.
Was auf dem Zähler steht
Auf der Startseite wirbt Puzl für RunJob zur Ausführung von Aufgaben aus GitHub Actions und GitLab CI. Zur Verwaltung nennt es ein Dashboard, eine API und Terraform. Der Dienst zielt damit auf konkrete Arbeitsabläufe in der Softwareentwicklung: Code bauen, Tests ausführen, auf den nächsten Auftrag warten.
Die Preisseite beschreibt dafür unter anderem Spike Instances. Diese KVM-basierten virtuellen Maschinen passen CPU- und Speicherressourcen an die Last an. Abgerechnet werden nach Darstellung des Anbieters genutzte CPU-Sekunden und, unabhängig davon, GB-Sekunden für den Arbeitsspeicher. Persistenter Speicher wird gesondert bepreist.
Der Unterschied zwischen reservierter und tatsächlich genutzter Leistung kann wirtschaftlich wichtig sein. Eine bezifferte Ersparnis folgt daraus noch nicht. Dazu müsste derselbe Auftrag mit vergleichbaren Anforderungen ausgeführt werden; Laufzeit, Ressourcenverbrauch und Rechnung müssten zusammenpassen. Auch die Währungsangaben sind klärungsbedürftig: Einzelpreise tragen Eurozeichen, während die allgemeine Erläuterung US-Dollar und Euro nennt. Aus dieser Seite lässt sich deshalb kein verlässlicher Gesamtpreis für einen Beispielauftrag ableiten.
Beim GPU-Angebot stehen andere Angaben im Vordergrund. Puzl nennt einen Standort in der EU, Bereitstellung beim Kunden oder als private Cloud sowie KI-Cluster mit Kubernetes. Dedizierter NVMe-Speicher kostet zusätzlich. Das sind veröffentlichte Produktangaben, keine von BTW geprüfte Bestandsliste oder gemessenen Leistungswerte. Ob die gewünschte Konfiguration zu einem bestimmten Termin lieferbar ist, bleibt eine Frage an den Anbieter.
Zwei Firmennamen, eine Registernummer
Der Name GPU Computing OU taucht beim autonomen System AS57063 auf. Um das dahinterstehende Geschäft zu verstehen, hilft jedoch der Abgleich mit den Unternehmensunterlagen mehr als der Name allein.
Das estnische Unternehmensregister führt Puzl Cloud OÜ unter der Nummer 14476114 und GPU Computing OÜ als früheren Namen. Im Fußbereich der Website stehen der heutige Name und dieselbe Nummer. Die Kundenvereinbarung verwendet in ihrer Definition von Puzl Cloud noch GPU Computing OÜ, ebenfalls mit 14476114. Damit lässt sich die Verbindung zwischen Dienst und Unternehmen nachvollziehen, ohne eine Übernahme oder Muttergesellschaft zu unterstellen. Beides wurde hier nicht belegt.
Die Vereinbarung ist auch für die Standortfrage aufschlussreich. Kunden können einen Speicherort für ihre Kundendaten wählen. Ist eine Wahl nicht verfügbar oder wird sie nicht getroffen, darf Puzl diese Daten nach den veröffentlichten Bedingungen dort verarbeiten und speichern, wo das Unternehmen Einrichtungen unterhält oder nutzt. Kontoinformationen sind in dieser Klausel ausdrücklich von den Kundendaten ausgenommen.
Eine EU-Angabe auf der GPU-Seite beantwortet folglich nicht sämtliche Fragen zur Datenverarbeitung. Entscheidend sind der gewählte Dienst, die tatsächlich getroffene Standortwahl und die betroffene Datenart. Das ist eine Unterscheidung im Vertrag, kein Befund über den Speicherort eines bestimmten Kundenkontos.
Die Routingtabelle ist keine Inventarliste
Für den Zeitraum vom 10. bis zum 24. Oktober 2026 zeigte die RIPEstat-Abfrage zu angekündigten Präfixen zwei Netze: 213.5.72.0/24 und 2001:67c:f74::/48. Hinter diesen Adressbereichen steht keine ablesbare Zahl von GPUs. Zudem berücksichtigt die Abfrage laut Dokumentation standardmäßig nur Ankündigungen, die mindestens zehn RIS-Peers sehen. Weniger breit sichtbare Ankündigungen können fehlen.
Der frühere Text auf dieser Seite enthielt außerdem einen Fehler beim Netzbetreiber. Die Routing-Konsistenzansicht mit Abfragezeitpunkt 24. Oktober, 08:00 UTC, zeigte AS15830 als beobachteten BGP-Nachbarn. Laut Inhabereintrag gehört dieses autonome System zu Equinix (EMEA) Acquisition Enterprises B.V., nicht zu RIPE NCC.
AS50794 und AS200675 erscheinen in derselben Ansicht als in Richtlinien deklarierte Netze, ohne dort als BGP-Nachbarn beobachtet zu werden. Daraus ergibt sich ein Ansatzpunkt für eine technische Prüfung, aber weder ein Hostingvertrag noch der Nachweis eines Ausfalls. Ebenso wenig lässt sich aus wenigen Präfixen ableiten, Puzl betreibe lediglich ein internes Unternehmensnetz.
Die öffentlich zugänglichen Angebote zeigen ein Unternehmen, das konkrete Rechendienste verkauft. Der nächste aussagekräftige Beleg wäre ein Auftrag, bei dem Konfiguration, Bereitstellung, Ergebnis und Abrechnung zusammenpassen. Eine zusätzliche Zeile in der Routingtabelle würde diese Prüfung nicht ersetzen.
Korrektur und Aktualisierung vom 24. Oktober 2026: Die frühere Fassung ordnete AS15830 fälschlich RIPE NCC zu und berücksichtigte Puzls öffentliche Dienst-, Preis- und Vertragsseiten nicht. Diese Punkte wurden korrigiert; unbelegte Schlüsse aus Präfixzahlen auf Rechenkapazität und Hosting wurden entfernt. Die ursprüngliche URL und das Veröffentlichungsdatum bleiben erhalten.
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