Zusammenfassung

  • SAPs aktueller Cloud-Auftragsbestand erreichte zum 30. September 24,144 Milliarden Euro, währungsbereinigt 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Cloud-Umsatz im dritten Quartal wuchs auf dieser Basis um 25 Prozent.
  • SAP führt einen Teil des Quartalswachstums auf einen Umsatznachholeffekt über mehrere Quartale zurück, nachdem Kunden finanzielle Schwierigkeiten überwunden hatten. Für 2027 erwartet der Konzern, dass die nicht nach IFRS ermittelten Betriebskosten um 80 bis 90 Prozent des Wachstums des Gesamtumsatzes steigen.

Analyse

SAPs Cloud-Auftragsbestand wächst, und seine Uhr ist klar eingestellt. Am 30. September belief sich der aktuelle Cloud-Auftragsbestand auf 24,144 Milliarden Euro: plus 28 Prozent in Euro und plus 26 Prozent währungsbereinigt. SAP definiert die Kennzahl als vertraglich zugesagte Cloud-Umsätze, die das Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten erfassen will. Sie zählt bestehende Verträge am Stichtag und ist Teil der verbleibenden Leistungsverpflichtungen.

Diese Definition gibt der Zahl Kontur. Laut SAPs Investor-Relations-FAQ zählen zugesagte Geschäfte, darunter Neuverträge und Verlängerungen. SAP bezeichnet den Wert als Untergrenze für die in den nächsten zwölf Monaten erwarteten Cloud-Umsätze. Nutzungsmodelle ohne fest zugesagtes Mindestvolumen und Abschlüsse nach dem Stichtag bleiben außen vor. Auch Verträge, die innerhalb der kommenden zwölf Monate auslaufen und noch nicht erneuert wurden, fehlen. Das ist eine echte Vertragswarteschlange, mit Ein- und Ausgängen.

Im dritten Quartal erreichte der Cloud-Umsatz 6,668 Milliarden Euro, ein Plus von 26 Prozent in Euro und 25 Prozent währungsbereinigt. Der Umsatz mit der Cloud ERP Suite lag bei 5,924 Milliarden Euro und wuchs währungsbereinigt um 28 Prozent. Auftragsbestand und Umsatz steigen fast im Gleichschritt, laufen aber nach unterschiedlichen Uhren: Der erste erfasst an einem Stichtag die vertraglichen Cloud-Umsätze der nächsten zwölf Monate; der zweite die Leistungen aus drei Monaten. SAP hat den künftigen Vertragsbestand ausgebaut und den aktuellen Cloud-Umsatz zugleich weiter erhöht.

Der Satz, der das Quartal menschlicher und etwas weniger glatt macht, stammt von SAP selbst. Das Cloud-Wachstum erhielt Schub von einem Nachholeffekt über mehrere Quartale, nachdem Kunden aus finanziellen Schwierigkeiten zurückgekehrt waren. Die Erholung brachte zusätzliche Umsätze und macht das Quartal zu einem weniger sauberen Maßstab für die gewöhnliche Nachfrage. SAP nennt den Betrag nicht. Genau diese Zahl würde den laufenden Wachstumstakt sichtbar machen.

Für 2026 erwartet SAP nun Cloud-Umsätze am oberen Ende der Spanne von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen. Das entspricht einem Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Zugleich rechnet der Konzern mit einer leichten Verlangsamung des Wachstums beim aktuellen Cloud-Auftragsbestand. Die Software-Support-Umsätze sanken im dritten Quartal währungsbereinigt um 6 Prozent. SAP erwartet, dass sich der Rückgang beschleunigt, wenn Kunden in die Cloud wechseln.

Der Wechsel erledigt zwei Aufgaben zugleich: Er vergrößert das vertraglich gebundene Cloud-Geschäft und ersetzt eine ältere Support-Einnahmequelle. Für 2027 erwartet SAP, dass die nicht nach IFRS ausgewiesenen Betriebskosten um 80 bis 90 Prozent des Gesamtumsatzwachstums steigen. Für operative Hebelwirkung bleibt ein enger Korridor. Der Auftragsbestand schafft Sichtbarkeit; die Wirtschaftlichkeit des Übergangs muss sich danach in Umsatz und Kosten zeigen.

Für Anleger zählt daher der gemeinsame Blick auf den zwölfmonatigen Cloud-Auftragsbestand, den Quartalsumsatz mit Cloud-Diensten, den schrumpfenden Support und die Kosten für Vertrieb und Betrieb des neuen Geschäfts. Ein größerer Bestand zeigt neue Verträge oder Verlängerungen. Der Umsatz erfasst die Lieferung. Der Support macht den Rückzug des alten Modells sichtbar. Die Kosten zeigen, wie viel SAP in den Ausbau des neuen Angebots steckt.

Quellen